Benjamin Karl einer von 130 österr. Athleten in Sotschi
Der Innervillgrater Ingemar Walder ist bei Olympia genauso nicht dabei wie der Wahlosttiroler Sigi Grabner, der am 1. Februar sein letztes Weltcup-Rennen fährt.
Der in Lienz lebende Weltklasse-Snowboarder Benjamin Karl wird in Sotschi der einzige Olympiateilnehmer mit Osttirol-Bezug sein. Sieben Snowboarderinnen und zehn Snowboarder aus Österreich werden in Russland um Medaillen kämpfen, 130 rot-weiß-rote SportlerInnen insgesamt. Neben Benjamin Karl sind Lukas Mathies, Andreas Prommegger und Anton Unterkofler für die Parallel-Bewerbe, Hanno Douschan, Alessandro Hämmerle und Markus Schairer für die Cross-Bewerbe sowie Adrian Krainer, Clemens Schattschneider und Mathias Weißenbacher für die Slopestyle-Bewerbe nominiert. Benjamin Karl befindet sich derzeit in aufsteigender Form. So konnte er bei den letzten Weltcup-Rennen in Carezza einen 5. und einen 7. Platz, in Bad Gastein einen 13. und einen 7. Platz herausfahren.
Ingemar Walder: „Ich konnte meine Potenziale wegen der schwierigen Schnee- und Pistenverhältnisse heuer nicht ausschöpfen.“
Der Innervillgrater Ingemar Walder konnte sich nicht für Olympia qualifizieren. Beim Weltcup-Rennen in Carezza wurde er im Parallel-Riesenslalom noch Neunter. Ansonsten bezeichnet er die heurigen Schnee- und Pistenverhältnisse als schwierig – nicht nur für die Athleten, sondern auch für die Veranstalter. „Die Rennen am Jauerling mussten sogar abgesagt werden. In Bad Gastein war es sehr warm. Einzig in Carezza haben wir Verhältnisse wie in einem halbwegs normalen Winter vorgefunden. So konnte ich meine Potenziale heuer (noch) nicht ausschöpfen“, so der 35-Jährige.
Der Kärntner Sigi Grabner (im Bild am Mölltaler Gletscher) wird am 1. Februar 2014 am Sudelfeld in Deutschland zum letzten Mal ein Weltcup-Rennen bestreiten.
Auch der Wahlosttiroler Sigi Grabner, der seit Nagano 1998 kein Großereignis des vierjährigen Turnus verpasst hat, wird in Sotschi nicht am Start sein. Der Kärntner hatte 2006 als Dritter erstmals eine olympische Snowboard-Medaille in einem Männer-Bewerb nach Österreich geholt. „Wenn die heurigen Saisonresultate gezählt hätten, wäre die Entscheidung klar gewesen. Aber das war offenbar nicht ausschlaggebend. Wäre das Kriterium gewesen, wer das meiste Potenzial hat, für Österreich in zwei Disziplinen um Medaillen mitfahren zu können, hätte ich mich durchaus als Teil der Olympia-Mannschaft verstanden“, zeigte sich der 38-Jährige über die Auswahl des Männerteams für Sotschi enttäuscht.
Heute Mittwoch, 29. Jänner 2014, teilte Grabner mit, dass er nach 20 Jahren als Profi sein Brett an den Nagel hängen wird – zumindest, was den aktiven Wettkampfsport angeht. Am kommenden Samstag, 1. Februar, wird er am Sudelfeld in Deutschland zum 142. und letzten Mal im Weltcup am Start sein. „Das Sudelfeld ist für mich ein schöner Abschluss meiner Karriere. Ich habe dort vor zwei Jahren gewonnen und werde mein letztes Weltcup-Rennen genießen“, so Grabner.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Helge Wöll, FIS, Martin Lugger

