Dolomitenlauf 2023: AthletInnen aus Italien, Frankreich und Österreich dominierten
Mehr als 1.300 Athletinnen und Athleten nahmen am 21. und 22. Jänner in Obertilliach den größten Volkslanglauf Österreichs, der auch zum Worldloppet zählt, in Angriff.
Perfekte Loipenbedingungen in Obertilliach, traumhafte Winterlandschaften im Lesachtal mit bis zu 1,5 Metern Schnee und bis zu minus zehn Grad Celsius – die Bedingungen für den Dolomitenlauf 2023 waren nahezu perfekt. Am Samstag, 21. Jänner, wurde der Dolomitenlauf, den es seit 53 Jahren gibt, mit den Skatingbewerben eröffnet. Rund 600 Athletinnen und Athleten nahmen die Distanzen über 20 bzw. 42 Kilometer in Angriff. Zudem kam es mit dem Easyrace, das über fünf Kilometer führte, zu einer Premiere.
Max Olex (GER) siegte im 20km-Rennen am Samstag vor dem Obertilliacher Florian Ganner und Felix Pider (ITA).
Bei den ersten Zwischenzeiten lagen alle SpitzenläuferInnen vom kurzen und langen Dolomitenlauf noch knapp beisammen. Niemand konnte sich bis zur Rennhälfte entscheidend absetzen, und es bahnten sich schon Spitzenzeiten an. Im 20km-Rennen setzten sich dann wenige Kilometer vor dem Ziel vier Läufer ab, und im Zielsprint jubelte der deutsch Spitzenläufer Max Olex über seinen ersten Triumph beim Dolomitenlauf. Wenige Meter hinter Olex sprintete der Obertilliacher Florian Ganner sensationell auf den zweiten Platz. Der 20-jährige, der auch im Europacup läuft, freute sich im Ziel: „Es war ein super schnelles Rennen, und am Ende war Max Olex einfach schneller. Er hat da auch voll seine Routine im Sprint ausgespielt.“ Rang drei holte der Italiener Felix Pider.

Wie bei den Männern kam es auch im Damenrennen zu einer spannenden Sprintentscheidung. Nach 20 Kilometern jubelte Barbara Walchhofer vom österreichischen Nationalteam über ihren ersten Sieg beim Dolomitenlauf. Die zweimalige Weltcupstarterin, die als bestes WC-Ergebnis einen 18. Rang zu Buche stehen hat, war im Finale nicht zu schlagen. Im Sprint verwies sie die Italienerin Julia Kuen und Stefanie Scherer vom Deutschen Nationalteam auf die Plätze.
Französischer Dreifachsieg – Simon Perruche siegte beim Langdistanzrennen am Samstag vor Yan Belorgey und Elie Faret.
Im Langdistanzrennen sah es auch lange nach einer Sprintentscheidung bei den Männern aus. Bei Kilometer 32 setzten sich sieben Läufer an die Spitze, mit dabei alle französischen und skandinavischen Top-Athleten. Doch am letzten Anstieg setzte Simon Perruche (FRA) alles auf eine Karte und siegte nach 1:48,57 Stunden im Alleingang vor seinem französischen Teamkollegen Yan Belorgey und Landsmann Elie Faret. Als bester Österreicher landete Harald Toplitsch vor Landsmann Markus Ebner an der elften Stelle.
Die Französin Emilie Buille auf ihrem Weg zum Sieg
Wie bei den Herren dominierten auch die Läuferinnen aus der Grande Nation. Emilie Buille siegte mit einer Laufzeit von 2:01,04 Stunden mehr als zwei Minuten vor Celine Chopard Lallier und Océane Bepoix. Als beste Österreicherin landete Anna Seebacher, die Siegerin von 2020, auf dem fünften Platz.

Der Dolomitenlauf in Osttirol wurde am Sonntag, 22. Jänner, mit der Königsdisziplin über 42/20 Kilometer im klassischen Stil beendet. Beim 20km-Rennen sah es lange nach einem Zielsprint aus, doch zwei Kilometer vor dem Ziel setzte sich der 26-jährige Italiener Lorenzo Busin ab und brachte einen respektablen Vorsprung vor seinen Landsleuten Tommaso Dellagiacoma und Matthias Schwingshackl ins Ziel. Als bester Österreicher landete Hartwig Seebacher aus Bad Mitterndorf auf Rang vier. Der Lesachtaler Lokalmatador Nils Kurz holte den tollen sechsten Platz.
Das 20km-Rennen am Sonntag gewann der Italiener Lorenzo Busin vor seinen Landsleuten Tommaso Dellagiacoma und Matthias Schwingshackl.
Beim letzten Dolomitenlauf 2020 wurde die Tirolerin Petra Tanner in der 20km-Distanz Zweite, hinter ihr folgte die Italienerin Caterina Piller. Die Südtirolerin hatte heuer erneut das Nachsehen, denn Petra Tanner aus Reith bei Seefeld holte sich mit acht Sekunden Vorsprung ihren ersten Sieg über die 20km beim Dolomitenlauf. Den dritten Platz sicherte sich mit Thea Schwingshackl erneut eine Italienerin. Auf den undankbaren vierten Platz lief die erst 16-jährige Lienzerin Julia Lindsberger vom Veranstalterverein LRC Lienzer Dolomiten.
Mauro Brigadoi (ITA) siegte beim 42km-Bewerb am Sonntag vor dem Tschechen Fabian Stocek und Francesco Ferrari (ITA)
Beim 42km-Bewerb der Herren entwickelte sich rasch ein Ausscheidungsrennen. 15 Kilometer nach dem Ziel lagen sechs Spitzenläufer vorne, dahinter kämpfte der Sieger vom Samstag – Max Olex – vergeblich um den Anschluss. Auf dem letzten Kilometer setzte der Italiener Mauro Brigadoi alles auf eine Karte und gewann mit einem fulminanten Zielsprint vor dem Tschechen Fabian Stocek und Francesco Ferrari, einem weiteren Italiener. Als bester Österreicher landete der 45-jährige Innsbrucker Michael Kirchler an der elften Stelle.
Die Schwedin Malin Boerjesjoe gewann die 42km-Distanz am Sonntag vor der Tschechin Adela Rocarkova und Lokalmatadorin Anna Schmidhofer aus dem Villgratental.
Beim 42km-Damenrennen war die Schwedin Malin Boerjesjoe nicht zu schlagen. Die 26-Jährige feierte einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg und distanzierte die Tschechin Adela Rocarkova um 2,5 Minuten. Die 24-jährige Anna Schmidhofer aus dem Villgratental schaffte mit Rang drei ihr erstes Podest beim Dolomitenlauf und war absolut happy: „Es war ein hartes Rennen – und gerade wenn man Zuhause läuft, hat man noch mehr Druck.“
Text: Redaktion, Fotos: EXPA Pictures