Kalser Kulturhaus erhält „brick and roof award“

Der Neubau füge sich perfekt in das vorhandene Ensemble, bleibe aber zugleich klar als hinzugekommene Ergänzung erkennbar, heißt es in der Jury-Begründung.

Im Rahmen des Wienerberger Architektur-Symposiums 2016 zum Thema „Werkstoff Ziegel. Architektur im Wandel“ wurden am 7. April 2016 in der Secession Wien fünf hervorragende Beispiele österreichischer Ziegel-Architektur mit dem „austrian brick and roof award“ ausgezeichnet – darunter das Kulturhaus von Kals am Großglockner der Schneider & Lengauer Architekten ZT GmbH. Die Experten-Jury wählte aus 79 Nennungen fünf Sieger aus und vergab vier Anerkennungspreise. „Unsere Jury bewertete die Projekte umfassend im Hinblick auf die architektonische Qualität. Dabei wird beurteilt, inwieweit sie sich mit dem Potenzial des Ziegels in all seinen Möglichkeiten – Wand, Dach, Decke, Fassade etc. – auseinandersetzen und wie sich das Material Ziegel in ökonomischer, ökologischer und gestalterischer Art auf das realisierte Gebäude und sein Umfeld auswirkt“, erklärte Mag. Christian Weinhapl, Geschäftsführer der Wienerberger Ziegelindustrie und Präsident des Verbandes Österr. Ziegelwerke (VÖZ), den Preis.

Die Begründung der Jury für die Preisverleihung an die Gemeinde Kals bzw. Schneider & Lengauer Architekten ZT GmbH:

Das Kulturhaus, für das Platz durch den Abriss zweier Bestandsbauten geschaffen wurde, liegt in einer Kehre der Kalser Landstraße. Errichtet wurde es nicht zuletzt auch als Investition in die touristische Infrastruktur der Gemeinde – in den nächsten Jahren sollen in Kals 1.000 zusätzliche Gästebetten entstehen.

Der Neubau fügt sich perfekt ins vorhandene Ensemble, bleibt aber zugleich klar als hinzugekommene Ergänzung erkennbar. An der unteren Schmalseite erhebt sich ein extrem spitzer Giebel, an der oberen Schmalseite, deutlich breiter als ihr Visavis, wird eine bewusst ausdruckslose Fassade mit unauffälligem Giebel nur durch ein quadratisches Tor aus Metall durchbrochen. Der eigentliche Zugang mit Foyer liegt links davon, unter den Dorfplatz geschoben, der gemeinsam mit dem Kulturhaus – auf kleinstem Raum in erstaunlicher Geräumigkeit – geschaffen wurde und die unterschiedlichen Niveaus verbindet.

Die Konstruktion besteht aus Hochloch-Ziegeln mit 50 cm Stärke – Innenputz: Kalkzement – Außenputz glatt und zweilagig, in hellem Weiß für harmonischen Einklang mit den umgebenden Gebäuden. Der Veranstaltungssaal im Inneren fasst 270 Besucher und ist komplett mit Zirbenmassivholz ausgekleidet – ein großes Gemeindeschiff, das hier am Berghang des Großglockners gestrandet ist.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Norbert Prommer, Video: YouTube

 

 

09. April 2016 um