„Mutter Erde”: Neues Osttirol-Portal begrüßt Gäste an der Landesgrenze Tirol/Kärnten
Der Tourismusverband Osttirol hat das neue Willkommens-Portal an der B100 in der Gemeinde Nikolsdorf initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Baubezirksamt errichtet. Am Mittwochvormittag, 20. August, wurde es feierlich enthüllt.
Das erste neue Eingangsportal nach Osttirol wurde am 26. November 2016 am Südportal des Felbertauerntunnels bei dichtem Schneetreiben präsentiert. „Von der Erde zum Licht“ nannte Künstler Georg Planer die Glas-Stein-Skulptur. Er hat auch das neue Portal an der Landesgrenze Kärnten/Tirol in der Gemeinde Nikolsdorf entworfen.
Initiiert hat auch dieses Willkommens-Portal der Tourismusverband Osttirol. Zur feierlichen Enthüllung konnte dessen Obmann Franz Theurl neben einigen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch die Lienzer Bürgermeisterin LA Elisabeth Blanik, Bundesrat Bgm. Markus Stotter, Baubezirksamts-Leiter Johannes Nemmert mit Mitarbeitern, Felbertauernstraße-Vorstand Karl Poppeller, Künstler Georg Planer und Gerhard Moser (GEMOS – Meisterwerkstatt für Glas- und Metallgestaltung), der für die technische Umsetzung verantwortlich zeichnete, begrüßen.

„Der Felssturz am Felbertauern war vor neun Jahren der Anlass für die Errichtung eines Osttirol-Portals am nördlichen Eingang zum Bezirk. Auch für dieses neue Portal an der Landesgrenze zu Kärnten konnten wir den gebürtigen Osttiroler Georg Planer gewinnen. Das Baubezirksamt Lienz hat den Sockel in kürzester Zeit geschaffen, wofür ich mich recht herzlich bedanken möchte. Die unberührte Natur ist das wertvollste Kapital unseres Bezirks – ein Wert, den die Skulpturen von Georg Planer auf eindrucksvolle Weise symbolisieren“, sagte Franz Theurl einleitend.
„Franz Theurl hat mich am Montag angerufen und informiert, dass am Mittwoch die Enthüllung des Portals stattfinden werde. Es war einigermaßen herausfordernd für mich und meine Mitarbeiter, den Sockel in so kurzer Zeit zu errichten, zumal natürlich auch Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen sind“, sagte Baubezirksamts-Leiter Johannes Nemmert.

Die Glasskulptur zum Thema „Mutter Erde“ ist 1,9 Meter hoch, der Sockel aus Prägratner Serpentin mit der Aufschrift „Osttirol“ und „Nationalpark Hohe Tauern“ misst 1 Meter in der Höhe und 3,74 Meter in der Länge.
„Das Motiv der stehenden Mutter Erde passt exzellent zu unserem Bezirk und symbolisiert perfekt unsere einzigartige Naturlandschaft. Wenn jetzt am Felbertauern und hier in Nikolsdorf Symbole für Mutter Erde und die weibliche Kraft stehen, dann darf ich mir bei nur drei Bürgermeisterinnen gegenüber 30 männlichen Amtskollegen auch ein Umdenken in den Machtstrukturen unseres Bezirks wünschen“, sagte Elisabeth Blanik mit einem Augenzwinkern.
„Ich freue mich, dass heute hier in Nikolsdorf das zweite Osttirol-Portal enthüllt werden kann. Nun wünsche ich mir noch ein Osttirol-Portal an der zweiten Landesgrenze zu Kärnten am Iselsberg. Die Mittel dafür hat der Planungsverband 36 bereits zugesichert“, betonte Markus Stotter.
Mag. Georg Planer: Osttirol Portal in Nikolsdorf
Durch natürliche Bruchstellen aus Glas entstehen durch Licht und Sonne Lichtlinien und Lichtpunkte. Die Berglandschaft der Umgebung wird oft mehrfach ineinander gespiegelt und lässt trotzdem Durchblicke auf die reale Landschaft zu. Durch Sonneneinstrahlung beginnt die Skulptur ähnlich einem Kristall zu leuchten und lässt Assoziationen zu Wasserfällen entstehen.
Mutter Erde – kunstgeschichtlicher Exkurs
Relief, Plastik, Malerei und Zeichnungen sind die Bildmittel der ältesten Kunst der Menschheit aus dem eiszeitlichen europäischen Jungpaläolithikum 35.000 bis 10.000 vor heute. Schon in dieser Zeit spielte die Darstellung des Menschen eine wichtige Rolle. Meist handelte es sich um kleine Frauenfiguren – siehe Venus von Willendorf.
Auch die in der griechischen Mythologie als Mutter Erde verehrte Göttin Gaia ist die Personifizierung der Erde und wird als Mutter aller Dinge, als Quelle allen Lebens und als Verkörperung der Fruchtbarkeit und der Natur verehrt.
Die dargestellte Frauenskulptur greift diese Symbolik auf: Sie steht stellvertretend für die tiefe Verbundenheit des Menschen mit der Natur, für Fruchtbarkeit, Ursprünglichkeit und das Leben im Einklang mit der Erde, ganz im Sinne der Inwertsetzung und des Schutzes der unberührten Natur in Osttirol.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger


