Herbstkonferenz des Bauernbunds in Lienz: „Wir Bauern brauchen stabile Grundlagen!“
In seinem Hauptreferat bezeichnete Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig Österreichs Landwirtschaft als „Vorreiter in Europa“. Auf EU-Ebene brauche es starke Allianzen, um aktiv gestalten zu können.
An der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Lienz fand am Dienstag, 19. November, die Herbstkonferenz des Tiroler Bauernbundes statt. Bezirksbauernobmann LA Martin Mayerl und Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler freuten sich über eine rege und offene Diskussion mit den anwesenden Bäuerinnen und Bauern bis spät in die Abendstunden.
Hauptreferent des Abends war Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der direkt von den Regierungsverhandlungen in Wien anreiste und sich zunächst bei den anwesenden Bäuerinnen und Bauern für die Unterstützung bei der Nationalratswahl am 29. September bedankte. Totschnig konnte in Osttirol mit 6.500 Vorzugsstimmen rund 60 Prozent aller VP-Stimmen auf sich vereinen.
In seinem Hauptreferat am Abend gab der Bundesminister Einblicke in die Landwirtschaft auf Bundes- und Europaebene. „Österreichs Landwirtschaft ist Vorreiter in Europa. Um diese Position zu stärken, braucht es auch in Zukunft eine nachhaltige, wettbewerbsfähige Landwirtschaft in Österreich. Dazu gilt es nun, die Rahmenbedingungen zu gestalten und die Qualitätsstrategie weiterzuentwickeln. Auf EU-Ebene benötigen wir dazu starke Allianzen, um aktiv gestalten zu können.“
Totschnig gilt als Vorreiter, was Schulterschlüsse auf EU-Ebene betrifft. Das hat er gerade im Umgang mit dem Raubtier Wolf unter Beweis gestellt: „Gerade beim Wolf ist uns ein echter Meilenstein gelungen. Der Sachverstand hat über die Ideologie gesiegt. Die EU-Mitgliedsstaaten haben nach unserem jahrelangen Einsatz mehrheitlich für die Senkung des Schutzstatus des Wolfes gestimmt. Damit ist der Weg für eine leichtere Regulierung des Großraubtieres Wolf geebnet. Der nächste Schritt ist nun die Herabstufung des Wolfes bei der Berner Konvention Anfang Dezember.“
Hauptreferent des Abends war Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der für die Herbstkonferenz des Bauernbundes von den Regierungsverhandlungen aus Wien nach Osttirol angereist ist.
„Im Bauernbund zählen die persönlichen Anliegen und die Herausforderungen unserer Mitglieder in den einzelnen Regionen. Wir nehmen die Themen, die unsere Bäuerinnen und Bauern bewegen, als Arbeitsauftrag in die unterschiedlichsten politischen Gremien mit und versuchen, sie in unserer politischen Arbeit umzusetzen. Deswegen ist der direkte Austausch mit unseren Mitgliedern so wichtig“, so Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler.
Bezirksbauernobmann Martin Mayerl gab einen Überblick über die Landwirtschaft im Bezirk. „Eine besondere Herausforderung ist und bleibt die Forstthematik. Hier brauchen unsere Waldbauern auch weiterhin eine gute Unterstützung, um die enormen Forstschäden aufarbeiten zu können. Viele kommen an ihre Grenzen. Seit Jahren wird jede freie Minute dafür verwendet, um Schadholz aus den Wäldern zu holen – oftmals unter widrigsten Umständen. Die geschnürten Forstpakete auf Bundes- und Landesebene, sind eine große Unterstützung. Wir werden diese Leistungen jedoch auch zukünftig brauchen, sonst werden wir der Lage nicht Herr.“
Als Landtagsabgeordneter und Agrarklubobmann berichtete Martin Mayerl auch aus der letzten Landtagssitzung. „Es hat abermals einen Antrag, dem die gesamte Oppostion zugestimmt hat, gegeben, wonach sämtliche Geldflüsse des Landes Tirol an die Landwirtschaftskammer einzustellen gewesen wären. Wenn unsere Bäuerinnen und Bauern die Bezirkskammer in Lienz und Einrichtungen wie die Rinderzucht Tirol etc. nicht mehr hätten, dann wäre das fatal. Wir konnten den Antrag zum Glück mehrheitlich mit mit den Stimmen der Regierungsparteien ablehnen“, so Mayerl.
Fotos: Tiroler Bauernbund

