Expressive, figurative Werke auf Schloss Lengberg
Der Mensch ist das zentrale Thema der Künstlergemeinschaft „atelier block2“, die am 24. und 25.11. auf Schloss Lengberg ihre Werke in historischem Rahmen zeigte. Seit dreizehn Jahren verwirklichen sich die beiden Osttiroler Reinhard Egger und Fredy Fuetsch ihren ganz persönlichen Traum. Als Künstlergemeinschaft „atelier block2“ haben sie in einem Atelier im Neunerpark in der Peggetz in Lienz den idealen Platz gefunden, der es ihnen zulässt, im Kopf frei zu sein und ihre Phantasien kreativ umzusetzen. Hier beschreiten die beiden immer wieder neue Wege, ihre Emotionen, Geschichten und Gedanken in expressiven, figurativen Bildern im Klein- und Großformat auszudrücken – sozusagen als nonverbale Selbstgespräche, die den Bildbetrachter zum Nachdenken anregen und als Reizverteiler wirken sollen.
Davon konnten sich Kunstinteressierte bis dato auf Ausstellungen und Kunstmessen in der Schweiz, in Liechtenstein, in Deutschland oder auf der Biennale (2006) überzeugen. Im historischen Ambiente von Schloss Lengberg in Nikolsdorf beeindruckten die Werke der beiden Osttiroler am letzten Novemberwochenende rund 400 Besucher.
Reinhard Egger wurde 1974 in Lienz geboren und suchte lange Zeit nach seiner Berufung. Der Autodidakt sagt von sich selbst, dass sein Schaffen von einer „Windmühle“ grenzenloser Neugier und von Reisen in ferne Länder „angetrieben“ wird. Inspiration findet er auch aus der Beschäftigung mit elementaren Themen der menschlichen Existenz, wie Liebe, Hass, Geburt oder Tod. Mittels figuraler Kürzel versucht Egger Assoziationsräume z. B. zu Schönheit und Pathos, zur heutigen Spaß- und Konsumgesellschaft, zu Geld und Macht oder zu Sinn und Unsinn zu gestalten, wobei für ihn der Entstehungsprozess immer authentisch und kompromisslos abläuft.
Seinen Künstlerkollege Fredy Fuetsch, 1967 geboren, führte sein seit frühester Jugend vorhandenes Interesse an Kunst und Malerei an die Fachhochschule für Werbegrafik und Siebdruck. Fuetsch bezeichnet sich selbst als guten Beobachter und scharfen Analytiker. Er malt mit expressivem Pinsel- und Tuschstrich, die auf die Leinwand geworfenen Figuren umhüllt eine geradezu metaphysische Ausgeglichenheit. Auch in Gemeinschaft sind die Dargestellten „Einsame in einem unbestimmten Nichts“. Der Betrachter wird auf durchwegs großformatigen Bildern mit Körpern in wechselnder Gestik in den bevorzugten Farben Schwarz, Rot und Beige konfrontiert. Die gesichtslosen Figuren fordern Augenmerk, ohne zuviel preiszugeben.
Text: E. Hilgartner, Fotos: Brunner Images
