Hoamatgfühl erleben: Touristisches Netzwerken in der LLA Lienz

Schülerinnen der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Lienz beleuchten die Situation der Privatvermieter in Osttirol und lassen sich zu „Superhosts“ ausbilden. Trends in der Vermietung sind genauso Thema, wie Kommunikation und Preisgestaltung.

Im Rahmen eines 2-jährigen Leaderprojektes beleuchten Schülerinnen der Landschaftlichen Lehranstalt Lienz gemeinsam mit dem Privatvermieterverband Osttirol, dem Tourismusverband Osttirol und der Agentur Kohl & Partner das Thema Privatvermietung im Bezirk und lassen sich zu „Superhosts“ ausbilden.

„Superhost“ ist der Titel des Projektes und bedeutet übersetzt so viel wie „der ideale Gastgeber“. Dieses Berufsbild speziell bei der jüngeren Generation in ein positives Licht zu rücken, ist das primäre Ziel des Projektes. Es soll gelingen, den Nachwuchs in der Privatvermietung aufzubauen, die touristische Gesinnung zu stärken und Ideen für die Verwendung von Leerständen zu sammeln.

Über vier Schulsemester befassen sich die zwölf Schülerinnen mit spannenden Themen wie Trends in der Vermietung, Kommunikation, Preisgestaltung, Betriebsführung und Finanzierung. In eigenen Projektwochen mit Schulworkshops und Exkursionen werden die wichtigsten Eckpfeiler für den Aufbau, den Betrieb oder die Fortführung von Privatvermietungen beleuchtet und analysiert.

Einfallsreichtum braucht es bei allen Beteiligten in den Bereichen „Roomlifting“ und „Upcycling“, wo es um den Ausbau und die Renovierung von bestehenden Zimmern und Ferienwohnungen geht, aber auch um die Reaktivierung von Leerständen.

 

Sarah Neuwirth stellt ihre Ideen bei einem Workshop zum Thema Familienbetriebe im Kesslerstadl in Matrei vor.

 

Markus Einhauer, Direktor der LLA Lienz, zeigt sich vom Projekt begeistert: „Gemeinsam mit unseren Schülerinnen und dem involvierten Lehrpersonal können wir zeigen, wie abwechslungsreich und praxisbezogen der Unterricht in unserer Schule ist. Die LLA Lienz zeigt einmal mehr auf, wie die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus sinnvoll gestaltet werden kann. Dieses Projekt hat Vorreiterpotential und könnte auch auf andere Schulen ausgeweitet werden.“

Elena Mattersberger, Schülerin der 10. Schulstufe der LLA Lienz: „Es ist ein sehr hilfreiches Projekt für meine Zukunft. Man lernt viel dazu, und ich kann dies bei der späteren Zimmervermietung, die auf meinem Familienhof in Aussicht ist, anwenden. Auch wenn man nicht die Möglichkeit hat, Zimmer zu vermieten, finde ich, dass dieses Projekt für die Zukunft helfen kann. Ideal wäre es, wenn so ein Projekt regelmäßig im Schwerpunkt Ernährung-Tourismus-Landwirtschaft an unserer Schule Einzug finden würde!“

Gerti Brugger, Obfrau des Privatvermieterverbandes Osttirol und Initiatorin des Projektes, zeigt sich ebenfalls begeistert vom Engagement der Projektgruppe: „Mit welchem Einsatz die Schülerinnen bei diesem Projekt mit dabei sind, ist für mich ein Garant dafür, dass wir zur richtigen Zeit an Lösungen für manche Problemstellungen arbeiten. Einige der Schülerinnen werden den elterlichen Betrieb und so auch einige Privatvermietungen übernehmen. Hier lernen sie, wie sie sich als ,Superhost‘ um die Gäste kümmern können. Andere wieder sprühen vor Ideen, wenn man das Thema Leerstände – gerade in der Landwirtschaft – aufgreift. Ein ideales Projekt für die Zukunft der Privatvermietung in Osttirol.“

Auch seitens des Tourismusverbandes Osttirol zeigt man sich vom Projekt begeistert: „Der TVB Osttirol hat als Projektträger das Leaderprojekt eingereicht und sich für die begleitende Agentur Kohl & Partner entschieden. Wir stellen nicht nur die finanziellen Eigenmittel zur Verfügung, sondern bringen uns auch bei den verschiedensten Workshops mit unserer Expertise ein. Mit der LLA Lienz – den 12 Schülerinnen und dem Lehrpersonal – haben wir die perfekten Partner gefunden, um dieses so wichtige Thema der Privatvermietung für den Osttiroler Tourismus auch über die nächsten Generationen hinaus zu stärken,“ so TVBO-Geschäftsführerin Barbara Nussbaumer.

 

Text: Redaktion, Fotos: LLA Lienz

28. Januar 2025 um