Mikaela Shiffrin gewinnt RTL von Lienz und schreibt Skigeschichte

Mit ihrem 63. Weltcupsieg setzte sich Mikaela Shiffrin in der ewigen Bestenliste vor Annemarie Moser-Pröll an die vierte Stelle. Österreicherin Katharina Liensberger holte 3. Platz.

Im Dezember 2011 ging in Lienz der Stern der Ausnahmekönnerin Mikaela Shiffrin auf. Damals holte die US-Amerikanerin im Alter von erst 16 Jahren am Hochstein mit Rang drei ihren ersten Podestplatz im Weltcup. Vor zwei Jahren triumphierte sie beim Slalom in Osttirol, und am 28. Dezember 2019 dominierte sie beim Jubiläums-Weltcup von Lienz den Riesenslalom mit 1,36 Sekunden Vorsprung auf die Italienerin Marta Bassino und 1,82 Sekunden vor der Vorarlbergerin Katharina Liensberger. Mit ihrem 63. Weltcupsieg übertrumpft Shiffrin in Sachen Anzahl der Weltcupsiege Annemarie Moser-Pröll. Im ewigen Ranking schob sie sich hinter Ingemar Stenmark (86 Siege), Lindsey Vonn (82) und Marcel Hirscher (67) an die vierte Stelle.

 

Mikaela Shiffrin fuhr in beiden Durchgängen Bestzeit.

 

Shiffrin: „In Lienz hat mein Traum begonnen!“

Sichtlich emotional zeigte sich Mikaela Shiffrin, die in beiden Durchgängen Laufbestzeit fuhr, bei der Flower Ceremony. Im Anschluss sagte die US-Amerikanerin: „Es war heute ein mental anspruchsvoller Kampf. Nach Courchevel bin ich gut zurückgekommen, und ich habe mich speziell auf das Wochenende in Lienz vorbereitet. Osttirol ist ein ganz spezieller Platz für mich. Denn hier hat mein großer Traum, eine der besten Skifahrerinnen der Welt zu werden, begonnen. Deshalb zählt dieser Sieg, mit dem ich vor dem Rennen nicht gerechnet hätte, sehr viel für mich.“ Schon im ersten Durchgang zeigte die 24-Jährige, dass sie nach einem kurzen Formtief wieder voll da ist. Sie distanzierte die Italienerin Marta Bassino um 61 Hundertstelsekunden und Federica Brignone, die RTL-Siegerin von Lienz von 2017, um 0,74 Sekunden.

 

Die Vorarlbergerin Katharina Liensberger fuhr im 1. Lauf auf den siebten Rang. Mit einer starken Leistung im 2. Durchgang holte sie schließlich den 3. Platz.

 

Stark fuhr auch die Österreicherin Katharina Liensberger, die mit 1,33 Sekunden Rückstand als Siebente in die Entscheidung ging. Im zweiten Durchgang erwischte die Vorarlbergerin dann einen nahezu perfekten Lauf und musste sich schließlich nur Shiffrin und Bassino geschlagen geben. Liensberger holte mit ihrem dritten Platz den ersten Podestplatz für den ÖSV im Riesentorlauf seit rund einem Jahr. „Dieser dritte Platz fühlt sich großartig an. Die letzte Zeit war sehr schwierig, und endlich konnte ich heute zeigen, was ich kann. Im zweiten Durchgang riskierte ich alles und habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das Gesamtpaket hat absolut gestimmt.“

 

Die Stadt Lienz präsentierte sich bei prächtigem Wetter wieder einmal von ihrer besten Seite. Prall gefüllt war das Zielstadion am Hochstein.

 

Morgen, 29. Dezember, fällt um 10.00 Uhr am Hochstein der Startschuss zum 1. Durchgang des letzten Damen-Weltcuprennens des Jahres. Um 13.00 Uhr folgt der zweite Lauf des Slaloms. Heute beginnt um 18.00 Uhr am Lienzer Hauptplatz das Rahmenprogramm mit der Siegerehrung, der Startnummernauslosung und vielen Live-Acts.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Expa Pictures

28. Dezember 2019 um