Irina Olsacher – das Badminton-Talent aus Osttirol
Die 25-jährige Sportlerin aus Nußdorf-Debant hat sich bereits zahlreiche Tiroler Meistertitel und im Vorjahr sogar zwei Staatsmeistertitel im Racketlon gesichert.
Beim Training in der Tennishalle Nußdorf-Debant treffe ich mich mit Irina Olsacher und Edi Blaßnig, dem Sektionsleiter der Sektion Badminton/Racketlon des SV Nußdorf-Debant. „Im Alter von elf Jahren – ich besuchte zu dieser Zeit die Gymnasium-Unterstufe – bin ich zum ersten Mal zum Badminton-Sport gestoßen. Damals stellte Edi den Verein in der Schule vor. Ich besuchte das Training und war von Beginn an begeistert“, erzählt Irina.
Badminton gilt in Österreich als eine Nischensportart, die fälschlicherweise oft mit dem Freizeitspiel Federball verwechselt wird. Der Sport mit dem Federball hat allerdings mit einer netten Freizeitbeschäftigung im Park ebenso wenig zu tun wie Tennis mit Boccia. „Badminton ist ein Wettkampfsport mit festen Regeln“, betont Edi Blaßnig und streicht heraus, dass es sich dabei um die schnellste Schlägersportart der Welt handelt. „Es ist ein Rückschlagspiel, das mit einem Federball sowie mit einem Badmintonschläger gespielt und entweder von zwei Spielern als Einzel oder von vier Spielern als Doppel oder Mixed-Doppel ausgeübt werden kann.“
Irina Olsacher: „Trainieren ist sehr wichtig und die Basis dafür, dass man bei Turnieren die Leistung auf den Punkt abrufen kann. Das entscheidet im Endeffekt über Sieg oder Niederlage.“
Die Schnelligkeit, die bei diesem Sport gefordert ist, fasziniert Irina besonders. Sie informiert, dass es aber auch um Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit geht, schließlich kann eine Partie bis zu 45 Minuten dauern. Die Badminton-Schläger beschreibt sie als stabiler und leichter gebaut als Federball-Schläger und in der Form mit der eines Tennisschlägers vergleichbar. „Sie sind jedoch etwas kleiner, deutlich leichter als die Tennisvariante und dünner besaitet“, so die junge Osttirolerin. Sie hat 2016 an der Handelsakademie Lienz maturiert und ist seitdem beruflich in der Verwaltung der Marktgemeinde Nußdorf-Debant tätig.
Irina kann auf über 20 Tiroler Meistertitel in den Nachwuchsklassen U13 bis U19 verweisen. In der Allgemeinen Klasse erkämpfte sie sich bereits sieben Tiroler Meistertitel, und im November des Vorjahres konnte sie sich bei den Tiroler Meisterschaften in Kitzbühel sogar zur dreifachen Tiroler Meisterin (Einzel, Damendoppel und Mixed-Doppel mit ihrem Freund Emanuel Schöpf) küren. Der tirolweite Leistungsvergleich in Kitzbühel war nicht nur für Irina, sondern auch für ihre VereinskollegInnen ein überaus erfolgreicher Bewerb. Mit Hans-Peter Waltl sicherte sich Emanuel Schöpf in Kitzbühel den Meistertitel im Herrendoppel, im Herreneinzel holte er Silber. Mit diesen und weiteren großartigen Leistungen errang der SV Nußdorf-Debant auch den Tiroler Mannschaftsmeistertitel 2022.

„Irina gehört zur absoluten Badminton-Spitze in Tirol und zum Kreis der erfolgreichsten Racketlon-SportlerInnen in Österreich. Sie und Emanuel sind die Aushängeschilder unseres Vereins“, zeigt sich Sektionsleiter Edi Blaßnig stolz auf die Leistungen der jungen Athleten. Er berichtet auch davon, dass Irina und Emanuel der österreichischen Racketlon-Nationalmannschaft angehören. Bei dieser Turniersportart, die aus den vier Disziplinen Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis besteht, konnte sich Irina 2022 zwei Staatsmeistertitel sichern – einen im Doppel und einen gemeinsam mit Emanuel im Mixed-Doppel.

Edi Blaßnig selbst ist seit der Gründung der Badminton-Sektion in Nußdorf-Debant im Jahr 2000 mit an Bord. Im Jahr 2005 hat er die Sektionsleitung übernommen und fungiert auch als Trainer. „1997 wurde in unserer Tennishalle ein Badminton-Court installiert, der tirolweit einzigartig ist und jenen entspricht, die z.B. auch bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften bespielt werden“, berichtet er und freut sich darauf, dass im Herbst 2023 in Debant erstmals die Tiroler Meisterschaften in der Allgemeinen Klasse und in den Schülerklassen ausgetragen werden sollen.

Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom SV Nußdorf-Debant legt Edi sehr viel Wert auf die Nachwuchsarbeit. „Über das Schulsportservice präsentieren wir Badminton regelmäßig in den Schulen und versuchen damit, die Kinder für unsere Sportart zu gewinnen. Für SchülerInnen und Jugendliche, die Wettkämpfe bestreiten, bieten wir drei Mal wöchentlich Trainings an und für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren samstags ein Schnuppertraining. Grundsätzlich dürfen wir uns sehr glücklich schätzen, dass wir in Nußdorf-Debant über so ausgezeichnete infrastrukturelle Voraussetzungen verfügen. Ohne die großzügige Unterstützung der Gemeinde wäre dies alles nicht möglich“, so der Sektionsleiter und Trainer abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger