Die Faschingalm hoch über Lienz ist wieder voller Leben
Sechs Jahre lang war der Berggasthof Faschingalm am Lienzer Zettersfeld nicht bewirtschaftet. Andreas Franz hat den traditionsreichen Betrieb im Feber dieses Jahres gepachtet und führt ihn gemeinsam mit seinem Team als Ganzjahresbetrieb.
Wer von Lienz hinauf auf das Zettersfeld fährt, erreicht auf 1.662 Metern Seehöhe einen Platz mit besonderer Aussicht. Hoch über der Stadt liegt hier der Berggasthof Faschingalm mit freiem Blick auf die Gipfel der Schobergruppe, auf die Lienzer Dolomiten und ins Drautal. Seit dem 12. Feber dieses Jahres hat der 44-jährige Lienzer Andreas Franz den Berggasthof von den Eigentümern aus Deutschland gepachtet und bewirtet seitdem gemeinsam mit seinem Team die Gäste.
Vom Maschinenbau in die Gastronomie
Andreas Franz, ein gebürtiger Lienzer, war ursprünglich Maschinenbautechniker. 2011 wechselte er in die Gastronomie und absolvierte dafür auch eine umfassende Ausbildung. Den Berufswechsel hat er, wie er betont, noch nie bereut. „Ich arbeite einfach gerne mit Menschen. Der persönliche Kontakt mit den Gästen und die Freude, wenn sie sich bei uns wohlfühlen, machen für mich diesen Beruf aus.“
Mit Andreas Franz und seiner Tochter Johanna beginnt ein neues Kapitel in der langen Geschichte des traditionsreichen Gastbetriebes.
Seit der heurigen Saison trägt der 44-Jährige gleich für zwei Häuser Verantwortung: Neben der Faschingalm bewirtschaftet er gemeinsam mit seinem Team auch das Sadnighaus im Mölltal, eine Alpenvereinshütte mit rund 40 Betten. Zum Team gehört auch seine Tochter Johanna, die sich als ausgebildete Köchin vor allem in der Küche einbringt. Die Faschingalm führt Franz bewusst als Ganzjahresbetrieb. Mitten im Skigebiet Zettersfeld gelegen, ist die Berghütte im Winter eine beliebte Anlaufstelle für Skifahrer und Skitourengeher. Anders als viele klassische Berggasthöfe steht die Faschingalm auch während der Zwischensaisonen für Gäste offen. Im Sommer lädt das Team von Freitag bis Sonntag zur Einkehr ein.

Bodenständig und aus der Region
In der Küche setzen Andreas und Johanna auf eine klare Linie. Gekocht wird bodenständig und mit möglichst vielen Produkten aus der Region. Von Knödeln bis hin zu den Kasspatzln wird alles selbst gemacht – auf Fertigprodukte wird verzichtet. Regionalität beginnt für den Wirt schon bei den Zutaten. „Wenn es irgendwie möglich ist, kaufe ich in der Nachbarschaft ein“, so der Gastronom. Eier, Kartoffeln oder Milch bezieht Andreas beispielsweise von Bauern aus der Umgebung. Bewusst hält er die Speisekarte überschaubar und wechselt das Angebot regelmäßig. Eine eigene Quelle mit Fischteich eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. „Im Herbst möchte ich auch Fischspezialitäten anbieten.“

Auszeit mit Blick über Lienz
Das Ambiente trägt wesentlich zum Charakter des Hauses bei. Rund 45 Gäste finden in der urigen Gaststube, in der ein Kamin für eine heimelige Atmosphäre sorgt, Platz. Auf der großzügigen Sonnenterrasse können rund 100 Gäste sitzen. Von dort schweift der Blick über die Osttiroler Bezirkshauptstadt, die Schobergruppe und die Lienzer Dolomiten hinaus ins Drautal bis zum Kärntner Tor. „Besonders schön ist es, wenn über dem Talboden eine geschlossene Nebeldecke liegt, während man hier oben bereits in der Sonne sitzt und den Panoramablick auf die umliegende Bergwelt genießen kann“, streicht Andreas besondere Vorzüge heraus.

Die Faschingalm eignet sich auch für Geburtstags-, Familien-, Vereins- und Firmenfeiern. Dafür stellt das Team auf Wunsch individuelle Menüs zusammen. Auf Anfrage kann man auf der Sonnenterrasse auch ein Frühstücksbuffet genießen. Darüber hinaus sind eigene Veranstaltungen geplant. Ein großer Vorteil ist die einfache Erreichbarkeit: Der Berggasthof kann ganzjährig über eine mautfreie Straße angefahren werden. Im Winter kommen Skifahrer und Skitourengeher, im Sommer und in den Zwischensaisonen zählen Wanderer, Bergsteiger und Radfahrer ebenso zu den Gästen wie Motorrad- oder Oldtimerfahrer.
Das Zettersfeld bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und Radtouren. Beliebte Ziele sind etwa das Schoberköpfl, die Schleinitz, die Neualplseen oder das Debanttal mit der Lienzer Hütte. Damit spricht die Faschingalm sowohl sportlich Aktive als auch Gäste an, die einfach einige Stunden am Berg verbringen, abschalten und die Aussicht genießen möchten.

Übernachten auf 1.662 Metern
Wer länger bleiben möchte, findet hier eine besondere Übernachtungsmöglichkeit: Im Obergeschoss der Faschingalm befindet sich ein rund 80 Quadratmeter großes Loft für bis zu vier Personen. Zur Ausstattung gehört u.a. auch eine eigene Sauna. „In Zukunft möchten wir das Übernachtungsangebot noch erweitern“, informiert der Wirt. Direkt neben dem Berggasthof sind drei luxuriöse Chalets zur Vermietung geplant. Mit dem Bau soll noch heuer begonnen werden. Für Andreas Franz geht es bei all diesen Angeboten letztlich um einen einfachen Gedanken: „Menschen sollen auf der Faschingalm gerne zusammenkommen – zum Essen, nach einer sportlichen Tour, für eine Feier oder einfach für eine Auszeit am Berg.“

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger




