Alban Lakata – die „Rennmaschine“ aus Osttirol

Heimat- und natuverbunden, vor allem aber hochmotiviert, sportlich und in der Nachwuchsarbeit noch viel zu bewegen – so erlebten wir Alban Lakata beim Interview.

Hunderte Fans kamen am 1. August auf den Lienzer Hauptplatz, um Alban Lakata die Ehre zu erweisen. Am 25. Juni hatte sich der 38-jährige Osttiroler im deutschen Singen nach 2010 und 2015 bereits zum dritten Mal den Weltmeistertitel im Mountainbike-Marathon sichern können. „Eigentlich kann ich meinen Erfolg trotz des Rummels zum ersten Mal so richtig genießen. Bei den ersten zwei Titeln ist mir dies schwerer gefallen. Der Respekt meiner Konkurrenten freut mich ebenso wie die Tatsache, dass mir viele Menschen den Erfolg gönnen und mir meine Heimat Osttirol so viel Anerkennung zuteil werden lässt“, meint der sympathische Top-Athlet einleitend.

 

Am besten von Training und Rennen erholen kann sich Alban Lakata zuhause bei seiner Familie. Im Bild bei der Ehrung am Lienzer Hauptplatz mit Freundin Anita und Söhnchen Fabian

 

Dass er in der Schlossgasse – also praktisch am Fuße des Hochsteins – aufgewachsen ist, habe wesentlich dazu beigetragen, dass er sich für den Radsport entschieden hat, erzählt der gelernte Ofensetzer. „Die waghalsigen Mountainbiker beim Dolomitenmann haben mich in meiner Kindheit und Jugend enorm fasziniert. Die Herausforderung des gebirgigen Geländes, der Mut und die Ausdauer der Sportler hinterließen nachhaltig tiefe Eindrücke. So war es letztendlich logisch, dass ich den Weg des Mountainbikers eingeschlagen habe.“ Sein erstes Marathon- Rennen fuhr der „Albanator“ im Jahr 2000, sein erstes Profijahr absolvierte er 2005, und schon 2008 konnte er sich im deutschen Albstadt zum Europameister küren. „Dieser Titel hat mir viel Selbstvertrauen verliehen. Es kam mir sehr entgegen, international unterwegs zu sein – in ganz Europa, in den USA, in Australien oder auch in Südafrika. In dieser Zeit lernte ich es aber auch sehr zu schätzen, wie schön es bei uns daheim in Osttirol ist.“

 

 

Dass seine Leistungen in der Heimat anerkannt werden und nun auch ein Bike-Trail am Hochstein nach ihm benannt wird, ehrt ihn, wie er sagt, sehr. „Die Realisierung des Bike-Parks ist für die gesamte Region wichtig. Der Drauradweg und unser ausgezeichnetes Wegenetz haben die Basis dafür gelegt, dass wir als Rad- und Mountainbike-Destination bereits eine gewisse Bekanntheit erlangt haben. Das Downhill-Segment hat jedoch noch gefehlt. Am Beispiel der Gemeinde Leogang kann man sehen, dass ein Bike-Park dem Sommertourismus sehr viel Schwung verleihen kann. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass der Bike-Park am Hochstein bekannt wird“, meint der Top-Athlet.

 

 

In Zukunft will sich Alban Lakata verstärkt der Nachwuchsarbeit und der Weiterentwicklung seines Sports bzw. seines Teams TOPEAK ERGON widmen. „Wir haben hier in Osttirol so viele talentierte Nachwuchssportler, wie z.B. Junioren-Weltmeister Felix Gall oder Fabio Wibmer, der im Bike-Trial- und Downhill-Bereich zeigt, was man erreichen kann, wenn man an sich selbst und an seine Träume glaubt. Diesen vielen Osttiroler Talenten will ich Mut machen und, so weit möglich, auch persönlich weiterhelfen.“ Bei seinem Team TOPEAK ERGON sei das Durchschnittsalter hoch, und deswegen wolle er sich auch hier verstärkt im Nachwuchsbereich engagieren.

 

 

Beim Saunieren oder beim Chillen an Isel und Drau findet der Lienzer Profi-Sportler Entspannung. Sehr gut abschalten könne er aber auch, wenn er an seinem Bike herumbastle, meint er schmunzelnd. Und natürlich seien seine Familie und das persönliche Umfeld in Lienz ein entscheidender Faktor und die Basis für seine sportlichen Erfolge und seine Lebensqualität. „Mit meiner Freundin Anita habe ich am Ruefenfeldweg ein Haus gebaut, in dem wir seit 2015 leben. Unser Sohn Fabian ist jetzt eineinhalb Jahre alt. Zuhause bei meiner Familie kann ich mich am besten von Training und Rennen erholen. Sehr wichtig für mich sind auch meine Freunde“, erklärt der 38-jährige Top-Athlet, der sich sportlich noch immer nicht am Höhepunkt seiner Karriere sieht. „Mein Ziel war es immer, drei Mal Weltmeister zu werden. Das habe ich nun erreicht. Ich bin aber davon überzeugt, dass meine Leistungskurve noch nach oben zeigt. Und deshalb mache ich weiter!“

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: RTI Sports/Küstenbrück, EXPA/Gruber

11. September 2017 um