Neues Rapid-Präsidium auf der Suche nach Sponsoren
Dr. Johannes Hilbler und Univ.-Doz. Dr. Günther Neumayr sind neu im Präsidium des SV Rapid Lienz. Das Hauptaugenmerk wird künftig auf Nachwuchsförderung und Finanzielles gelegt.
„Den Hauptsponsor Tirol Milch haben wir aufgrund der Fusion mit der Berglandmilch verloren, obwohl wir einen 3-Jahres-Vertrag in Händen hatten“, bedauert Robert (Didi) Müller, der die Funktion des Obmannes des SV Rapid Lienz im Februar des heurigen Jahres von Peter Strohmayr übernommen hat. Ab sofort wird das Aushängeschild des Osttiroler Fußballs „Tirol Milch“ nicht mehr im Vereinsnamen tragen. Am 10. Juli 2012 präsentierte Müller das neue Präsidium mit „namhaften Persönlichkeiten aus Stadt und Umgebung“.
Univ.-Doz. Dr. Günther Neumayr (links) und RA Dr. Johannes Hibler gehören ab sofort dem Sechser-Präsidium von Rapid Lienz an.
Dieses Gremium soll als zweites gemeinsam mit dem Vorstand neue Sponsoren finden. Ein neues Mitglied des Präsidiums ist der frühere Lienzer Bürgermeister und Rechtsanwalt Dr. Johannes Hibler. „Wir wollen die Marke Rapid Lienz wieder aufpolieren. Diese Mannschaft hat nämlich mehr Unterstützung verdient“, betonte Hibler. Mit einer besseren Positionierung in der Öffentlichkeit möchte Hibler mehr Zuschauer für die Spiele gewinnen und vor allem neue Sponsoren anstelle des abhanden gekommenen Hauptsponsors Tirol Milch finden. „Sollte es uns nicht gelingen, einen finanzkräftigen Sponsor zu finden, müssen wir mit Bandenwerbung, Unterstützung von Firmen und Einzelpersonen sowie durch Mitgliederwerbung versuchen, Geld in die Vereinskasse zu bringen“, erklärte das neue Präsidiums-Mitglied. 140 000 Euro beträgt das Jahresbudget des Vereines, rund 60% davon gehen in die Nachwuchsförderung. Die Ausbildung der Jungen und deren Heranführung an die Kampfmannschaft sieht Obmann Robert Müller neben einem sicheren finanziellen Fundament als wichtigste Aufgabe der Vereinsführung. „Ich bin stolz darauf, dass wir größtenteils mit Spielern aus Osttirol das Auslangen finden. Das Projekt U18+4 ist zwar kostspielig, aber wichtig für einen starken Unterbau, und die Jungen können bei diesen Spielen Selbstvertrauen tanken, bevor sie in der Kampfmannschaft eingesetzt werden“, lobt Müller das Nachwuchsprojekt, das 12.000 Euro im Jahr kostet. Eng zusammengearbeitet wird in der Nachwuchsförderung nicht nur mit dem SV WR Nußdorf-Debant, sondern auch mit anderen Vereinen aus der Umgebung der Bezirkshauptstadt.
Trainer Bernhard Hanser (links) und Obmann Robert Müller wollen Spieler für die Kampfmannschaft größtenteils aus den eigenen Nachwuchsreihen rekrutieren.
„Wir waren die sechstbeste Frühjahrsmannschaft und wollen auch in Zukunft mit eigenen Leuten erfolgreich sein, wobei es durchaus auch gerechtfertigt ist, den einen oder anderen Spieler beispielsweise aus Oberkärnten anzuwerben. Teure Spieler zu holen, wäre der finanzielle Selbstmord für den Verein“, geht Trainer Bernhard Hanser mit Vereinsobmann Müller konform. „Die Leute sollen bei Rapid Lienz spielen, weil sie weiterkommen wollen, und nicht, um möglichst viel Geld zu verdienen“, so Hanser. Neben Reinhard Eder, Martin Ortner und Mag. Christoph Höbinger sind auch der bisherige Präsident Ägidius (Gidi) Pirkner und Univ.-Doz. Dr. Günther Neumayr Teil des neuen Sechser-Präsidiums. „Hauptgrund für die vielen neuen Zivilisationskrankheiten ist die immer stärker um sich greifende Inaktivität. Ich will mit Fußball die Jugend wieder intensiver zum Sport bringen, und wir werden auch wieder anfangen, Leistungsdiagnostik sowohl für die Nachwuchsmannschaften als auch für die Kampfmannschaften anzubieten“, erklärte der Sportmediziner Günther Neumayr seine Aufgaben im Gremium.
„Talent macht für mich beim Fußball nur 20% aus, entscheidend sind Einsatz und Wille. Ich will probieren, ein Haus zu bauen, das Wichtigste dabei ist das Fundament. Ich sehe es deshalb als meine Aufgabe an, bei der Nachwuchsförderung in die Breite zu arbeiten“, so Trainer Bernhard Hanser abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger