Free Solo Masters: Posch und Gelmanov triumphieren
Bei der 2. Auflage des spektakulären „Free Solo Masters Lienz“ am 19.9. setzten sich die Favoriten Rustam Gelmanov und Katharina Posch vor tausenden Zuschauern durch.
61 Athleten nahmen die 2. Auflage des „Free Solo Masters Lienz“ in Angriff, bei dem ohne Seil und Haken auf der 16 Meter hohen „Lienzer Dolomitenwand“, entwickelt von Bergsteiger-Ass Peter Ortner, geklettert wurde. In der Qualifikation der Herren schafften es gleich neun Athleten bis zum Top. Die besten 26 qualifizierten sich für das Semifinale, in dem der achtfache Weltcupsieger und derzeitige Sechste im Boulder-Weltcup Rustam Gelmanov als Einziger das Top erreichte. Bei einer Schwierigkeit von 8a scheiterten am letzten Griff Michael Bräuer, Mario Lechner und Elias Weiler.
Die besten Acht ritterten sich vor einem begeisterten Publikum im Finale um den Triumph beim „Free Solo Masters Lienz“. Während sich der Linzer Top-Kletterer Michael Bräuer „verstieg“, legte Mario Lechner, der Sechste im Vorstieg Austria Cup, eine Bestmarke vor. Nur noch Rustam Gelmanov konnte ihn vom Thron stoßen. Und der gebürtige Kasache, der in Holland lebt und in wenigen Wochen zum ersten Mal Vater wird, stieg eineinhalb Griffe weiter. Nach seinem Triumph beim „Free Solo Mahü“ Anfang August in Wien siegte der Vizeweltmeister im Bouldern jetzt auch in Lienz. „Die Konkurrenz war sehr stark, und es war extrem schwer, hier zu gewinnen. Die Routen boten Sprünge und schwierige Passagen. Alle mussten bis an ihre Grenzen gehen“, so Gelmanov. Ebenso wie der Kasache zeigte sich auch der Imster Zweitplatzierte, Mario Lechner, ein Jugend-Welt- und Europameister, von der Stimmung in Lienz begeistert: „Es hat großen Spaß gemacht, hier zu klettern. Der Lienzer Hauptplatz präsentierte sich als richtiger Hexenkessel.“ Den dritten Platz bei den Herren belegte der Innsbrucker Elias Weiler, der bei den Jugend-Europameisterschaften 2014 in Arco Elfter wurde.
Bei den Damen lieferten sich die beiden ÖWK-Nationalkaderathletinnen Karoline Sinnhuber aus Salzburg und Katharina Posch aus Tirol ein hartes Duell. Während die 21-jährige Sinnhuber, derzeit 21. in der Weltrangliste, die Qualifikation klar dominierte, setzte sich die Jugend-Weltmeisterin von 2009, Katharina Posch, im Halbfinale durch. Wie groß die Dichte bei den Damen war, zeigte Poschs Leistung im Halbfinale: Bei den Herren hätte sie als Neunte nur knapp das Finale verpasst.
Im Finale spitzte sich das Duell der beiden ÖWK-Sportlerinnen zu. Leider zog sich Sinnhuber bei ihrer 2. Qualifikationsrunde eine Nackenverstauchung zu. Katharina Posch, Zweite beim Rockmaster in Arco 2011, konnte sich hingegen im Finale weiter steigern und überstieg die Konkurrentinnen über das letzte Dach hinweg. „Ich bin kein Freund der großen Höhe und stieg dann zurück. Kommende Woche findet der nächste Weltcup statt, und ich wollte kein Risiko eingehen. Ich freue mich aber riesig über den Sieg in Lienz. Diese Veranstaltung mit so vielen Zuschauern ist die beste Werbung für den Klettersport!“ Den dritten Platz bei den Damen belegte die Bludenzerin Leonie Venier.
In der Lead U16-Wertung war der quirlige Kärntner Nicolai Uznik nicht zu schlagen. Er gewann souverän vor Tobias Plangger und Lorenz Bonapace (beide vom OeAV Innsbruck). „Nicolai hat eine extrem starke Leistung geboten“, zeigte sich Kathi Posch von den Klettereinlagen des 15-Jährigen begeistert. Bei den Damen gewann Madlen Marinelli vor ihrer Matreier Geckos-Teamkollegin Julia Swette. Dritte wurde Anna Eder.
In der Osttirol-Klasse gingen alle Podiumsplätze an Matrei: Bei den Herren gewann Simon Wolsegger vor Johannes Dolzer und Lukas Sieber. Bei den Damen setzte sich Maria Ranacher gegen Madlen Marinelli und Julia Swette durch. Alle Ergebnisse hier als Download
Text: Sportredaktion, Fotos: Expa Groder, Video: Alexander Fröhlich

