Wolf: FP-Politiker Schmiedlechner und Hauser fordern Senkung des Schutzstatus
Für den Erhalt der Almwirtschaft sei die Entnahme von Wölfen essenziell, betonten die FP-Politiker Gerald Hauser und Peter Schmiedlechner in Lienz.
Bei einem Medientermin in Lienz kritisierten der Osttiroler NR-Abgeordnete Mag. Gerald Hauser, Obmann des parlamentarischen Tourismusausschusses und FP-Tourismussprecher, sowie NR Peter Schmiedlechner, Agrarsprecher der FP im Nationalrat, vor allem den hohen Schutzstatus des Wolfes in Österreich.
„Wir haben bei der letzten Nationalratssitzung vor der Sommerpause einen Antrag zur Änderung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie eingebracht. Dieser Antrag zielt auf die Regulierung der Wolfbestände ab und wurde leider von den anderen Parteien abgelehnt. In Sonntagsreden tritt nicht nur die ÖVP für die Entnahme von Wölfen ein. Die Landwirtschaftskammer und andere Interessenvertretungen der Bauern starten eine Petition nach der anderen. Das sind für mich Scheingefechte“, kritisierte Hauser.
NR Peter Schmiedlechner: „Die derzeit geführte Diskussion ist scheinheilig. Die ÖVP hätte es in der Hand. Wie auch die Landwirtschaftskammer startet sie immer wieder Petitionen, stimmt aber im Parlament gegen unserer Antrag. Diese Petitionen sind für mich eine Beschäftigungstherapie für Bauernfunktionäre.“
NR Peter Schmiedlechner sprach bei der Senkung des Schutzstatus des Wolfes von einem Herzensanliegen. „Ich bin selbst Landwirt in Niederösterreich. Aufgrund der steigenden Anzahl an Wolfrissen ist es notwendig, zu handeln. Bei uns und in den meisten Ländern der EU gilt Schutzstatus IV. Wir fordern eine Senkung des Schutzstatus auf V. Auch in anderen Ländern – wie z.B. Polen, Litauen, Bulgarien oder Griechenland – gilt dieser Schutzstatus, und Problemwölfe können entnommen werden“, erklärte Schmiedlechner.
NR Mag. Gerald Hauser: „Die für den Tourismus so wichtige Kulturlandschaft mit ihren Almen ist bedroht. Derzeit häufen sich Wolfrisse in ganz Österreich. Es bräuchte eine Beschlussfassung im Parlament. In Wirklichkeit geht es darum, dass sich die Regierungskoalition in dieser Frage nicht einigen kann. Die ÖVP kann sich bei den Grünen, die eher für den Schutz des Wolfes sind, nicht durchsetzen.“
Die beiden FP-Politiker befürchten, dass sich der Wolf in Österreich – und vor allem auch in Tirol – weiter ausbreitet. „Man rechnet damit, dass die Anzahl der Wölfe in Österreich in den nächsten Jahren auf 500 ansteigt. Wenn das eintritt, werden sich auch die Wolfrisse weiter häufen. Die Almwirtschaft ist in Tirol vor allem auch für den Tourismus von immenser Bedeutung. Aber was ist eine Alm ohne die Nutztiere?“, gab Schmiedlechner zu bedenken.
Laut der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) gelte der Wolf in Europa als nicht gefährdet, erklärte Gerald Hauser. „In Nordtirol haben Landwirte ihre Schafe bereits von den Almen abgetrieben. Sie wollen nicht, dass ihre Tiere zum Futter für den Wolf werden. Mit unserem Antrag im Parlament wollen wir notwendige Maßnahmen ermöglichen, die ein aktives Wolfsmanagement sowie die Entnahme von Problemwölfen erlaubt. Ziel ist es, die heimische Landwirtschaft und Kulturlandschaft zu sichern sowie die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren“, so der Osttiroler NR-Abgeordnete abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger