Tiefgarage am Südtiroler Platz auf Schiene
Die Baugenossenschaft Frieden will am Südtiroler Platz eine Tiefgarage mit 87 Stellplätzen errichten – Beschlüsse und Debatte im Lienzer Gemeinderat am 4. Juni. Architekt DI Josef Wurzer präsentierte am 4. Juni 2013 dem Lienzer Gemeinderat das Projekt einer Tiefgarage am Südtiroler Platz. Der Platz soll in seiner Gesamtheit unterkellert werden, die Ein- und Ausfahrt für die Tiefgarage mit 87 Stellplätzen erfolgt Am Markt im Bereich des Kinos CineX bzw. BORG. Der Bauwerber – die Baugenossenschaft Frieden – will den Großteil der unterirdischen Stellplätze fix an beispielsweise Banken, Geschäfte etc. vergeben, ungefähr 30 Plätze sollen frei für die Öffentlichkeit nutzbar sein. Für die derzeit vorhandenen 118 oberirdischen Parkplätze am Südtiroler Platz und Am Markt ist weiterhin die Stadtgemeinde Lienz zuständig, einige wenige Parklätze werden für Ein- und Ausfahrt sowie Aufgänge geopfert werden müssen, so auch die vorhandenen Busparkplätze. Zu Diskussionen im Gemeinderat führten vor allem die zukünftige Regelung des Fußgänger-Übergangs im Bereich des so genannten „Geiger-Gangls“ sowie die Verkehrsregelung bei der Ein- und Ausfahrt.
Bgm. DI Elisabeth Blanik: „Es wird bei diesem Tiefgaragen-Projekt wegen der heiklen Verkehrssituation am Südtiroler Platz und am Markt sicher noch zu einigen Änderungen kommen.“
Von den Gemeinderäten allgemein begrüßt wurde die Errichtung der Tiefgarage durch die Baugenossenschaft Frieden. „Es handelt sich wegen der nötigen Verkehrsregelung am stark frequentierten Südtiroler Platz um ein sehr komplexes Projekt. Alle haben dafür am Limit gearbeitet. Es ist verständlich, dass die Bauherrenschaft endlich eine vertragliche Absicherung will“, so Bgm. DI Elisabeth Blanik (SPÖ). Auch für Vize-Bgm. Meinhard Pargger (ÖVP) ist die Errichtung einer Tiefgarage durch die Baugenossenschaft zu begrüßen. „Unterirdisch werden über 80 neue Parkplätze geschaffen. Das bringt sicher Frequenz für die Innenstadt. Die oberirdischen Parkplätze bleiben größtenteils erhalten, und auch die Parkgebühren für diese Stellplätze nimmt weiterhin die Stadt ein“, sagte Pargger.
Vize-Bgm. Meinhard Pargger: „Ich bin für dieses Projekt, weil Kunden am Südtiroler Platz dadurch mehr Parkmöglichkeiten haben und es dadurch sicher zur Frequenzsteigerung in der Innenstadt kommt.“
Für GR Mag. Johannes Schwarzer (LSL) ist der vereinbarte Baurechtszins von einem Euro pro Jahr zu wenig. „Im Prinzip kommen nur 30 neue Stellplätze für die Öffentlichkeit dazu. Den Grund gibt die Stadt für einen Zins von einem Euro im Jahr viel zu billig her“, bemängelte Schwarzer. Auch GR Andreas Hofer (SPÖ) schlug in die gleiche Kerbe. „Ich bin nicht gegen das Projekt, aber die Stadt ist dem Bauwerber sehr großzügig entgegengekommen. Eigentlich haben wir in der Stadt Baurechtszinse von 7,50 Euro pro Jahr und Quadratmeter beschlossen. Würden wir das auch der Baugenossenschaft Frieden für die 80 Jahre der Einräumung verrechnen, kämen wir auf 1,8 Mio. Euro, so bekommen wir nur 80 Euro“, rechnete Hofer vor. Er stellte auch die Frage nach den Gesamtkosten für die Tiefgarage. „Ich rechne mit 25.000 bis 27.000 Euro pro Stellplatz, das ergibt für 87 Stellplätze rund 2,5 Mio. Euro“, so Architekt DI Josef Wurzer. Ing. Gerd Meißl von der Baugenossenschaft Frieden betonte, dass seine Firma mit Bau und Betrieb der Tiefgarage keine Gewinne erzielen will.
Die Bauzeit bemisst der Architekt mit rund einem halben Jahr. „Wenn wir nach der heurigen Sommersaison im Oktober zu bauen beginnen können, wäre das ideal“, so Wurzer. Nach der Debatte wurde über den Baurechtsvertrag mit der Baugenossenschaft Frieden – Einräumung eines Baurechtes für einen Euro pro Jahr für die Errichtung von 87 unterirdischen Stellplätzen – abgestimmt. Die elf ÖVP-Mandatare, Bürgermeisterin Blanik und GR Uwe Ladstätter (LSL) stimmten für den Vertrag, GR Mag. Johannes Schwarzer (LSL) und GR ÖR Josef Blasisker (FPÖ) enthielten sich der Stimme, sechs SPÖ-Gemeinderäte stimmten dagegen. Auch die erforderliche Widmung und der Bebauungsplan wurden mehrheitlich angenommen, Schwarzer und Blasisker enthielten sich auch dabei ihrer Stimme.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Journal/L. Sulzenbacher, Brunner Images

