Umfassende Erneuerung der Greifenburger Freizeitanlage

Um im Sommer 2025 mit einer modernisierten Infrastruktur und einem erneuerten, ganzjährigen Gastronomiebetrieb wiedereröffnen zu können, wurden rd. drei Millionen Euro in die Freizeitanlage des Badesees Greifenburg investiert.

Die Marktgemeinde Greifenburg verfügt über zahlreiche kommunale Infrastruktureinrichtungen, zu denen auch die Freizeitanlage Greifenburg zählt. Diese wurde, wie Bürgermeister Josef Brandner im Rückblick erzählt, erstmals im Juli 1985 in Betrieb genommen. „Zwei Jahre zuvor hatte die damalige Gemeindeführung das heutige Badeseeareal von der „Nachbarschaft Greifenburg“ angekauft und mit einer Gesamtinvestitionssumme von damals neun Mio. Schilling einen Badesee mit dazugehöriger Infrastruktur errichtet. Der Weitblick und der Mut der damaligen Gemeindevertreter zu einer so großen Investition machten sich bald bezahlt, denn der Badesee entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugs- und Erholungsziel, nicht nur für die Greifenburger Bevölkerung, sondern auch für das gesamte Obere Drautal, den Lienzer Talboden und natürlich für unsere Urlaubsgäste“, so Brandner. Im Laufe der Jahre wurden immer wieder kleinere Adaptierungen vorgenommen, bis schließlich 2004 bis 2007 der erste große Umbau erfolgte. Damals wurde rund eine Mio. Euro in die Modernisierung und in die Erweiterung der Freizeiteinrichtung investiert. Das Hauptaugenmerk lag auf der Erweiterung des Angebotes für Familien und Kinder und auf der Neugestaltung der Außenanlagen. So wurden u.a. eine zweite Wasserrutsche, ein Beachvolleyballplatz und ein Spielbach installiert. Knapp 20 Jahre später, zu Beginn der 2020er-Jahre, hatte der intensive Betrieb deutliche Spuren an der Substanz der Anlage hinterlassen, weshalb eine Sanierung des Gebäudes und der Außenanlagen notwendig war. Zusätzlich wurde von Seiten der Gemeinde auch eine Neustrukturierung des Gastronomiebereiches ins Auge gefasst, um eine adäquate Versorgung der Gäste möglich zu machen. Schließlich zählt man an Hochsommertagen oftmals mehr als 1.500 Badegäste. Um die Attraktivität des Badeseerestaurants für Pächter und auch für die Kunden zu steigern, gab es zudem Anregungen, Maßnahmen für eine Saisonverlängerung bzw. einen Ganzjahresbetrieb zu setzen.

 

 

Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit und vielfachen Gesprächen im Gemeinderat sowie mit den zuständigen Abteilungen im Land Kärnten fiel im Jahr 2022 die Entscheidung, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Eine fachkundige Jury aus Vertretern des Landes Kärnten, der Architektenkammer und des Gemeinderates kürte schließlich das Projekt des Architekturbüros Wirnsberger-Hohengasser aus Spittal an der Drau zum Sieger der Ausschreibung. Im März 2023 wurde, auf Basis der Kostenschätzung des Architekturbüros, im Greifenburger Gemeinderat der Beschluss zur Umsetzung des Projektes samt Finanzierungsplan gefasst. Der Baubeginn erfolgte nach Ende der Sommersaison im September 2024. Nach einem reibungslosen Baugeschehen ohne Verzögerungen konnten alle Arbeiten rechtzeitig zum Start in die Sommersaison 2025 finalisiert werden.

 

 

Ein Fokus des Projektes lag auf der Modernisierung bzw. dem Ausbau des Bestandsgebäudes und dem Neubau eines ganzjährig nutzbaren Gastronomiebereiches. Der „alte“ Baukörper, der mit so geringen Eingriffen wie möglich generalsaniert wurde, dient nun ausschließlich der Sommernutzung mit Kassa, Umkleiden, Erste-Hilfe-Raum, modernen Wasch- und WC-Anlagen, einem Raum für den Bademeister sowie für die Geschäftsflächen des Drausport Shops am See. Der bestehende Zugang wurde als zusätzliche Fläche in das Gebäude integriert.

