Sommerreiseverkehr in Tirol: Weniger Verkehr, weniger Schadstoffe

Die Luftbelastung durch Stickstoffdioxid ist in Tirol um 18 % gesunken. An der Amlacherkreuzung in Lienz wurde 20 % weniger Stickstoffdioxid gemessen.

In einer gemeinsamen Erhebung des Sachgebietes Verkehrsplanung, des Fachbereiches Luftgüte und der Landesverkehrsabteilung der Polizei wurden Verkehrs- und Unfalldaten sowie die Luftbelastung für den Sommerreiseverkehr im Zeitraum zwischen 1. Juni und 30. September 2020 mit den Daten des Vorjahres verglichen. Der Gesamtverkehr hat in der Hauptreisezeit beispielsweise auf der Hauptmautstelle Schönberg um 20,5 Prozent, an den Landesstraßen B und L um durchschnittlich etwa 6,5 Prozent abgenommen. Die Luftbelastung durch Stickstoffdioxid, dessen Hauptverursacher der Verkehr ist, ist tirolweit um 18 Prozent zurückgegangen. An der Amlacherkreuzung in Lienz wurden im Vorjahr 25 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter gemessen, im heurigen Sommer waren es nur 20 Mikrogramm, ein Rückgang also von 20 Prozent.

Tirolweite Erhebung zu Verkehr und Luft

Für die Erhebung wurden die Informationen von der Hauptmautstelle Schönberg, von 19 verschiedenen Verkehrszählstellen an den Landesstraßen B und L und von fünf Luftgütemessstellen (bei Vomp an der A12 und Mutters/Gärberbach an der A13 in der Kategorie „verkehrsnahe” Messstelle, die Messstellen in der Innsbrucker Fallmerayerstraße und an der Amlacherkreuzung in Lienz in der Kategorie „städtisch” sowie die an der L 355 in Heiterwang als „ländlicher” Vergleichswert) herangezogen, um ein für das ganze Land repräsentatives Ergebnis zu erreichen.

Die prozentuellen Rückgänge beim Gesamtverkehrsaufkommen an den Bundes- und Landesstraßen reichen von 22,5 Prozent an der Fernpassstraße bis zu 1,4 Prozent in Thaur auf der B 171. Minimale Zuwächse im Vergleich zum vergangenen Sommer ergaben sich in und rund um Innsbruck. Der Schwerverkehr ging im Vergleichszeitraum auf der Brennerautobahn um 9,6 Prozent und der LKW-Gesamtverkehr an den Landesstraßen B und L im Durchschnitt um 6,3 Prozent zurück, wobei die Messstelle am Brennersee mit 49 Prozent den höchsten Rückgang und die an der Lechbrücke in Lechaschau sogar einen leichten Zuwachs von 4 Prozent zu verzeichnen hat.

Weniger Unfälle und Verletzte

In der vorläufigen Statistik der Polizei zeigt sich auch ein Rückgang bei den Verkehrsunfällen und bei den Verletzten. Die Anzahl der getöteten Personen stieg jedoch von 12 auf 15. In den vier evaluierten Monaten gab es im Vergleichszeitraum zum Vorjahr 152 weniger Unfälle mit Personenschaden. Insgesamt wurden im Jahr 2020 zwischen Anfang Juni und Ende September bei 1.834 Verkehrsunfällen 2.079 Personen verletzt. Auf den Autobahnen und auf der Schnellstraße S16 wurden im Vorjahr 98 Personen verletzt, im heurigen Sommer 55.

 

Text: Redaktion, Foto: Osttirol heute

21. Oktober 2020 um