Das Skateboarden ist Julians große Leidenschaft

Julian Brennsteiner aus Uttendorf und seine Freunde haben in den letzten Jahren für einen wahren Skateboard-Boom im Pinzgau und im angrenzenden Tiroler Raum gesorgt.

Ollie, Treflip, Heelflip, Shove-it oder Hardflip – wenn Julian mit seinem Skateboard über die Bowls und Halfpipes im Skatepark oder über natürliche Hindernisse (Obstacles) im öffentlichen Raum, wie Rails, Curbs oder Stairs, gleitet, dann ist er in seinem Element. „Mit dem Skateboarden habe ich im Alter von 13 Jahren begonnen. Das meiste habe ich mir selbst beigebracht, und natürlich lernt man auch aus der Beobachtung erfahrener Skater viel. Heute gibt es im Internet jede Menge How-to-do-Videos, die sich Einsteiger gerne anschauen“, erzählt der 27-jährige Zimmerer.

 

 

Die Skateboarder-Szene im Pinzgau und im angrenzenden Tiroler Raum ist in den letzten Jahren stetig größer geworden. Julian ist Mitglied in den beiden Pinzgauer Clubs „Botch Bowl“ und „Village Gun Riders“. In Kaprun haben die Skater von „Botch Bowl“ auf einem etwa 300 Quadratmeter großen Areal in Zusammenarbeit mit dem Autohaus Kaufmann einen Skatepark errichtet, der im gesamten Bundesland Salzburg seinesgleichen sucht.

 

 

Die „Village Gun Riders“ richteten in Saalfelden eine Skateboard-Halle ein und betonierten in Piesendorf in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine Rampe in Form einer Pyramide. „So konnten wir die Szene in den letzten Jahren im Pinzgau stark beleben. Regelmäßig veranstalten wir Contests, wie z.B. die Kitzgau Trophy mit Stationen in Fieberbrunn, Saalfelden und Kaprun. Solche Contests werden auf YouTube übertragen. Im Sommer 2022 nahmen rund 30 Skater, unter ihnen auch der beste Österreichs, an einem Contest in Piesendorf teil.“

 

 

Um Sprünge und Tricks möglichst präzise ausführen zu können, ist neben einem guten Gleichgewichtssinn insbesondere auch körperliche Fitness sehr wichtig. „Wenn man körperlich fit ist, sinkt das Verletzungsrisiko“, betont Julian und erzählt, dass er regelmäßig läuft. Körperlich herausfordernd ist auch die Arbeit in seinem Brotberuf als Zimmerer, wenn er zum Beispiel mit seinen Kollegen auf Schutzhütten im Hochgebirge im Einsatz ist.

 

 

Der Ursprung des Skateboardens liegt in den 1960er-Jahren an der Südwestküste Kaliforniens, als Surfer erstmals auf verkürzte Surfbretter Metallräder montierten. Ziel war es, die Surfbewegung auf der Straße nachzuahmen, wenn der Wellengang nicht günstig war. „Man unterscheidet einerseits Transition, also das Skateboarden in Parks, auf Bowls und Halfpipes, und andererseits Street, wobei dieser Begriff die Ausübung des Sports im öffentlichen, vor allem städtischen Raum bezeichnet. 2020 wurden die beiden Skateboard-Arten bei den Spielen in Tokio erstmals olympisch.“

 

 

Julian produziert zusammen mit seinen Skater-Freunden gerne auch coole Skateboard-Videos, die über YouTube, Instagram usw. verbreitet werden. „Last night in paradise“ lautet der Titel des zuletzt veröffentlichten Videos der „Rollensportler“ aus dem Pinzgau. „Bei solchen Videos ist es wichtig, in coolen Locations zu drehen. Als absoluter Hotspot in Europa gilt Barcelona, eine Traumstadt in Sachen Skateboarden ist für mich aber auch Wien. Unser Sport verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Egal, wo man unterwegs ist, man schließt über das Skateboarden überall sofort Freundschaften“, so der junge Pinzgauer abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Björn Hartweger

11. Mai 2023 um