 

 

Für den Restaurantbereich, der das „Seestüberl“ mit all seinen Nebenräumen beinhaltet, wurde ein lichtdurchfluteter, gut gedämmter Neubau in Holzrahmenbauweise realisiert, der weitestgehend so konzipiert ist, dass für die Gäste ein „Rundum Seeblick“ gewährleistet ist. Neu ist, dass das Restaurant ganzjährig betrieben werden kann und hier auch Veranstaltungen und Feiern stattfinden. Alle Türen des „Seestüberls“ können zu den neu gestalteten Terrassen hin geöffnet werden. Die Westterrasse mit dem Trinkbrunnen, der eine Barriere zum Parkplatz bildet, ist optisch mit der zum See hin orientierten Ostterrasse verbunden. Zwischen dem Restaurant-Neubau und dem Bestandsgebäude liegt eine schattenspendende Pergola, durch die man auch das Bad betritt. Bäume und Sträucher rund um den Neubau sorgen für eine angenehm-naturnahe Atmosphäre. Pächter des „Restaurants Seestüberl“, das künftig jeweils von März bis Dezember für den Besuch offensteht, ist Familie Trattner. Im Sommer werden den Gästen unterschiedliche Tagesmenüs, Kärntner Schmankerln sowie u.a. auch SpareRibs, Steaks & Co serviert. In der Nebensaison soll der Fokus auf verschiedenen Thementagen wie „Steak-Wochenenden“, Sushi- oder Grillabenden liegen. Für den kommenden Dezember ist außerdem ein Christkindlmarkt am See angedacht.

 

Als Dank für die Unterstützung des Landes Kärnten wurde bei der Wiedereröffnung Mitte Juni 2025 als „symbolische Patenschaft“ ein Baum gepflanzt.

 

Finanziert wurde das Projekt mit Fördermitteln aus KIP, aus IKZ mit der Gemeinde Berg, über Mittel des Landes Kärnten, über die Initiative „Seen-Berg-Rad“ und mit BZ Mitteln bzw. Regionalfondsdarlehen der Gemeinde sowie aus LEADER-Förderungen der Europäischen Union. Die Erneuerung der Außenareale der Greifenburger Freizeitanlage wurde im Rahmen eines getrennten Projektes abgewickelt. Hierfür wurde vom Gemeinderat ein Finanzierungsplan über 485.400 Euro beschlossen. Die Kosten umfassten die vollständige Sanierung der Wasserrutsche und des Steges, die Neugestaltung der Liegewiese und der Spielgeräte sowie der Beleuchtung. Die Maßnahmen im Bereich der Außenanlagen wurden durch Mittel der Initiative „Seen-Berg-Rad“, über LEADER-Mittel, IKZ-Gelder gemeinsam mit der Gemeinde Berg sowie über BZ-Mittel der Gemeinde finanziert. Insgesamt wurden somit rund 2,8 Mio. Euro in die Neugestaltung der Greifenburger Freizeitanlage investiert. Der überwiegende Teil der Gewerke konnte an regional ansässige Unternehmen vergeben werden, sodass eine große Wertschöpfung in der Region erzielt wurde. „Die vielen positiven Rückmeldungen der Gäste unserer Freizeitanlage in der am 1. September abgelaufenen Sommersaison 2025 zeigen, dass unsere Entscheidung für dieses Projekt absolut richtig war. Mein großes Danke gilt all jenen, die dazu beigetragen haben, dieses Mammutvorhaben innerhalb eines engen Zeitplanes möglich zu machen“, so der Greifenburger Bürgermeister abschließend.

 

Freude über das gelungene, auch regional wichtige Projekt: Im Bild Bgm. Manfred Fleißner/Kleblach-Lind, Bgm.  Wolfgang Krenn/Berg i.D., Bezirkshauptmann Markus Lerch/Spittal a.d.D., Vize-Bgm. Josef Lerchster/Steinfeld, Bgm.  Günther Novak/Mallnitz, LA Bgm. Marika Lagger-Pöllinger/Lendorf, Landesrat Daniel Feller/Land Kärnten, Bgm.  Karoline Turnschek/Weissensee, Bgm. Josef Brandner/Greifenburg, Gunther Marwieser/LAG Großglockner-Mölltal-Oberdrautal, Architektin Sonja Hohengasser/Spittal a.d.D. und Landesrat Sebastian Schuschnig/Land Kärnten

 

 

Text: E. Hilgartner, Fotos: © Martin Lugger, Osttirol Journal

30. Juni 2025 um