Ganz Lienz im Banne des 31. Red Bull Dolomitenmannes
Traumhafte Rahmenbedingungen für die 31. Auflage des Dolomitenmannes. Tausende Fans jubelten den Athleten zu. Der Sieg ging an das Team Kolland Topsport Professional.
Mastermind und Red Bull Dolomitenmann-Erfinder Werner Grissmann eröffnete am Samstag, 8.9.2018, pünktlich um 10.00 Uhr, die 31. Ausgabe des härtesten Teambewerbs der Welt. Getragen vom tosenden Applaus der Zuschauer sprinteten 124 Bergläufer über die Startlinie am Lienzer Hauptplatz. 12 Kilometer und 2.000 Höhenmeter waren für die Athleten wie Berglaufweltmeister Joseph Gray zu überwinden. Zudem stand auch 2018 viel sportliche Prominenz am Start: Snowboardweltmeister Benjamin Karl und der ehemalige Weltklasse-Biathlet Christoph Sumann gingen für das Wings for Life-Team ins Rennen.
Der US-Amerikaner Joseph Gray, 2016 Weltmeister im Berglaufen, lief in einer Gesamtzeit von 1.22,20,3 Stunden einen souveränen Start-Ziel-Sieg, permanent dicht verfolgt von Jungstar Anton Palzer (GER). Eine Klasse für sich war auch der Schweizer Paragleiter Christian Maurer, der sowohl bei der Zwischenlandung auf der Moosalm (01:36:18,5 Stunden), als auch im Dolomitenstadion mit Bestzeit von 01:52:27,7 Stunden einflog. Vorjahressieger Aaron Durogati (ITA) gelang es auf den ersten Flugminuten, den vor ihm gestarteten Lukas Rifesser vom Team Red Bull zu überholen. Mit der reinen Flugzeit von 00:29:14,5 Stunden übergab Durogati an seinen Mountainbiker und sicherte sich so erneut den Einzelsieg der Paragleiter. Auch Mountainbiker Daniel Geismayr überzeugte mit einer Topleistung: Er übergab als Führender an seinen Kajak-Fahrer und erzielte den Einzelsieg der Mountainbiker mit einer Zeit von 01:37:35,0 und den Gesamtsieg. Damit hat es ein Team erstmals in der Geschichte des Red Bull Dolomitenmannes geschafft, drei der vier Einzeldisziplinen für sich zu entscheiden!
Die Stimmung im größten Hotspot des Red Bull Dolomitenmannes, dem Lienzer Dolomitenstadion, war erneut grandios.
Wie Geismayr und Gray „packte“ auch Kajaker Lukas Kubrican souverän den Sieg in seiner Disziplin in 00:36:44,1 Stunden. „Heute ging es um Wiedergutmachung. Ich wollte meinem Team zeigen, dass ich stark laufen kann. Im Vorjahr bin ich schon sehr müde hergekommen, was keine Entschuldigung sein soll, aber dann habe ich noch einige Fehler gemacht. Ich wollte es heuer einfach besser machen“, fasste Joseph Gray seine Tagesleistung treffend zusammen. „Die Bedingungen waren gut, es hat mich motiviert, dass das Wetter für alle gleich war. Schlussendlich war der Flug super, aber ich habe einen kleinen Fehler mit den Leinen gemacht, war aber froh und auch stolz, als Erster ins Stadion einfliegen zu dürfen. Das ist sicher das Größte, was man hier erleben darf. Mein Fehler mit den Leinen hat mir etwa eine Minute Zeit gekostet“, so der Paragleit-Gesamtzweite Christian Maurer. „Es ist faszinierend, und ich bin so froh, im Team gewonnen zu haben. Ich versuchte, sicher zu paddeln, um die Führung zu behalten, aber es war wirklich hart. Der Druck war groß, aber ich weiß, dass ich mental stark bin, und ich freue mich sehr über den Sieg“, gab Kajaksieger Lukas Kubrican emotionale Einblicke in seine Gefühlswelt. „Es war auf jeden Fall sehr hart. Als Erster zu starten, ist schwer, wenn man niemanden vor sich hat. Man muss schauen, nicht zu schnell los zu fahren. Die Route über den neuen Lakata-Trail zu fahren, war echt lässig. Das gibt der Strecke noch das gewisse Etwas. Der technische Anteil war sehr cool“, zeigte sich Mountainbike-Sieger Daniel Geismayr begeistert über den neuen Streckenabschnitt.
„Es ist unglaublich, denn es wird immer mehr. Wir hatten bis zu 35.000 Zuschauer heute, die Stimmung war unglaublich, und auch das Wetterglück blieb uns hold. Letzte Woche wäre nichts gegangen. Für so eine großartige Kulisse braucht es einfach Schönwetter, aber ich habe Gott sei Dank die Handynummer von Petrus. Das funktioniert seit 31 Jahren, und nur drei Mal konnten wir nicht fliegen“, so Veranstalter Werner Grissmann mit einem Augenzwinkern. „Die Athleten wissen, dass der Red Bull Dolomitenmann der Bewerb für die Härtesten unter der Sonne ist. So bezeichneten wir ihn die ersten zehn Jahre lang. Ab dann gings bis weit in die Dolomiten rauf, und es wurde ´härter, steiler, geiler´, und jetzt ist es weitaus der härteste Teambewerb der Welt!”, so Grissmann.
Trotz eines Paddelbruchs machte Harald Hudetz einen Platz gut und brachte seinem Team Gesamtplatz drei.
Text: Redaktion, Fotos: Mirja Geh, Christopher Kelemen, Samo Vidic (Red Bull Contentpool)

