Unterinn/Heinfels: Loacker setzt auch auf Weizen aus verantwortungsvollem Anbau
In Zusammenarbeit mit Rieper und anderen Mühlen definierte der Waffelhersteller nun neue Richtlinien für den Weizenanbau – mit geringeren Umweltbelastungen, engen Beziehungen zu den Produzenten und kurzen Lieferketten.
Loacker setzt seinen Weg in Richtung Nachhaltigkeit konsequent fort und macht einen weiteren wichtigen Schritt zur Vertikalisierung strategischer Rohstoffe. Nach der bereits etablierten, verantwortungsvollen Beschaffung von Kakao, Haselnüssen, Vanille und Milch kündigt das Unternehmen – inzwischen offiziell als „Società Benefit“ (Benefit-Unternehmen) eingetragen – nun ein wichtiges Projekt rund um Weizen und Mehl an. Im Mittelpunkt stehen der nachhaltige Weizenanbau und kurze Wertschöpfungsketten.
Beim Weizen setzt Loacker auch auf einen langjährigen lokalen Partner: Rieper, das traditionsreiche Familienunternehmen aus Vintl, das auf die Produktion von Mehl spezialisiert ist. Derzeit arbeitet Loacker mit drei Mühlen in Österreich und Italien zusammen und hat insgesamt 18 Lieferverträge mit Landwirt:innen in den verschiedenen Regionen für insgesamt 330 Hektar Anbaufläche abgeschlossen. Die Mühlen verarbeiten das Getreide aus dieser Lieferkette – und sichern so die Qualität, die Loacker auch in der Weiterverarbeitung benötigt.
Strenges Protokoll für Qualität und Biodiversität
Herzstück des Projektes ist die Vereinbarung eines gemeinsamen agronomischen Protokolls mit Partner:innen und Landwirt:innen – ein Dokument, das verantwortungsbewusste Praktiken zum Schutz der Umwelt und der Biodiversität festlegt. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen das Verbot von Glyphosat und Neonicotinoiden, die Bevorzugung integrierter Pflanzenschutzmethoden sowie eine möglichst naturnahe Landwirtschaft.
Moderne Verfahren wie Direktsaat sollen helfen, Problemen wie der Bodenerosion entgegenzuwirken und gleichzeitig CO2-Emissionen zu verringern. Außerdem wird die Stickstoffdüngung begrenzt, denn für Waffelmehl ist ein geringer Proteingehalt optimal.
Andreas Loacker: „Nach Initiativen für eine verantwortungsbewusste Beschaffung von Kakao, Haselnüssen, Vanille und Milch war es an der Zeit, auch das Thema Weizen anzugehen.“
„Dieses Projekt ermöglicht uns nicht nur, Umwelt- und Biodiversitätsziele voranzutreiben, sondern legt auch klare Regeln für unsere Lieferanten fest – ein wesentlicher Aspekt für ein Benefit-Unternehmen wie unseres. Es ist ein weiterer Baustein unserer vertikalen Lieferkettenstrategie“, erklärt Andreas Loacker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Managing Director Innovation.
Eine der größten Herausforderungen für die Landwirt:innen ist die Gestaltung von mindestens 6 % der Anbaufläche als Biodiversitätsflächen. „Blumenstreifen, Pufferzonen, Hecken und Teiche schaffen Lebensräume für bestäubende Insekten und schützen die lokale Fauna“, so Andreas Loacker. „Zudem verpflichtet das Protokoll zu einer abwechslungsreichen Fruchtfolge, um die Gesundheit des Bodens zu erhalten und die Umweltbelastungen zu reduzieren.“
Transparenz und faire Vergütung
Rückverfolgbarkeit und Transparenz sind zentrale Pfeiler des Projekts: Langfristige Anbauverträge garantieren Herkunft und Qualität des Getreides – frei von Glyphosat. Um das Engagement der Landwirt:innen zur Einhaltung dieser hohen Standards zu honorieren, sehen die Lieferverträge auch ein „Incentive-Programm“ vor, das Preisvorteile bietet.
„Für uns ist es wichtig, dass sich die Landwirt:innen als aktiver Teil unserer Wertschöpfungskette verstehen. Aus diesem Grund haben wir einen für sie vorteilhaften Preismechanismus festgelegt“, verrät Wanda Hager, Managing Director Agriculture & Procurement bei Loacker. „Nachhaltigkeit darf nicht nur Kosten verursachen, sondern muss auch Chancen eröffnen – vor allem für diejenigen, die laut unserem Protokoll mit größter Sorgfalt in Bezug auf Qualität und Umwelt arbeiten.“
Alexander Rieper: „Unsere langjährige Partnerschaft mit Loacker basiert auf Vertrauen, gemeinsamen Qualitätsansprüchen und der Verantwortung, nur das Beste zu liefern. Als Familienunternehmen mit Tradition wissen wir: Spitzenqualität beginnt bereits auf dem Feld, bei der Auswahl des besten Weizens. So entstehen Mehle, die unseren eigenen Standards und den Erwartungen unserer Partner und Kunden gerecht werden.“
Die drei derzeit beteiligten Mühlen sind für die Lieferverträge nach dem vereinbarten Protokoll verantwortlich. Die Partnerschaft mit lokalen Unternehmen wie Rieper ist dabei von strategischer Bedeutung: kurze Wege, hohe Kompetenz und gemeinsame Ziele.
Ehrgeizige Ziele für die Zukunft
Loacker beschränkt sich aber nicht auf den Anbau: Auch in der eigenen Produktion stehen Emissionsreduzierungen und die Nutzung erneuerbarer Energien im Vordergrund – von der Mühle bis zum Endprodukt. Das Engagement für eine nachhaltige Zukunft ist ehrgeizig: Das Unternehmen hat sein Zwischenziel, 25 % nachhaltig angebauten Weizen im laufenden Jahr, bereits erreicht. Je nach Qualität des gewonnenen Mehls soll der Anteil 2026 auf 33 % gesteigert werden – mit dem langfristigen Ziel von 100 % bis 2030.
Text: Redaktion, Fotos: Rieper, Loacker, Silbersalz


