„Tourismus ist unser Kerngeschäft!“
… sagt Maximilian Schultz, einer der Geschäftsführer eines der führenden privaten Seilbahnunternehmen im Land.
Zur Schultz-Gruppe gehören fünf Skigebiete in Tirol, darunter auch das Großglockner Resort Kals-Matrei, das Skizentrum Sillian Hochpustertal und das Skizentrum St. Jakob in Defereggen, und außerdem auch Hotels in Sillian und Kals sowie die Adler Lounge auf 2.421 Metern Seehöhe. Im Osttirol heute-Interview berichtet der Zillertaler über Investitionen in die Unternehmen der Schultz-Gruppe in Osttirol, über die Zusammenarbeit im TVBO und über den aktuellen Stand beim Projekt Skischaukel Sillian-Sexten. Wir haben ihn aber auch dazu befragt, wie er mit der abgelaufenen Wintersaison zufrieden ist und was sich für den Sommer 2024 abzeichnet.
Maximilian Schultz
Herr Schultz, wie bewerten Sie generell die aktuellen Rahmenbedingungen für den Tourismus in Österreich?
Der Tourismus sieht sich heute sicherlich mit einigen großen Herausforderungen konfrontiert – und hat, was nicht zu vergessen ist, vor allem große Herausforderungen in den letzten Jahren hinter sich. Trotzdem ist die Wintersaison insgesamt gut gelaufen. Die Nachfrage ist da, auch nach Corona- und Energiekrise. Ich denke, dies spricht für den österreichischen Tourismus, die Produkte, die wir anbieten und die Investitionen, die getätigt wurden.
Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung Ihrer Unternehmen in Osttirol?
Unsere Betriebe im Bezirk Lienz entwickeln sich gut. Wir haben in den letzten Jahren laufend investiert, um den Qualitätsstandard zu halten und noch weiter auszubauen. Während der coronabedingten Pause konnten wir große Investitionen in den Hotels in Sillian und Kals umsetzen. Bereits vor der Pandemie wurden in Kals die neue Sesselbahn „Glocknerblick“ sowie in den letzten beiden Jahren die Sesselbahn „Leppleskofel“ in St. Jakob und die Talabfahrt in Matrei errichtet. Eine schlagkräftige und moderne Beschneiung ist unumgänglich geworden und bietet vor allem Betriebssicherheit sowie planbare Saisonen – nicht nur für uns als Bergbahn-Unternehmen, sondern auch für die ganze Region mit Hotels, Gastronomie, Einzelhandel usw. Durch unsere Investitionen in den letzten Jahren sind wir hier auf einem sehr guten Level angelangt. Die Anlagen entsprechen dem Stand der Technik und wir sind somit für die Zukunft gut gerüstet.
Wie stehen Sie zum geplanten 300-Betten-Hotel nahe des Talstationsbereiches in St. Jakob im Defereggental?
Die Errichtung des geplanten Hotels sehen wir als positive Entwicklung und als einen weiteren wichtigen Schritt in die Weiterentwicklung von St. Jakob als touristische Destination. Wichtig ist, dass Investitionen in die Qualität getätigt werden, denn nur so kann langfristig der Erfolg gesichert werden. Mit den aktuellen Planungen ist man hier sicher am richtigen Weg und wir sehen der Umsetzung positiv entgegen.
Wie ist der aktuelle Stand beim Projekt Skischaukel Sillian-Sexten?
Unser Fokus liegt momentan voll und ganz auf der geplanten Verbindung Sillian-Sexten, da dies eine einzigartige Chance für den Osttiroler Tourismus ist und langfristig die Destination auch international konkurrenzfähig macht und hält. Uns liegt dieses Projekt sehr am Herzen, weshalb wir uns auch mit viel Energie dem laufenden UVP-Behördenverfahren widmen und uns um möglichst rasche Genehmigungen bemühen. Wichtig ist sicherlich auch der Rückhalt aus dem Tourismus und der Wirtschaft in der gesamten Region für dieses Projekt – und damit die touristische
Weiterentwicklung in Osttirol.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Osttirol?
Wir möchten hier weiterhin auf ein konstruktives Arbeitsklima und auf eine gute Kooperation mit dem TVB und mit Obmann Franz Theurl bauen. Speziell im Marketing muss an einem Strang gezogen werden, um die Mittel effizient und zielführend einzusetzen. Es laufen einige gemeinsame Marketingkooperationen in sehr gutem Einvernehmen – diese sollten sicherlich noch weiter usgebaut werden und langfristig weiter bestehen.
Blick auf das 4-Sterne-Superior-Designhotel und die Chalets des Gradonna Mountain Resorts in 1.350 m Höhe in Kals am Großglockner
Wie sehen Sie generell die Zukunft im Wintertourismus? Könnte Osttirol die besondere Höhenlage des Bezirkes zugutekommen?
Die Höhenlage ist definitiv ein Vorteil der Skiregionen im Bezirk, dies hat sich auch zuletzt bei den Wetterlagen der vergangenen Monate gezeigt. Natürlich sind aber auch die Bergbahnen-Unternehmen gefordert, am Stand der Technik zu bleiben und so auch in Zukunft eine sichere und planbare Skisaison zu ermöglichen. Osttirol wird sich meiner Ansicht nach auch zukünftig als Skidestination behaupten können. Die Region bietet ein tolles Skierlebnis – speziell auch für Familien und Sportbegeisterte. Investitionen wie jene in Sillian-Sexten werden diese Position sicherlich noch stärken. Zudem tragen auch die Hotellerie und Gastronomie ihren Teil zum Urlaubserlebnis der Gäste bei. Auch diesbezüglich hat Osttirol viele Vorzeigebetriebe zu bieten.
Was zeichnet sich für den kommenden Sommer ab?
Die Buchungen für die Sommersaison laufen in unseren Hotels bereits jetzt sehr gut, bei den Bergbahnen ist sicherlich noch Potenzial zur Weiterentwicklung vorhanden. Gerade die Corona-Jahre haben dem heimischen Sommer-Tourismus einen starken Push gegeben und den Urlaubsgästen die Attraktivität des Sommerurlaubs im Bezirk Lienz bzw. im gesamten Bundesland Tirol vor Augen geführt. Dass dieser Trend anhält, bestätigen das Produkt und die Nachfrage der Gäste. Hier gilt es sicherlich aktiv zu bleiben und das Angebot weiter zu verfeinern.
Der Klimawandel dürfte langfristig zu einer Verlagerung der sommerlichen Urlaubsdestinationen hin in kühlere, höher gelegene Gebiete führen. Inwieweit bezieht die Schultz Gruppe derartige Entwicklungen in ihre Zukunftsplanung mit ein?
Tourismus ist unser Kerngeschäft – und daher müssen wir als in verschiedenen Bereichen tätige Schultz-Gruppe natürlich auch auf große Trends und Entwicklungen reagieren, von denen am Ende nicht nur wir, sondern alle betroffen sind. Als familiengeführtes Tiroler Unternehmen versuchen wir, uns für unseren Teil zukunftsfit aufzustellen und gemeinsam mit unseren Partnern den Tourismus voranzubringen!
Wir danken für das Gespräch!
Fotos: © Hochgruben Bergbahnen GmbH, Osttirol Journal, Gradonna/Perauer

