„vorwärts Tirol“ will zweitstärkste Kraft werden
Die ehemalige ÖVP-Landesrätin Dr. Anna Hosp war am Freitag, 19. April, mit den Bezirkskandidatinnen und -kandidaten von „vorwärts Tirol“ in Osttirol unterwegs. Als Spitzenkandidatin für den Bezirk Reutte gehört Dr. Anna Hosp mit dem Tiroler Spitzenkandidaten DI Hans Lindenberger – ehemaliger SP-Landesrat – zu den prominentesten Kandidaten der Bewegung „vorwärts Tirol“, die bei der Landtagswahl am 28. April erstmals antritt. „Wir wollen bei den Wahlen die zweitstärkste Kraft in Tirol werden. In der Koalitionsfrage haben wir keine Präferenzen, eine Regierung mit dem derzeitigen Landeshauptmann Günther Platter an der Spitze unterstützen wir aber sicher nicht“, verkündete Hosp am Freitagvormittag bei einem Pressegespräch in Lienz. „Ich glaube, dass wir nach dem 28. April eine völlig veränderte Politlandschaft in Tirol vorfinden. Auch personell dürfte sich Einiges bewegen, und ich kann mir vorstellen, dass man danach mit allen Gruppierungen wieder konstruktiv zusammenarbeiten kann“, sagte der Osttiroler Spitzenkandidat Josef Schett.
„Für Schäden aus Kraftwerksprojekten fordern wir faire Abgeltungen für die Bevölkerung nach objektiven Kriterien.“
Energie- und Umweltfragen stellten Hosp und Schett in den Mittelpunkt des Gespräches. „Bei Wasserkraftwerksprojekten ist von entscheidender Bedeutung, dass man umfassende Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern und der Bevölkerung führt, bevor man sich in ein Projekt stürzt“, so Hosp. Zum Ausbau der Wasserkraft sage „vorwärts Tirol“ grundsätzlich „Ja“, die Projekte müssten aber in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Osttirol sei aber auch prädestiniert für die Stromgewinnung aus Photovoltaikanlagen, weil der Bezirk über viel mehr Sonnenstunden als die Nordtiroler Bezirke verfüge. „Es braucht ein energiewirtschaftliches Gesamtkonzept, und es muss einen finanziellen Ausgleich für Gemeinden geben, die keine Wasserkraftwerke bauen“, forderte Schett. Der behutsame Umgang mit dem Lebensraum sei für ihn besonders wichtig, im Tourismus müssten kleinere und mittlere Strukturen besser gefördert werden. „Ein intelligenter Tourismus, wie ich ihn verstehe, erlaubt es, dass mehr Bauern ihre Betriebe im Vollerwerb führen können und dass der Tourismus Arbeit für Handwerker schafft. Der Lebens- und Kulturraum wird erhalten, wenn die Menschen daheim arbeiten können“, so der Innervillgrater Unternehmer und Schafbauer.
Josef Schett, Drittgereihter auf der „vorwärts Tirol“-Landesliste, schätzt, dass Anna Hosp über ihr Direktmandat als Kandidatin im Außerfern fix in den Landtag einzieht.
Um wieder verstärkt Betriebe in Osttirol anzusiedeln, sei es wichtig, die Standortagentur aufzuwerten. „Auch in diesem Bereich braucht es eine Sonderstellung für Osttirol. Ich hatte einmal Kontakt zur Entwicklungsagentur in Kärnten und war von der Professionalität des Service dort begeistert“, sagte Mag. (FH) Egon Kofler. „Wir haben hier in Osttirol eine Lebensqualität, die es sonst kaum mehr irgendwo gibt. Auch das kann ein Kriterium sein, dass sich kleine und mittlere Betriebe wieder in unseren Tälern ansiedeln“, meinte Landeslisten-Kandidatin Theresia Brugger. Das bestätigte auch DI Ulrike Madritsch, Zweite auf der „vorwärts Tirol“-Bezirksliste. „Die gute Luftqualität war beispielsweise ein ausschlaggebendes Kriterium, dass sich der Waffelproduzent Loacker in Heinfels angesiedelt hat“, weiß Madritsch aus ihrer Zeit als RMO-Geschäftsführerin zu berichten.
„In unserer Bewegung engagieren sich zahlreiche Menschen, die bisher mit Politik nichts zu tun hatten, aber auch viele, die mit der Politik ihrer bisherigen Parteien einfach unzufrieden sind. Wir müssen in Tirol weg von der klassischen Parteipolitik, die vielfach nur Interessensvertreterin von einzelnen Gruppierungen oder Personen ist“, sagte Anna Hosp abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger

