Diskussion um Konvikt als mögliches Flüchtlingsheim

Einigkeit herrscht bei SPÖ und ÖVP darüber, dass das Bundeskonvikt in Lienz als Flüchtlingsheim ungeeignet ist. Auf dem Areal soll die neue Nordschule entstehen.

In den letzten Tagen ist in Osttirol dasBundeskonvikt als möglicher Standort für ein Flüchtlingsheim in die Schlagzeilen geraten. Von Bundesseite sei das Konvikt als Unterkunft für Asylwerber geprüft worden, sie spreche sich aber dagegen aus, weil das Gebäude nicht geeignet sei, sagte dazu die Lienzer Bgm. LA DI Elisabeth Blanik (SPÖ). Die Stadt wolle vielmehr das Areal von der derzeitigen Eigentümerin – der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) – erwerben, um dort die neue Nordschule zu errichten. Nun reagiert auch Vize-Bgm. Meinhard Pargger von der Volkspartei in einer Aussendung auf die Diskussion. Die BIG hätte der Stadt ein Angebot zum Erwerb des Areals gemacht, dies sei für ihn aber in jeder Hinsicht inakzeptabel. Auch das Vorhaben, aus dem Konvikt eine Flüchtlingsunterkunft zu machen, lehnt die Volkspartei entschieden ab.

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„Wir sind bereits vor über 10 Jahren unserer Verantwortung nachgekommen und haben mit der Situierung eines Flüchtlingsheimes mitten in der Stadt (Angerburg) menschlich und verantwortungsbewusst gehandelt“, so Pargger. Die Anzahl der Flüchtlinge habe in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Lienz erfülle aktuell die Quote, das Konvikt sei in mehrerlei Hinsicht für die Flüchtlingsunterbringung ungeeignet. Unter anderem erfordere die desolate Bausubstanz erhebliche Sanierungskosten, um die Nutzbarkeit herzustellen. Die Quote von 1,5% stelle für ihn keine unverrückbare Größe dar. „Im Sinne einer christlichen, humanen Wertehaltung hat Lienz bzw. Osttirol losgelöst von Quoten noch Platz für Flüchtlingsfamilien und Menschen, deren Leben in Gefahr ist. Entscheidend ist die Verhältnismäßigkeit und die Akzeptanz in der Bevölkerung“, so Pargger abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

29. Oktober 2015 um