Obertilliach: Norwegen dominiert IBU-CUP, Vanessa Hinz beendet Karriere
Bei den Herren gewann am 4. Feber Vebjoern Soerum. Bei den Damen gewann Juni Arnekleiv. Die deutsche Top-Biathletin Vanessa Hinz beendete in Obertilliach ihre Karriere.
Traumhafter Sonnenschein und absolute Windstille herrschten am Samstag, 4. Feber, in Obertilliach beim Abschluss des IBU-CUP. 82 Athletinnen nahmen das 7,5 km lange Sprintrennen, 108 Biathleten das 10 km lange Sprintrennen in Angriff. Nachdem Ex-Weltmeister Dmytro Pidruchnyi, der sich Donnerstag mit Rang drei das WM-Ticket für die Ukraine erkämpft hatte, am Samstag nicht an den Start ging, stand der Südtiroler Lukas Hofer im Blickpunkt. Der sechsfache Weltcup-Sieger und Olympia- sowie WM-Medaillengewinner gab in Obertilliach nach einer langen Verletzungspause ebenso sein Comeback wie der Ukrainer vor zwei Tagen.
Sieger Vebjoern Soerum
Wieder norwegischer Doppeltriumph
Bei den Männern dominierten einmal mehr die Biathleten aus Norwegen, doch die Siegergesichter von Donnerstag tauschten die Plätze. Europameister Vebjoern Soerum gewann trotz eines Fehlers beim Liegendschießen nach einer überragenden Leistung in der Loipe vor dem fehlerfreien Endre Stroemsheim, der seine Führung im IBU-CUP weiter ausbauen konnte. Dem Norweger, der 9,6 Sekunden Rückstand auf Vebjoern hatte, winkt in der nächsten Saison ein Fixplatz im Weltcup. Auf Rang drei kam der Schwede Anton Ivarsson (1 Fehler) mit 23 Sekunden Rückstand.
Als bester Österreicher landete erneut Patrick Jakob nach einem Schießfehler auf Rang 30. Fredrik Mühlbacher wurde 38., Magnus Oberhauser 61. und Andreas Hechenberger, der makellos am Schießstand war, 65. Sebastian Trixl beendete den IBU-CUP mit drei Liegendfehlern auf Rang 83.
Lukas Hofer am Schießplatz
Lukas Hofer beendet Saison in Obertilliach
Viele Blicke waren auf den Südtiroler Lukas Hofer gerichtet. Seit 1,5 Jahren schlägt er sich mit Verletzungen herum, in Obertilliach feierte er sein Comeback, das aber nicht nach Wunsch verlief. „Nach fünf Schießfehlern und einer nicht optimalen Leistung in der Loipe war Platz 53 nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich bin noch lange nicht dort, wo ich vor der Verletzung war. Die Weltmeisterschaft in Oberhof ist für mich kein Thema mehr und ich will keinem jungen Athleten einen Platz wegnehmen. Die Saison ist für mich vorbei, und der Fokus gilt einer verletzungsfreien Vorbereitung auf die nächste.“
Bei den Damen siegt die Norwegerin Juni Arnekleiv vor Fuyuko Tachizaki (JPN) und Selina Grotian (GER).
Norwegischer Sieg auch bei Damen, Gandler im WM-Endspurt
Wie bei den Männern dominierte Norwegen auch bei den Damen. Trotz zweier Fehlschüsse setzte sich Juni Arnekleiv mit der schnellsten Laufzeit 5,9 Sekunden gegen die fehlerfreie Japanerin Fuyuko Tachizaki durch. Rang drei holte sich mit einem Fehlschuss die deutsche Europameisterin Selina Grotian, die bei der JWM in wenigen Wochen als große Medaillenkandidatin gilt. Die erst 22-jährige Lisa Osl aus Angerberg legte mit Rang 29 eine Talentprobe ab, ihr unterliefen zwei Fehler im Liegendschießen. Dahinter platzierten sich Kristina Obertaler als 48., Julia Schwaiger als 50., und Anna Gandler holte bei ihrem „Trainingsrennen“ Rang 51.
Vanessa Hinz wird im Ziel gefeiert.
Grande Dame Deutschlands sagt Adieu
Nach den beiden Rennen kam es zu einem sentimentalen Abschied einer ganz Großen des Biathlonsports: Vanessa Hinz aus München beendete nach 11 Weltcupsiegen, einen im Einzel, drei Mal Gold und vier Mal WM-Silber sowie einer Olympiabronzemedaille ihre Karriere. „Ich habe als Nachwuchssportlerin meinen ersten Lehrgang im Biathlon und mein erstes Rennen überhaupt in Obertilliach gemacht, deshalb wollte ich auch hier meine Karriere beenden. Meine Familie war auch hier, und mit den Jungs habe ich auf der Strecke eine Showeinlage gemacht. Das Rennen hat nochmals so richtig Spaß gemacht, und mit Platz zehn bin ich super zufrieden. Jetzt beginnt in meinem Leben ein neues Kapitel“, freute sich die 30-Jährige.
Text: Redaktion, Fotos: Deubert/foto-deubert.de, Roseneder