Osttiroler Bergretter waren 4.445 Stunden im Einsatz

Bezirksstellen-Leiter Peter Ladstätter wurde im Vorfeld der Jahreshauptversammlung im Amt bestätigt – Christoph  Schneider ist sein neuer Stellvertreter.

Die Bezirksleitung der Bergrettung Osttirol lud am Freitagabend, 13. Mai 2016, in die Bezirksstelle des Roten Kreuzes in Lienz zur Jahreshauptversammlung 2015. Im Vorfeld der Versammlung wurde Bezirksstellen-Leiter Peter Ladstätter in seinem Amt bestätigt, der Sillianer Ortsstellenleiter Christoph Schneider ist anstelle von Markus Bstieler (Prägraten) sein neuer Stellvertreter. Schneider gab gleichzeitig die Funktion des Bezirksreferenten für die Lawinenhundestaffel an Clemens Troyer ab. Dr. Josef Burger tritt die Nachfolge von Dr. Franz Krösslhuber als Bezirks-Bergrettungsarzt an. „Alle, die ihre Funktionen abgaben, haben zugesagt, weiterhin bei der Bergrettung aktiv zu sein“, freute sich Peter Ladstätter.

Dr. Josef Burger: „Wir haben als Bergrettungsärzte alle auch die Bergretter-Ausbildung mit Prüfung absolviert. Den gemeinsamen Notfallrucksack, der mit der ganzen aufwändigen Ausrüstung und Technik finanzieren wir uns selbst."

Dr. Josef Burger: „Wir haben als Bergrettungsärzte alle auch die Bergretter-Ausbildung mit Prüfung absolviert. Den gemeinsamen Notfallrucksack mit aufwändiger, wertvoller Ausrüstung und Technik finanzieren wir selbst.“

94 Einsätze, bei denen die Osttiroler BergretterInnen insgesamt 4.445 Einsatzstunden leisteten – das ist allein die Einsatzbilanz der acht Ortsstellen Kals, Lienz, Matrei, Obertilliach, Prägraten, Sillian, Defereggental und Virgen, dazu kommen unzählige Ausbildungs- und Übungsstunden. „Die Einsätze sind im Vergleich zu 2014 deutlich gestiegen, das dürfte wohl mit dem eher schlechten Tourenwetter im Jahr 2014 zusammenhängen“, so der Bezirksstellen-Leiter. 102 verunfallte Personen wurden 2015 durch die Bergrettung geborgen, 40 davon waren verletzt, und neun konnten leider nur mehr tot geborgen werden. „Neben den Einsätzen und Übungen haben wir besonders viel Energie für die Gesetzesänderung in Sachen hubschrauberunterstützte Übungen im Nationalpark eingesetzt. In Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft und dem Nationalpark wurde ein Managementplan erstellt, und wir haben nun schon einige Übungen mit Hubschrauber im Schutzgebiet durchgeführt“, berichtete Ladstätter über das versöhnliche Ende in dieser Causa.

Bezirks-Sanitätsreferent Christian Wibmer: „Unser Team besteht aus zwölf Notfallsanitätern und 31 Rettungssanitätern. Der Großteil unserer Sanitäter sind auch im bodengebundenen Rettungsdienst aktiv."

Bezirks-Sanitätsreferent Christian Wibmer: „Unser Team besteht aus zwölf Notfallsanitätern – zwei sind in Ausbildung – und 31 Rettungssanitätern. Der Großteil unserer Sanitäter sind auch im bodengebundenen Rettungsdienst aktiv.“

Eine Bergrettungsärztin und sieben -ärzte stehen derzeit zur Verfügung, zwei sind in Ausbildung. Die Koordination des Ärzteteams übergab Dr. Franz Krösslhuber an Dr. Josef Burger. „In mehr als 30 Jahren meiner Tätigkeit als Bergrettungsarzt hat sich das große Engagement der Bergretter überhaupt nicht geändert. Es gibt bei uns weniger Einsätze als anderswo, aber die Einsätze sind besonders im hochalpinen Gelände vergleichsweise aufwändiger. Wir brauchen eine gute Grundausbildung der Bergretter und die Spezialausbildung der Ärzte“, so Krösslhuber. Dass im Bezirk zehn Bergrettungsärzte zur Verfügung stehen, bezeichnete Josef Burger als einzigartig.

Christof Schneider (rechts) übergab die Leitung der Lawinenhundestaffel an Clemens Troyer.

Christoph Schneider (rechts) übergab die Leitung der Lawinenhundestaffel an Clemens Troyer.

Die Lawinenhundestaffel der Osttiroler Bergrettung besteht aus fünf voll ausgebildeten Hundeführern mit ihren Einsatzhunden, ein Hund ist derzeit in Ausbildung. „Die vier Einsatzhunde der Ortsstelle Sillian und jene zwei aus Lienz stehen natürlich bei Einsätzen in ganz Osttirol zur Verfügung. Noch effizienter arbeiten könnten wir, wenn es auch im Isel- und Defereggental wieder Hundeführer geben würde“, so Christoph Schneider. Er übergab die Leitung der Suchhundestaffel an Clemens Troyer. Landesfinanzreferent Mag. Ekkehard Wimmer überbrachte die guten Wünsche der Landesleitung und thematisierte die finanzielle Situation der Bergrettung. „Es gab über Jahre finanzielle Probleme. Die Kosten – vor allem auch beim Personal – sind massiv gestiegen. Wir sind sehr froh, dass das Land Tirol jetzt die jährlichen Mittel um 200.000 Euro aufgestockt hat“, so Wimmer.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

 

 

 

14. Mai 2016 um