Wirtschaftsbund fordert Mitspracherecht

Zahlreiche Unternehmer informierten sich vergangenen Freitag beim Wirtschaftsbund-Dialog in Matrei über Natura 2000 und forderten ein Mitspracherecht.

Am Freitag, 9. Mai, fand auf Einladung der WB-Ortsgruppen Matrei und Prägraten eine Informationsveranstaltung zum Thema „Natura 2000“ statt. Als Resümee einer intensiven Diskussion forderte Bezirksobmann Christian Zanon ein Mitspracherecht für betroffene Wirtschaftsbetriebe sowie einen raschen und qualitativ hochwertigen Dialog zwischen Land Tirol und allen Betroffenen, der trotz Ausweisung als Natura 2000-Gebiet eine weitere wirtschaftliche Entwicklung der Iselregion gewährleisten soll. Grundsätzlich steht Zanon einer Nominierung der Isel als Natura 2000-Gebiet neutral gegenüber. „Ich sehe nicht nur Einschränkungen, sondern auch Chancen für unsere Region“, so der Wirtschaftsbundobmann. Dazu zähle er etwa die Möglichkeit einer inhaltlichen Positionierung auf dem härter werdenden touristischen Markt.

Den Input dazu hatte er sich gemeinsam mit zahlreichen Osttiroler Unternehmern zuvor bei einem Vortrag des Gewässerökologen Josef Hoch aus Landshut geholt. Hoch leitet die Fachberatung für Fischerei des Bezirkes Niederbayern und blickt auf einen reichen Erfahrungsschatz bei der Nominierung von Natura 2000-Gebieten zurück. Seiner Erfahrung nach schließen sich die Ausweisung als Natura 2000-Gebiet und die wirtschaftliche Entwicklung einer Region nicht notwendigerweise aus, wenngleich es weder das eine noch das andere zum Nulltarif gibt. Es komme auf eine gewissenhafte Vorbereitung an, denn der Teufel liege im Detail. Unter gewissenhafter Vorbereitung versteht Hoch vor allem einen intensiven Dialog zwischen Behörde und den verschiedenen Interessensgruppen sowie einen durchdachten „Managementplan“, der festlegt, welche Maßnahmen zum Schutz einer bedrohten Art durchgeführt werden. Seiner Meinung nach bestünde durchaus ein gewisser Gestaltungsspielraum. Er belegte mit verschiedenen Beispielen, dass Schutzmaßnahmen nicht automatisch eine wirtschaftliche Entwicklung verhindern müssen.

Für Wirtschaftsbundobmann Zanon ist die Ausweisung der Isel als Natura 2000-Gebiet Faktum. „Es ist nun wichtig, die unterschiedlichen Interessen der Betroffenen herauszuarbeiten und einzubringen.“ Und an die Politik appellierte er: „Es besteht die große Gefahr, dass die Unternehmer Natura 2000 als ‚Drüberfahr-Aktion’ wahrnehmen. Deshalb fordere ich von der Landespolitik, so rasch wie möglich mit den Wirtschaftstreibenden in einen moderierten, aktiven und qualitativ hochwertigen Dialog einzutreten.“

Text: Politikredaktion, Foto: Wirtschaftsbund Lienz

13. Mai 2014 um