„Zukunftsprojekte statt ewiger Fördertopf“

Die Bürgermeister von Virgen und Prägraten sprechen sich heute in einer Aussendung gegen eine fachlich ungerechtfertigte Natura 2000-Nominierung der Oberen Isel aus.

Anstatt ewig am Fördertopf zu hängen, wolle man langfristige Zukunftsprojekte realisieren. Kein Verständnis zeigen die Bürgermeister für die Aussagen des Tiroler Landeshauptmanns zur Wasserkraft Obere Isel: „Im Gegensatz zum Kriterienkatalog werden die umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der UVP berücksichtigt“.

In Sachen Natura 2000 betonen die beiden gewählten Volksvertreter ihre schon bekannte Position: „Alle vorliegenden Studien bestätigen, dass der FFH-Lebensraumtypus 3230 an der Oberen Isel nicht vorkommt“, so Bgm. Dietmar Ruggenthaler. „Daher kann das betroffene Schutzgut in diesem Bereich gar nicht geschützt werden. Auch der Schutz des Lebensraumtypus im Unterlauf rechtfertigt die Ausweisung der Oberen Isel nicht. Beispiele in Osttirol zeigen, dass sogar bestehende Kraftwerke direkt oberhalb des Lebensraumtypus keinen nachteiligen Einfluss auf diesen haben.“ Sollte es zu einer fachlich ungerechtfertigten Ausweisung kommen, kündigen die Bürgermeister aus dem hinteren Iseltal Volksbefragungen an.

Die von Landeshauptmann Platter angekündigten Entwicklungsprogramme beurteilen Ruggenthaler und Steiner sehr skeptisch: „Uns als Gemeinden geht es nicht um Förderungen, sondern um eine langfristige Zukunftsperspektive. Ein Zukunftsprojekt, das wichtige Impulse für das Virgental auslösen wird, ist beispielsweise die Wasserkraft Obere Isel.“ Allein durch die Errichtung des Kraftwerks werde bereits 1,5 Mal mehr Wertschöpfung ausgelöst als durch ein Jahrzehnt Natura 2000-bedingte Förderungen im Lechtal. Mit Unverständnis reagieren Ruggenthaler und Steiner auch auf die Aussage von Landeshauptmann Platter, man habe es vor der Bürgerbefragung 2012 verabsäumt, zu schauen, ob das Projekt „Wasserkraft Obere Isel“ machbar sei. Die Bürger von Virgen und Prägraten hätten sich mit deutlicher Mehrheit dafür ausgesprochen, dass sich die beiden Gemeinden an der Planung, dem Bau und dem Betrieb eines umweltverträglichen Kraftwerks an der Oberen Isel beteiligen sollen.

Bgm. Anton Steiner: „Ob ein Projekt umweltverträglich ist oder nicht, entscheidet nicht der Kriterienkatalog, sondern eine Umweltverträglichkeitsprüfung, zu der das Kraftwerk Ende 2012 eingereicht wurde.“ Im Gegensatz zum Kriterienkatalog werden die umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der UVP berücksichtigt. „Da das Projekt zur UVP eingereicht wurde, ist der Kriterienkatalog für uns nicht mehr relevant“, hält Steiner fest und weist darauf hin, dass selbst die Tiroler Landesregierung beschlossen hat, den Kriterienkatalog zu überarbeiten.

Text: Politikredaktion, Foto: Brunner Images

04. September 2014 um