Verein Anraser Pfleghaus: Osttirol Cup traf auf Weltcup und Sophia Waldauf
Vor der Siegerehrung des Raiffeisen Osttirol Cups Alpin und Nordisch wurde der Film „STAMS“ gezeigt. Die Osttiroler Skirennläuferin Sophia Waldauf war Ehrengast.
Wenn im Frühjahr die Siegerehrung des Raiffeisen Osttirol Cups Alpin und Nordisch ansteht, treffen sich ein letztes Mal in der Rennsaison die jungen SportlerInnen, deren Eltern und die Funktionäre. Dann ist aufgeregtes „Gewusel” angesagt, denn die jungen RennläuferInnen sind voll froher Erwartung. Die Redner loben ihren Kampfgeist, ihren Ehrgeiz und ihr Durchhaltevermögen, danken den Eltern und den Vereinen für die Unterstützung des hoffnungsvollen Nachwuchses.
Dann werden die Sieger aufgerufen, die stolz auf die Bühne eilen. Auf dem Podest werden strahlend die Trophäen in Empfang genommen, beim Siegerfoto wird schon die richtige Pose eingenommen, und zurück auf dem Platz werden die Preise von Eltern und Geschwistern gebührend bestaunt. So war es auch dieses Jahr im Anraser Kultursaal. Der Schiverein Anras, der TSV Osttirol und der Hauptsponsor Raiffeisen hatten eingeladen, und alle kamen. Und doch war etwas anders als sonst: Es gab ein spezielles Rahmenprogramm, und es gab einen ganz besonderen Gast.
Es wurde der Film STAMS gezeigt, und eine seiner Protagonistinnen, nämlich Sophia Waldauf, war anwesend. Die Osttiroler Sportlerin startete heuer erstmals im alpinen Skiweltcup und wurde mit kräftigem Applaus begrüßt. Dann herrschte 97 Minuten gespannte Stille, denn der Dokumentarfilm über das Leben im Schigymnasium Stams zog jeden der insgesamt über 200 Besucher in den Bann.

Man erlebte hautnah, wie sich die jungen SportlerInnen beim Training bis zur totalen Erschöpfung verausgaben, wie ihre Betreuer akribisch kleinste Details analysierten, um die Leistung zu optimieren, wie wichtig Eigenmotivation, aber auch Forderung seitens der Trainer ist, wie mit modernsten medizinischen und psychologischen Methoden Verletzungsrisiken minimiert werden und, falls es dann doch einmal passiert, die Reha beschleunigt wird. Und wie neben dem Sport auch die Schule ernst genommen werden will.
Man erlebte aber auch, dass in Stams Freundschaften gepflegt werden und Gemeinschaft gelebt wird. Es wird viel gelacht und herumgealbert, man fühlt, dass die jungen Talente mit Spaß, Leidenschaft und Herzblut dabei sind. Und nicht zuletzt wird einem bewusst, wie nah Erfolg und Scheitern beieinander liegen – sei es, dass irgendwann das Talent nicht mehr reicht oder dass eine Verletzung Schicksal spielt.
Nach dem Film betrat Sophia Waldauf die Bühne. Mit ihrem strahlenden Lächeln und ihrer starken Präsenz nahm sie das Publikum sofort für sich ein. „Zach” sei sie gewesen, die Zeit in Stams, und sie sei stolz, dass sie es geschafft hat. Geholfen habe ihr, dass sie einfach gerne Ski fährt.
„Ohne Sport bin ich nicht ich selbst. Im Moment mache ich genau das, was ich immer schon wollte“, betonte Sophia. So, wie sie es sagt, kauft man es ihr ab. Und so, wie sie sich präsentiert, taugt sie zum Vorbild für die Jungen. Kein Wunder, dass sie danach Schlange standen für ein Autogramm, zu dem es stets noch ein Lächeln gab und ein freundliches Wort.
Text: Redaktion, Fotos: Anraser Pfleghaus

