Irschen: Neuer großer Schutzbau vor Fertigstellung

Die neue Geschieberückhaltesperre im Bereich des Tieftalgrabens (Teileinzugsgebiet Westlicher Glanzerbach) soll die Ortschaft Glanz vor Murenabgängen schützen.

Auftraggeber und Bauherr der neuen Geschieberückhaltesperre sind die Gemeinden Irschen und Dellach in Oberkärnten. Insgesamt werden 3,2 Mio. Euro investiert, um den Schutz der Ortschaft Glanz vor weiteren Murenabgängen zu gewährleisten. Geplant und ausgeführt wurde das Projekt von der Gebietsleitung Kärnten Nordwest der Wildbach- und Lawinenverbauung Kärnten mit Sitz in Villach, als Bauleiter fungiert Ing. Werner Tributsch. „Am 12. und 21. Juli 2016 donnerten im Tieftalgraben infolge von Starkregenereignissen enorme Schlammmassen ins Tal, die den Ortsteil Glanz auf einer Fläche von ca. 3,5 ha vermurten, überschotterten bzw. überströmten. Zahlreiche Wohnobjekte und Nebengebäude, Teile des Campingplatzes sowie Abschnitte der Gemeindestraße waren massiv betroffen“, erinnert er sich zurück. „Unmittelbar nach dem zweiten Murenabgang erfolgte der Startschuss zur Ausarbeitung eines Schutzprojektes für den betroffenen Siedlungsbereich mit Unterstützung durch das Ingenieurbüro Skolaut Naturraum, sodass bereits im Oktober 2016 mit den Baumaßnahmen vor Ort begonnen werden konnte.“

 

Im Juli 2016 donnerten im Tieftalgraben infolge von Starkregen enorme Schlammmassen zu Tal und vermurten, überschotterten und überströmten den Ortsteil Glanz auf einer Fläche von etwa 3,5 Hektar.

 

Konzipiert wurde die Anlage für ein einhundertjähriges Ereignis, wie DI Erwin Ferlan informiert. Er steht der Gebietsbauleitung Kärnten Nordwest vor, die mit Sitz in Villach für den Bezirk Spittal an der Drau (mit Ausnahme der Gemeinden Bad Kleinkirchheim, Millstatt, Seeboden am Millstätter See und Radenthein) verantwortlich zeichnet. Landesweit werden von der Sektion Kärnten der Wildbach- und Lawinenverbauung rd. 1.304 Wildbacheinzugsgebiete, 563 Lawineneinzugsgebiete und 95 weitere gefährdete Bereiche (Rutschungen, Steinschlag …) betreut. Am neuen Schutzbauwerk rund 200 Meter oberhalb der Irschener Ortschaft Glanz wurden in den vergangenen knapp 11 Monaten ca. 3.600 Kubikmeter Beton verbaut, die letzten Arbeiten werden bis November 2017 abgeschlossen sein.

 

Der errichtete Stauraum umfasst ein Rückhaltevolumen von 16.100 Kubikmeter.

 

Neben einem rund 283 Meter langen Trapezgerinne, das mit Grobsteinschlichtungen abgesichert wurde, und einer neuen Gemeindestraßenbrücke konzentrierten sich die Baumaßnahmen insbesondere auf die Errichtung des Geschieberückhaltewerkes. „Dabei handelt es sich um ein Filterbauwerk. Zur Ableitung der Energien von niedergehenden Murgängen wurde eine Winkelstützmauer in Stahlbeton mit rechts- und linksufrig abgewinkelten Flügeln zur seitlichen Einbindung gebaut. Der errichtete Stauraum umfasst ein Rückhaltevolumen von 16.100 m³ bei einem Verlandungsgefälle von 5%. Die wirksame Höhe des Bauwerkes beträgt im Bereich der Abflusssektion 10,4 Meter über Fundamentoberkante“, so Ing. Tributsch, der darauf hinweist, dass mit den noch ausstehenden Verbauungsmaßnahmen im Oberlauf des Glanzerbaches 2018 begonnen werden soll.

 

Text: Redaktion, Fotos: Die Wildbach, Osttirol heute

06. September 2017 um