Motocrosser Johannes Wibmer: Adrenalin-Kick im Rausch der Geschwindigkeit
Mit seiner 125er GASGAS holte sich der 19-jährige SICK-Series-Fahrer aus Kals in der Anfang Oktober zu Ende gegangenen Int. Österreichischen Staatsmeisterschaft den Vize-Meistertitel.
Die steilen Hänge von Oberpeischlach sind wohl ein guter Boden für Biker. Fabio Wibmer hat es mit seinen spektakulären Web-Videos zu internationaler Bekanntheit gebracht und in seiner Kindheit und Jugend ebenso seine gesamte Freizeit mit Mountain-, Trial- und Motocross-Bikes verbracht wie sein Bruder Florian. Dies gilt auch für Gabriel Wibmer. Sie alle sind Cousins von Johannes und in dessen unmittelbarer Nachbarschaft in der kleinen Kalser Ortschaft aufgewachsen.
„Auf dem Feld meines Onkels habe ich im Alter von vier Jahren begonnen, mit der Cross meine Runden zu drehen. Eine 50er Kubik war das erste Motorrad, das mir mein Papa gekauft hat“, erzählt Johannes von den Anfängen seiner großen Leidenschaft.

Hobbycups waren die ersten Rennen, an denen der junge Kalser teilnahm – und bald schon stellten sich Erfolge ein. Ab 2012 siegte er mehrere Male beim KTM Kini Alpencup. In der 65ccm-Klasse gewann Johannes 2015 die internationale österreichweite Junior Challenge. 2016 stieg er auf die 85er Kubik um und wurde bei seiner 1. Int. Staatsmeisterschaft Zweiter. In der laufenden Saison holte er sich mit seiner 125ccm GASGAS nach harten Fights mit dem Ungarn Boldiszsar Nikolics den Vize-Staatsmeistertitel.

Motocross-Rennen werden auf abgesperrten Offroad-Strecken ausgetragen, die verschiedene Elemente wie Sprünge, Anliegerkurven, Wellenabschnitte oder Hindernisse enthalten. „Die Strecken sind anspruchsvoll und erfordern von uns Fahrern neben Geschicklichkeit auch Ausdauer, Kraft und vor allem Erfahrung. Insbesondere zählt aber auch die mentale Stärke. Kraft und Ausdauer trainiere ich in meinem kleinen Fitnessraum im Keller, beim Eishockey- Spielen oder beim Radfahren“, erzählt der HTL-Schüler.

Papa Georg begleitete den jungen Kalser immer schon bei den Rennen, und Freundin Sophia fährt inzwischen auch immer öfter mit. Die Anreise mit dem Tourbus, in dem auch übernachtet wird, erfolgt meist am Vortag. „Man sucht sich einen Platz im Fahrerlager und trifft sich mit den Kollegen. Die Atmosphäre im Fahrerlager schätze ich sehr. Man tauscht sich aus und hat vor allem auch viel Spaß.“

In letzter Zeit fasziniert den jungen Osttiroler abseits der Rennen immer mehr auch der Bereich Freeride-Motocross (FMX). „Dabei bin ich mit meiner Cross im freien Gelände unterwegs und erkunde herausforderndes Terrain, wie z.B. auch im Tauerntal in Matrei. Ich versuche, Sprünge über Hindernisse wie Rampen, Mauern oder Dächer und viel Action einzubauen. Direkt hinter unserem Haus in Oberpeischlach probiere ich auf einer eigens dafür angefertigten Rampe immer wieder Neues aus.“

Johannes widmet sich auch immer öfter dem Anfertigen von spektakulären Videos. „Video-Drehs machen mir sehr viel Spaß. Auf Social Media, also auf YouTube, Instagram und TikTok, bin ich sehr aktiv. Für mich ist es eine ganz neue Herausforderung, nicht nur spektakuläre Stunts zu versuchen, sondern auch meine Kreativität in die Produktion von Videos einzubringen.“

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger
