Transalpine Ölleitung transportierte 2025 insgesamt 41,6 Millionen Tonnen Rohöl

Die Transalpine Pipeline zählt zu den zentralen Energieinfrastrukturen Europas. Direkt aus dem Rohöldurchfluss gewinnt sie im Oberpinzgau CO2-freie Energie – das weltweit einzige System dieser Art.

41,6 Millionen Tonnen Rohöl transportierte die Transalpine Pipeline (TAL) im Jahr 2025 von Triest nach Ingolstadt. Mit dieser Menge steigerte das Unternehmen die Werte des Jahres davor um 3,4 Prozent und erreicht damit wieder Vor-Pandemie-Werte. Als zentrale Energieinfrastruktur verbindet die TAL Italien, Österreich und Deutschland und leistet einen wesentlichen Beitrag zur sicheren, effizienten und umweltverträglichen Rohöllogistik in Europa.

Pipelines gelten als das nachhaltigste System für den Transport von Rohöl über große Distanzen. Ohne die TAL müssten die entsprechenden Mengen Rohöl auf der Strecke zwischen Italien und Deutschland über alternative Verkehrsträger transportiert werden. Würde man den Durchfluss der TAL auf Tanklastwagen umrechnen, entspräche dies einem zusätzlichen Aufkommen von ca. 10.000 Tanklastwagen täglich auf den Straßen zwischen Triest und Ingolstadt. Neben massiven zusätzlichen Verkehrsbelastungen hätte diese Flotte erhebliche Auswirkungen auf Verkehrssicherheit, Infrastruktur und CO2-Emissionen.

Von den insgesamt 753 Kilometern Leitungslänge verlaufen 161 Kilometer durch Österreich, konkret durch die Bundesländer Kärnten, Tirol und Salzburg. Die TAL-Gruppe besteht aus drei eigenständigen Ländergesellschaften mit Hauptsitzen in Italien, Österreich und Deutschland. Der Sitz der TAL Transalpine Ölleitung in Österreich Ges.m.b.H. befindet sich in Kienburg in der Marktgemeinde Matrei in Osttirol.

 

Das Kraftwerk Taimeralm im Oberpinzgau ist das weltweit einzige System, das aus dem Durchfluss von Rohöl CO2-freie elektrische Energie erzeugt.

 

Die TAL beschäftigt in Österreich 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich arbeiten zahlreiche regionale Partnerunternehmen entlang der Trasse und tragen wesentlich zur laufenden Wartung, Überwachung und technischen Integrität der Pipeline bei. Als Technologieführer setzt die TAL-Gruppe auf modernste Steuerungs- und Überwachungssysteme. Diese hohe Integrität und Betriebssicherheit basieren auf dem Zusammenspiel modernster Infrastruktur, konsequent angewandter HSSE-Standards sowie eines qualifizierten Teams.

Am Felbertauern erreicht die Pipeline in einem eigens errichteten Rohrleitungsstollen ihren geografisch höchsten Punkt in 1.572 Metern Höhe. Das Rohöl überwindet diese Höhe mithilfe von zwei Pumpstationen. Die nördlich anschließende Gefällestrecke wird seit 2018 zur Energiegewinnung genutzt. Mit dem Rohöllaufkraftwerk Taimeralm betreibt die TAL das weltweit erste und bislang einzige Kraftwerk, das aus dem Durchfluss von Rohöl CO2-freie elektrische Energie erzeugt.

Die Turbinenstation mit einer Leistung von 2,5 MW erzeugte bisher jährlich rund 11,5 GWh Strom. Das entspricht etwa 12 Prozent des gesamten Energiebedarfs des österreichischen TAL-Streckenabschnitts.

 

Beim Oil and Gas Decarbonisation Congress 2026 präsentierte DI (FH) Markus Mühlmann, MSc, die langfristige Vision der CO2-freien Stromgewinnung durch Energie-Infrastruktur.

 

Das Energierückgewinnungssystem wird vollautomatisch über das zentrale System der TAL betrieben. Projektverantwortlicher für das Rohöllaufkraftwerk Taimeralm ist DI (FH) Markus Mühlmann, MSc, der den Bereich Global Project Management and Engineering bei der TAL Österreich leitet. Er hat das Kraftwerkskonzept zuletzt beim „Oil and Gas Decarbonisation Congress 2026“ vorgestellt, der von 9. bis 10. Feber in Vösendorf bei Wien stattfand.

Aufbauend auf den positiven Erfahrungen prüft die TAL derzeit, ob sich das Prinzip der Energierückgewinnung auch auf weitere Rohrleitungsinfrastrukturen übertragen lässt. Eine erfolgreiche Umsetzung würde das Potenzial eröffnen, dieses Konzept international in der Energieinfrastruktur einzusetzen und somit weitere Beiträge zur Verringerung der CO2-Emissionen in diesem Sektor zu leisten.

 

Text: Redaktion, Fotos: Martin Lugger für TAL, Decarbonisation Congress

16. Februar 2026 um