Studie zu Natura 2000 soll Klarheit bringen
Nachdem die EU-Kommission ein Verfahren gegen Österreich eingeleitet hat, haben die Bürgermeister des Planungsverbandes 34 eine Studie in Auftrag geben.Österreich hat nach Vorstellung der Europäischen Kommission zu wenige Natura 2000-Schutzgebiete ausgewiesen, weshalb neuerlich ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik eingeleitet wurde. