Die Schützengilde Hochpustertal feiert ihr 50-Jahr-Jubiläum
Der traditionsreiche Verein betreibt in Sillian im Bereich Griespark einen Schießstand mit Großkaliber- und Kleinkaliber-Anlage, Luftgewehrständen und Schützenheim.
Freunde und Gönner des Schießsports fanden sich im Jahr 1973 zusammen, um die alte Tradition im Pustertal neu zu beleben. „Die Gründungsversammlung der Schützengilde Osttiroler Oberland ging am 23. Juli 1973 im Gasthof Feichter über die Bühne. Ziel war es, den Schützen des Osttiroler Oberlandes, aber auch jenen aus dem benachbarten Südtirol, die Möglichkeit zu bieten, ihrer Leidenschaft nachgehen zu können. Neben dem Hauptinitiator Hubert Unterluggauer, der auch erster Oberschützenmeister wurde, waren u.a. Bürgermeister Anton Gesser aus Sillian und Bürgermeister Josef Mayr aus Strassen mit dabei und wurden in den Vorstand gewählt“, blickt Anton Moser zurück. Er stand der Gilde von 1995 bis 2019 als Oberschützenmeister vor, hat aber zwischenzeitlich dieses Amt an Markus Walder übergeben. Seine Funktion ist nun jene des ersten Schützenmeisters.
v.l.n.r.: Dominik Weiler, 1. Schützenmeister Anton Moser, Simon Pranter, Oberschützenmeister Markus Walder, Karl Neumair, 2. Schützenmeister Franz Mair
Um die grenzüberschreitende Verbindung zu Südtirol hervorzuheben, erfolgte bereits bei der zweiten Jahreshauptversammlung im Jahre 1974 die Umbenennung in „Schützengilde Hochpustertal“. In den Jahren 1974 bis 1981 wurde der Schießstand aufgebaut und fertiggestellt. Heute umfasst dieser neben 12 Kleinkaliberständen (50 Meter) und 12 Großkaliberständen (150 Meter) auch acht vollautomatische Luftgewehrstände. „Im Prinzip kann jeder und jede am Schießsport Interessierte auf unseren Anlagen schießen. JägerInnen bieten wir die Möglichkeit, bei uns ihre Jagdwaffen einzuschießen. Die Kaderschützen Tobias und Franz Mair, Kevin Weiler sowie Klaus Gstinig trainieren regelmäßig auf unseren Schießständen. Unser Oberschützenmeister Markus Walder ist übrigens Heeressportler und betreut die Biathlon-Jugend in Hochfilzen”, erzählt Anton Moser.

1975 wurde in Sillian erstmals das Hochpustertaler Jäger- und Gästeschießen ausgetragen. Diese Veranstaltung fand in der Folge jahrzehntelang jeweils am Pfingstwochenende statt und erfreute sich großer Beliebtheit. Einen besonderen Höhepunkt stellten die Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Gilde im Jahr 1998 dar. „Ehrengäste und Vertreter des Landesschützenbundes sowie zahlreiche Fahnenabordnungen gaben uns die Ehre. Auch Freunde der Partnergilde Ulm reisten zur Jubiläumsfeier nach Sillian an. In diesem würdigen Rahmen konnten wir die neue Vereinsfahne feierlich segnen und ihrer Bestimmung übergeben“, berichtet Anton Moser, der zu dieser Zeit dem Verein als Oberschützenmeister vorstand.

In den Jahren 2002 bis 2012 kümmerte sich die Schützengilde Hochpustertal dank des Engagements des zweiten Schützenmeisters und Jungschützenbetreuers Karl Wernigg verstärkt um den Nachwuchs. Einen ersten großen Erfolg konnte der Verein 2009 mit dem Staatsmeistertitel im Dreistellungs-Schießen durch Florian Mair erzielen. Der Zahn der Zeit machte auch vor dem Schießstand in Sillian nicht Halt. So wurden und werden immer wieder Umbau- und Verbesserungsarbeiten durchgeführt.

„2011 haben wir mit der Umstellung der Schießanlagen auf elektronische Auswertung begonnen und die Kleinkaliber-Anlage in Betrieb genommen. Im Zuge der Umstellung des Luftdruckstandes auf elektronische Auswertung wurde der Schießbereich tiefer gelegt, isoliert und gedämmt. So ist es möglich, dass neben den traditionellen Stehend- und Sitzendschießen nun auch Dreistellungs-Schießen stattfinden können.“

2015 war das Schießgelände in Sillian übrigens auch in die James Bond-Dreharbeiten für „Spectre“ eingebunden. Anton Moser dazu: „Bei uns wurden die Waffen für die Kampfszenen getestet.“ 2015 nahmen Mitglieder der Gilde außerdem auch am Landesgedenkschießen „100 Jahre Erster Weltkrieg“ teil. „Im Gedenkjahr 2018 wurde auf unserem Schießstand von den Schützenkompanien Ost- und Südtirols ein KK-Gedenkschießen durchgeführt. Die Kleinkaliber-Stände haben wir in diesem Jahr adaptiert und so umgebaut, dass nunmehr auch vom Boden aus liegend geschossen werden kann. Diese neue Möglichkeit hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren die österreichischen Kaderschützen vermehrt bei uns trainieren.“

Die Schützengilde Hochpustertal arbeitet intensiv mit der Sportschützengilde Innervillgraten zusammen. „Einige Schützen unserer Nachbar-Gilde trainieren auf den Anlagen in Sillian, weil es in Innervillgraten keinen Kleinkaliber-Stand gibt. Nachdem die Trainings- und Veranstaltungsmöglichkeiten in der Zeit der Corona-Pandemie ziemlich eingeschränkt waren, sind wir derzeit dabei, unsere Jugendarbeit wieder neu aufzubauen. So soll unsere traditionsreiche Schützengilde mit viel jugendlichem Elan in die Zukunft geführt werden“, wünscht sich Anton Moser abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Elias Bachmann