Regionalwirtschaftliches Programm Osttirol: Erarbeitungsphase gestartet
Das Programm sieht jährlich zwei Millionen Euro an Landesmitteln vor. Die Erarbeitung erfolgt in einem partizipativen Prozess unter Einbindung von Gemeinden, Wirtschaft, Interessensvertretungen und Zivilgesellschaft.
Mit einer Auftaktveranstaltung im Gemeindesaal Amlach wurde am Mittwoch, 17. September, der Startschuss für die Erarbeitung des Regionalwirtschaftlichen Programms (RWP) Osttirol gegeben.
Ab 1. Juli 2026 steht dem gesamten Bezirk Lienz ein strategisches Instrument zur Verfügung, das bis 2036 läuft und jährlich zwei Millionen Euro an Landesmitteln für regionale Projekte vorsieht. Insgesamt fließen in den kommenden zehn Jahren somit 20 Millionen Euro direkt in die Region.
Das Programm verfolgt das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität im Bezirk nachhaltig zu stärken. Im Zentrum stehen die Handlungsfelder Innovation und Wachstum, Tourismus und Regionalität sowie umwelt- und energiebezogene Maßnahmen.
Die Grundlage bilden die positiven Erfahrungen in der Natura-2000-Region Isel: Seit 2016 konnten dort knapp 200 Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro unterstützt werden (Stand: Dezember 2024) – von innovativen Geschäftsmodellen über moderne Infrastrukturen bis hin zu neuen Tourismusangeboten.
„Das Regionalwirtschaftliche Programm ist ein zentrales Instrument der Landesentwicklung. Mit seiner klaren regionalen Verankerung stellt es sicher, dass Fördermittel gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen entfalten. Die Erfolge in der Iselregion haben eindrucksvoll gezeigt, wie sehr dieses Programm zur Stärkung der Regionen beitragen kann“, betont Christian Stampfer, Leiter der Abteilung Landesentwicklung des Landes Tirol.
Bezirkshauptfrau Bettina Heinricher, Vorsitzende des regionalen Gremiums, unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die Gemeinden, die Wirtschaft und die Bevölkerung arbeiten in diesem Prozess eng zusammen. So entsteht ein Programm, das auf die konkreten Bedürfnisse des Bezirks zugeschnitten ist und die nachhaltige Weiterentwicklung Osttirols sicherstellt.“
Auch aus Sicht der Region ist der Auftakt ein entscheidender Schritt. Dietmar Ruggenthaler, Bürgermeister von Virgen und Obmann des Regionsmanagements Osttirol, erklärt: „Mit dem Regionalwirtschaftlichen Programm können wir zentrale Zukunftsthemen aktiv gestalten – von der Unterstützung innovativer Betriebe über die Sicherung der Nahversorgung bis hin zu Investitionen in erneuerbare Energien. Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Bildung und Ausbildung zu: Durch gezielte Maßnahmen stellen wir sicher, dass Qualifikationen vor Ort gestärkt werden und die Menschen in Osttirol die besten Chancen auf zukunftsorientierte Arbeitsplätze haben. So erhöhen wir die Lebensqualität in der Region nachhaltig.“
Die Erarbeitung des Programms erfolgt bis Frühjahr 2026 in einem breit angelegten, partizipativen Prozess unter Einbindung von Gemeinden, Wirtschaft, Interessensvertretungen und Zivilgesellschaft. Begleitet von externen Fachleuten werden Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und konkrete Maßnahmen definiert. Nach Beschlussfassung durch das Land Tirol können ab Juli 2026 erste Projekte eingereicht und umgesetzt werden.
Text: Redaktion, Fotos: RMO/Brunner Images


