St. Jakober Volksschüler versuchten sich als Gärtner

3 000 Tiroler Volksschüler setzten im Rahmen von „Schule in der Gärtnerei“ Kräuter, Gemüsepflanzen und Blumen – mit dabei auch Osttiroler Volksschüler. Die Aktion „Schule in der Gärtnerei“ wurde heuer bereits zum dritten Mal von der Landwirtschaftskammer und den Tiroler Gärtnern veranstaltet. Rund 3 000 Volksschüler lernten in 21 Tiroler Gärtnereien das ABC des „Gartelns“ und konnten ihr Wissen beim Säen und Topfen von Planzen erproben. In Osttirol beteiligten sich die Gärtnerei Seeber und Woude Gardens an dem Projekt und luden SchülerInnen der Volksschule St. Jakob i.Def. in ihre Gärtnereien ein.

Stolz präsentiert eine Schülerin aus St. Jakob ihr kreatives Blumenarrangement.

 

„Beim Anblick der wissbegierigen Kinder konnte ich feststellen, dass die Wertschätzung von Umwelt und Natur auch beim Nachwuchs großen Anklang findet“, freute sich Ing. Josef Hechenberger, Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer, und bedankte sich bei den Tiroler Gärtnern für ihr großartiges Engagement. „Besonders im Frühjahr sind die Gärtner viel beschäftigt und leisten dennoch mit dieser Aktion einen großen Beitrag, um der Gesellschaft die Bedeutung der Landwirtschaft näher zu bringen. Im Zuge der österreichweiten Woche der Landwirtschaft möchten wir dies besonders hervorheben“, so Hechenberger.

Mit ca. 75 Lehrlingen schaffen Tirols landwirtschaftliche Gärtner am meisten Ausbildungsplätze in der Landwirtschaft. „Aufgrund der demographischen Entwicklung stehen wir vor der Problematik, dass sich bei einer gleichbleibenden Anzahl an Lehrstellen die Zahl der zur Verfügung stehenden Lehrlinge doch verringern wird, also eine Situation eintritt, die komplett konträr zur zum Teil hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist“, erklärte LSI Stephan Prantauer. Dabei zeichnet sich der gärtnerische Beruf durch seine Vielfalt und Weiterbildungsmöglichkeiten besonders aus. „Nach der Erlangung des Gärtner-Facharbeiters kann man mit nur einem zusätzlichen Ausbildungsjahr den Beruf des Floristen oder Landschaftsgärtners anhängen“, erläutert Prantauer.

v.li.n.re.: Peter Pfeifer (Obmann Tiroler Gärtner), LK-Präsident Ing. Josef Hechenberger und Berufsschulinspektor Stephan Prantauer mit jungen Gärtnermeistern

Im Spannungsfeld zwischen Produktinnovationen, erstklassigem Dienstleistungsangebot und steigenden Produktionskosten behaupten sich die Tiroler Gärtner durch ihr qualitativ hochwertiges Pflanzenangebot. „Die Produktion und der Verkauf vor Ort gewährleisten durch das Wegfallen von langen Transportwegen Frische und schonen die Umwelt. Werte, die den Schulkindern schon früh vermittelt werden soll“, erläutert Peter Pfeifer, Obmann der Tiroler Gärtner. „Durch die Produktion der Pflanzen in den Tiroler Gärtnereien und die zahlreichen zusätzlichen Dienstleistungen entwickelt sich eine positive Wertschöpfung im eigenen Land“, so DI Wendelin Juen von der Landwirtschafskammer Tirol abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Privat, LK Tirol/Schießling

01. Mai 2013 um