Lienz: Viel Spaß und Gemeinschaft bei „Roundnet“
Anja und Benjamin Blaßnig haben eine Vision: Sie wollen in Osttirol eine junge, dynamische und vor allem gut vernetzte Szene für die Trendsportart „Roundnet“ schaffen.
Als die beiden PädagogInnen im September 2022 von Wien in Anjas Heimatstadt Lienz zogen, war beiden klar, dass sie ihre Leidenschaft für die Nischentrendsportart „Roundnet“ – auch „Spikeball“ genannt – auch in Osttirol weiter ausleben möchten. Inzwischen haben sich Benjamin – er stammt aus Schwechat bei Wien – und Anja gemeinsam mit ihren Kindern Nora (9) und Livia (6) in Patriasdorf ein gemütliches Zuhause geschaffen.

Anja arbeitet als Pädagogin im Reha-Zentrum Ederhof in Stronach, Benjamin als Lehrer für Deutsch und Sport an der Mittelschule Egger-Lienz. Im Zentrum der Sportart „Roundnet“ steht ein trampolinartiges Netz. „Zwei Teams mit jeweils zwei SpielerInnen versuchen, einen Ball so geschickt auf das Netz zu schlagen, dass ein Fehler der gegnerischen Mannschaft daraus resultiert. Das Regelwerk gleicht jenem von Volleyball. Der Unterschied ist, dass der Ball bei Roundnet auf das Netz geschlagen wird, und nicht wie bei Volleyball über das Netz“, erklären die beiden Grundsätzliches zu der von ihnen so geschätzten Sportart.

Benjamin hat Roundnet über Sportlehrerkollegen für sich entdeckt und war maßgeblich an der Gründung des ersten Roundnet-Dachverbandes beteiligt: „Die Szene hat sich in Österreich zuerst in Graz entwickelt und von dort aus verbreitet. Spannend finde ich an Roundnet, dass es sich um eine technisch anspruchsvolle Sportart handelt und dass man selbst viel ausprobieren und entwickeln kann. In der Zeit der Corona-Lockdowns nützte ich die Zeit, um intensiv zu trainieren und etliche Male verschiedene Schläge auszuprobieren.“

Benjamin begann auch damit, an Roundnet-Turnieren teilzunehmen – nicht nur in Graz und Innsbruck, sondern etwa auch in Köln, Prag oder München. „Ich habe auch für die 1. Roundnet-WM trainiert, die 2020 in Belgien stattfinden hätte sollen. Pandemiebedingt wurde der Termin dann aber um 2 Jahre verschoben und ich konnte leider nicht dabei sein. Ich habe mich aber sehr gefreut, dass die österreichische Nationalmannschaft letztendlich einen Stockerlplatz erringen konnte“, sagt Benjamin. Zusammen mit weiteren Roundnet-Begeisterten aus Wien, Graz und Innsbruck hat er den Dachverband „Roundnet Austria“ gegründet.

Inzwischen bieten Anja und Benjamin über den Lienzer Turnverein Trainings an – ab September wird wieder jeden Mittwoch, um 18.00 Uhr, im Draupark in Lienz geübt. Am Sportplatz Leisach haben die beiden PädagogInnen Ende April auch ein offizielles Roundnet-Austria-Turnier veranstaltet. „Das Turnier mit 43 TeilnehmerInnen aus Graz, Wien und Innsbruck – unter ihnen auch Mitglieder der österreichischen Nationalmannschaft – war ein Erfolg“, berichtet Anja.

Die in den 1980er-Jahren durch den US-Amerikaner Jeff Knurek entwickelte Sportart „Roundnet“ hat sich vor allem über die Studenten-Szene verbreitet und wird inzwischen auch in Europa und Österreich immer beliebter. „Auch am Tristachersee sieht man immer mehr Roundnet-Spieler. Dass freut uns, und wir laden alle, die sich für diese coole Sportart begeistern können, ein, bei uns mitzuspielen und zu trainieren“, betont Anja.

Bei Roundnet kann jeder – vom Einsteiger über den Fortgeschrittenen bis hin zum Profi – mitmachen. „In diese Sportart kann man relativ unkompliziert einsteigen. Man braucht keine teure Ausrüstung. Spaß und Gemeinschaft stehen absolut im Vordergrund. Außerdem werden bei dieser Stop-and-Go-Sportart neben der Bewegung an der frischen Luft die Hand-Augen-Koordination, Ausdauer, Kraft, Kooperation und Reaktionsschnelligkeit trainiert“, meint Benjamin, der abschließend darauf hinweist, dass er und seine Frau durch die Sportart viele gute Freundschaften aufgebaut haben. Roundnet ist eben eine Sportart, die Menschen vernetzt!
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Elias Bachmann


