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Erstes Whiskylager am Fuße der Dolomiten fertiggestellt

In den vergangenen 2 Jahren wurde am Kuenzhof in Dölsach sehr vieles bewegt, um optimale Voraussetzungen für das neueste Produkt des Familienbetriebes zu schaffen.

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Johannes und Florian Kuenz im neuen Whiskylager am Kuenzhof

 

Seit rund 400 Jahren ist der Kuenzhof in Dölsach in Osttirol schon im Besitz der Familie. Der „Zulassvertrag“ vom 13. Juni 1643 ist als Original im Haus erhalten und zeigt, dass der „ehrbare Steffan Khuenzer zu Gödnach“ das Gut an seine Nachkommen übergab. Auf dem Kuenzhof, der 1998 die Erbhofwürde des Landes Tirol verliehen erhielt, werden heute Ackerbau, Grünlandwirtschaft und Obstbau betrieben. Von ebenfalls großer Bedeutung ist der eigene Wald, aus dem sämtliches Brennholz für die familieneigene Brennerei und die Herstellung der inzwischen vielfach ausgezeichneten Destillate bezogen wird. Nachdem die Produktfamilie des Kuenzhofes zuletzt bereits um den Gin „Roter Turm“ erfolgreich erweitert wurde, steht im nächsten Jahr mit dem „Rauchkofel Whisky“ eine weitere, ganz besondere Innovation aus dem Hause Kuenz auf dem Plan. Im Oktober 2017 sollte der erste Whisky aus Dölsach am Markt erhältlich sein.

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Die Grundlagen dafür wurden, wie Johannes und Florian Kuenz berichten, in den letzten Jahren geschaffen. „Insgesamt haben wir eine Summe von rd. 500.000 Euro in die Hand genommen, wobei der größte Anteil der Investition im Zusammenhang mit dem Umbau des früheren Rinderstalles zum neuen Whiskylager notwendig war. Nicht nur die Planung, auch die Umsetzung dieses Projektes hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen!“ Wichtig war es den beiden Brüdern dabei, den ursprünglich sehr schönen Charakter des Stallgebäudes zu erhalten. Das einstige Wirtschaftsgebäude hatte der Großvater der jungen Brennmeister, Johann Kuenz, in den Jahren 1946/1947 errichtet. „Das Niveau im Inneren des Gebäudes wurde um einen Meter abgesenkt. Aufgrund der geringen Raumhöhe war dieser aufwändige Arbeitsschritt nur per Hand möglich.“ Nachdem man von Beginn an darauf abzielte, nicht einen dunklen Lagerraum, sondern ein auch für Besucher attraktives Whisky-Schaulager zu realisieren, musste jeder Handgriff sitzen. Deshalb arbeitete Familie Kuenz auch nur mit den besten Handwerksbetrieben und Baufirmen der Region zusammen. Beginnend mit den Planungs- und Rohbauarbeiten, über die Elektroinstallationen bis hin zu Fenstern und Türen wurden ausschließlich Osttiroler Unternehmen mit ins Boot geholt.

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„Am 1. Oktober 2014 haben wir die ersten Whiskyfässer eingelagert. Nach drei Jahren – also im Oktober 2017 – erreicht der Whisky seine Mindestreife“, betont DI Johannes Kuenz. Die Voraussetzungen für die hohe Qualität „ihres“ Whiskys seien jedenfalls gegeben, meinen die beiden. Schließlich verfüge man in Osttirol nicht nur über sehr gutes Getreide und ein ausgezeichnetes Wasser, sondern könne mit dem neuen Whiskylager auch die erforderlichen klimatischen Bedingungen für eine optimale Reifung sicher stellen. Um allen Interessierten die Wartezeit bis zum Oktober 2017 etwas zu „versüßen“, wird im Rahmen des Apfelfestes am 2.10.2016 eine Fassprobe, der „Rauchkofel Red Spirit“, präsentiert, der zeigt, wie der Whisky nach etwa der Hälfte der Lagerzeit schmeckt. „Damit unser Brand als `Single Malt Whisky` bezeichnet werden darf, muss er aus 100 Prozent Gerstenmalz gebrannt und mindestens drei Jahre im Eichenfass gelagert werden“, erklärt Florian Kuenz abschließend.

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Text: E. Hilgartner, Fotos: Profer & Partner, Brunner Images