Italiener dominierten den 54. Dolomitenlauf in Obertilliach
Mehr als 1.200 LangläuferInnen aus 26 Nationen bestritten den 54. Dolomitenlauf. Sowohl über die 42 als auch über die 21 Kilometer in der klassischen Technik siegten Italiener.
Bei Minusgraden fiel am Samstag, 20. Jänner, in Obertilliach der Startschuss zum 54. Dolomitenlauf, wo sich im 21 km-Skatingrennen nach rund acht Kilometern bereits ein Spitzenduo aufmachte, um schließlich den Sieg unter sich auszumachen: der Italiener Tommaso Dellagiacoma, im Vorjahr Zweiter über die 42 km-Klassikdistanz, und der Deutsche Max Olex, der genau vor einem Jahr diesen Bewerb gewann. „500 Meter vor dem Ziel attackierte ich und konnte den starken Max zum Glück abhängen“, freute sich der italienische Sieger im Ziel.
Er gewann nach einer Laufzeit von 51,16 Minuten drei Sekunden vor Olex, Dritter wurde der Italiener Manuel Amhof. Ein starkes Rennen lieferte der 18-jährige C-Kaderläufer Fabian Lindsberger. Der Nikolsdorfer belegte 41 Sekunden hinter Amhof den vierten Platz.
Über die 21 km-Distanz siegte die die Österreicherin Lisa Achleitner vor der Finnin Heli Heiskanen und der Obertilliacher Lokalmatadorin Selina Ganner.
Bei den Damen feierte die Tirolerin Lisa Achleitner bei ihrem dritten Start ihren zweiten Sieg. Mit einer Laufzeit von 57,32 Minuten gewann sie mit über einer Minute Vorsprung vor der Finnin Heli Heiskanen. Weitere 1:20 Minuten zurück sorgte die Obertilliacher Lokalmatadorin Selina Ganner für einen tollen dritten Platz beim 21 km Skating der Damen. Auch Rang vier ging mit Julia Lindsberger an eine Osttirolerin. „Es waren Traumbedingungen, und nach einer super Startphase lag ich das ganze Rennen über in Führung“, freute sich die 27-jährige Achleitner.
Beim Skatingrennen über die Langdistanz siegte Giovanni Ticco (ITA) vor Martin Coradazzi (ITA) und Luca Del (ITA).
Im Skatingrennen über die Langdistanz dominierten lange acht Läufer das Geschehen. Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel lagen nur noch fünf Athleten vorne, darunter vier Italiener und ein Deutscher. In einem packenden Zielsprint siegte Giovanni Ticco (1:43,02) vor seinen Landsleuten Martin Coradazzi und Luca del Fabbro. Als bester Österreicher mit einem Rückstand von rund 6:30 Minuten erreichte der in Ramsau lebende 23-jährige Wiener Mario Schlögel Rang zehn.
Beim 42 km-Rennen der Damen gaben die tschechischen Langläuferinnen den Ton an: Mit einer Zeit von 1:59,35 Stunden und damit unter der magischen 2-Stunden-Grenze siegte Petra Hyncicova klar vor der Italienerin Julia Kuen. Auf Rang drei kam mit Kristyna Cerna ebenfalls eine tschechische Athletin.

Beim FIS-Rennen am Sonntag standen die Bewerbe über 21 und 42 Kilometer rund um das Biathlonzentrum Obertilliach in der klassischen Technik auf dem Programm. Im 21 km-Rennen gaben einmal mehr die italienischen Top-Läufer das Tempo an. Zur Rennhälfte setzten sich fünf Langläufer an die Spitze, dahinter kämpfte der Steirer Hartwig Seebacher leider vergeblich um den Anschluss.
Die Geschwister Tommaso und Carola Dellagiacoma aus Italien durften beide über einen Sieg jubeln.
An der Spitze duellierten sich schließlich vier Italiener mit dem ehemaligen Dolomitenlaufsieger Max Olex aus Deutschland um den Sieg. Und wie schon am Samstag triumphierte im Zielsprint Tommaso Dellagiacoma, der an diesem Wochenende mit zwei Siegen seine ersten Volkslangläufe bestritt. „Einfach unglaublich. Das Rennen war sehr taktisch und fast ident zu gestern. Meine Teamkollegen haben mich super ins Finale gebracht. Osttirol scheint ein guter Boden für mich zu sein“, jubelte er im Ziel. Der Italiener verwies Riccardo Michi und Manuel Amhof, der auch am Samstag Dritter wurde, auf die Plätze. Als bester Österreicher landete Hartwig Seebacher aus Bad Mitterndorf mit einer Minute Rückstand an der siebenten Stelle.
Francesco Ferrari sprintet zum Sieg.
Auch bei den Damen jubelte eine Dellagiacoma: Carola feierte einen unangefochtenen Start-Zielsieg. Sie ist eine der stärksten Volkslangläuferinnen Italiens und triumphierte zum ersten Mal beim Dolomitenlauf. Sie distanzierte die Österreicherin Lisa Achleitner, die am Samstag das Skating-Rennen gewann, um eineinhalb Minuten. Dritte wurde die Südtirolerin Thea Schwingshackl. Die Osttirolerin Julia Lindsberger landete an der fünften Stelle.
Im 42 Kilometer Skatingrennen holte die Mannschaft Team Internorm Alpenplus Trentino alle Podestplätze und alle Siege. Bei den Herren war das Tempo von Beginn an enorm hoch. Bis wenige Kilometer vor dem Ziel lagen vier Läufer an der Spitze, doch den Zielsprint machten schließlich drei Athleten unter sich aus: Francesco Ferrari war der Schnellste und siegte vor seinen Teamkollegen Lorenzo Busin und Mauro Brigadoi. Als bester Österreicher landete der Tiroler Michael Kirchler an der elften Stelle.
Die Osttirolerin Anna Schmidhofer jubelt im Ziel über einen 2. Platz.
Beim 42 km-Damenrennen war die Finnin Heli Heiskanen nicht zu schlagen. Nach einer Laufzeit von 2:03,25 gewann sie mit rund zehn Minuten vor der Lokalmatadorin Anna Schmidhofer, die im Vorjahr Dritte wurde. Doch für die 25-Jährige aus dem Villgratental zählte der zweite Platz wie ein Sieg. „Ich konnte jetzt eineinhalb Wochen wegen Krankheit nicht trainieren. Der Start beim Heimrennen war für mich Pflicht, und ich freue mich total über dieses Ergebnis. Und Wahnsinn, dass wir heute alle Rennen gewinnen konnten“, sagte Anna, die seit heuer für Alpenplus startet. An der dritten Stelle landete die Schwedin Madelene Melin.
Text: Redaktion, Fotos: EXPA Pictures/Lukas Huter