Wolf: Botschafter der EU-Mitgliedsstaaten einigen sich auf Senkung des Schutzstatus
Nach formaler Billigung im EU-Ministerrat wird die EU-Kommission nun den Antrag auf Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes Anfang Dezember bei der Berner Konvention einbringen.
Die Botschafter der EU-Mitgliedsstaaten haben sich am Mittwoch, 25. September, auf eine Absenkung des Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ geeinigt. Auch die aktuelle Tiroler Landesregierung hat sich vom ersten Tag ihrer Regierungstätigkeit für eine Herabsetzung des Wolf-Schutzstatus eingesetzt – dies wurde auch im Koalitionsabkommen festgelegt.
Dementsprechend begrüßt auch Tirols Landeshauptmann Anton Mattle die Einigung der EU-Mitgliedsstaaten und spricht von einem wichtigen Schritt für die heimische Almwirtschaft: „Es ist ein langer und harter Weg, der noch nicht zu Ende ist. Mit der Änderung des Jagdgesetzes und der Entnahmemöglichkeit von Wölfen haben wir das bestehende europäische Recht ausgereizt. Wir haben stets Druck gemacht, damit die Europäische Union nachgibt und die Lebensrealitäten erkennt. Der Wolf ist nicht mehr vom Aussterben bedroht. Deshalb ist die Senkung des Schutzstatus auf europäischer Ebene die logische Konsequenz. Heute ist ein guter Tag für die traditionelle Almwirtschaft, die kleinstrukturierte Landwirtschaft und den Lebensraum Tirol.“
Nach formaler Billigung im EU-Ministerrat wird die EU-Kommission nun den Antrag zur Herabstufung des Schutzstatus bei der Berner Konvention Anfang Dezember einbringen. Die Änderung der Berner Konvention ist die Voraussetzung dafür, dass die EU die FFH-Richtlinie anpasst und im EU-Artenschutzrecht den Schutz des Wolfes absenkt.
„Mit der Senkung des Schutzstatus hätten wir deutlich mehr Flexibilität und leichtere Möglichkeiten zur Regulierung. Das ist vor dem Hintergrund der zahlreichen Risse, die unsere Almbäuerinnen und -bauern Jahr für Jahr zu beklagen haben, enorm wichtig. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Almwirtschaft weiter unter der wachsenden Anzahl an Wölfen in unserem Land leidet“, so LH-Stv. Josef Geisler.
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