Kals a.Gr.: Haslachgalerie wird noch vor der Wintersaison für Verkehr freigegeben

Aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen und einer optimierten Bauabwicklung laufen die Bauarbeiten sehr zügig. Die rund 200 Meter lange Galerie ist bereits fertig. Derzeit laufen die Arbeiten an den Leit- und Stützmauern.

Das Sturmtief Vaia im Jahr 2018 sowie die schneereichen Winter in den Folgejahren haben im Bezirk Lienz – insbesondere im Kalsertal – ihre Spuren hinterlassen. Im Bereich des Blasiskagrabens wird seither die L 26 Kalser Straße zwischen den Ortsteilen Oberpeischlach und Lesach durch den Verlust der Schutzwaldwirkung verstärkt von Lawinen bedroht. Die Haslachgalerie mit einer Gesamtlänge von 200 Metern wird diesen Bereich künftig vor Naturgefahren schützen.

Die Bauarbeiten verlaufen zügig: Die rund 200 Meter lange Galerie ist bereits fertiggestellt, derzeit laufen die letzten Arbeiten an den Leit- und Stützmauern. Die Betonarbeiten werden voraussichtlich bis Ende Oktober abgeschlossen. Damit können die Hauptarbeiten noch vor dem Winter beendet werden, wodurch die Haslachgalerie aus derzeitiger Sicht bereits ab Dezember für den Verkehr freigegeben werden kann.

„Die Haslachgalerie ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt für Osttirol. Dass die Arbeiten trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen zügiger als erwartet vorangehen, zeigt die hohe Qualität der Planung und Umsetzung“, betonte LH-Stv. Josef Geisler vor kurzem beim Lokalaugenschein auf der Baustelle. Bürgermeisterin Erika Rogl ergänzt: „Mit der Haslachgalerie wird die Kalser Straße sicherer, und die Versorgung unserer Gemeinde – insbesondere für Pendlerinnen und Pendler, Gäste und medizinische Notfälle – ist gewährleistet.“

 

v.l.n.r.: Johannes Nemmert (Leiter Baubezirksamt Lienz), Landesbaudirektor Christian Molzer, Bgm. Erika Rogl, LH-Stv. Josef Geisler

 

Baufortschritt übertrifft Zeitplan

Aufgrund des niederschlagsarmen Winters 2024/2025 konnte mit den Bauarbeiten rund zwei Monate früher als üblich gestartet werden. „Ein abgestimmter und optimierter Bauablauf – insbesondere im Bereich der Erd- und Spezialtiefbaumaßnahmen sowie des anschließenden Betonbaus ermöglichen, dass die Hauptarbeiten innerhalb einer einzigen Bausaison abgeschlossen werden können“, erklärt Landesbaudirektor Christian Molzer.

Während derzeit an den letzten Betonierabschnitten gearbeitet wird, laufen parallel bereits zahlreiche weitere Arbeitsschritte, um das Bauwerk und seine Schutzfunktionen vollständig herzustellen. Im Bereich der bereits fertiggestellten Galerie erfolgen die Abdichtungsarbeiten, die Hinterfüllung sowie die Herstellung der talseitigen Einschüttung.

Im Inneren der Galerie werden Leitungen verlegt, und es laufen die Vorarbeiten für die geplante Straßenentwässerung. Zudem wird die Beleuchtung installiert und der Straßenunterbau hergestellt. Der südliche Lawinenleitdamm mit 120 Metern Länge und zehn Metern Höhe ist bereits fertig, während der nördliche Damm mit 110 Metern Länge und ca. sieben Metern Höhe in Kürze fertiggestellt wird.

Johannes Nemmert, Leiter des Baubezirksamts Lienz, hebt hervor, dass auch während der Bauarbeiten der Verkehr auf der Kalser Straße nahezu uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann: „Der Asphalt der bestehenden Straße wurde bereits komplett abgefräst. Bei den noch ausstehenden Arbeiten an den Anschlussbereichen der neuen Trassierung mit der bestehenden Straße kommt es nur zu geringfügigen Verkehrseinschränkungen durch eine kurzzeitige einspurige Verkehrsführung mit Ampelregelung.“

Nach Abschluss der Hauptarbeiten sind für die Wintermonate keine weiteren Arbeiten geplant. Nach der Winterpause entsteht im Bereich der bestehenden Straße ein Radweg. Letzte Rest- und Rekultivierungsarbeiten werden ebenfalls im Frühjahr 2026 durchgeführt.

 

Haslachgalerie Kals am Großglockner

Länge: rund 200 Meter
Ziel: Schutz der L 26 Kalser Straße vor Lawinen und Steinschlag, Sicherung der Erreichbarkeit der Gemeinde Kals
Baubeginn: März 2025
Verkehrsfreigabe: Dezember 2025
Gesamtfertigstellung: Herbst 2026
Kosten: rund 9,8 Mio. Euro (Land Tirol)

Besonderheiten:
• Bau parallel zur Bestandsstraße – keine Straßensperren notwendig
• Errichtung von zwei Lawinenleitdämmen (Länge: 120 Meter, Höhe: 10 Meter und Länge: 110 Meter / Höhe: 7 Meter)
• Bestehende Straße wird nach Fertigstellung zu einem Radweg umgebaut

 

 

Text: Redaktion, Fotos: Land Tirol/Brunner

20. Oktober 2025 um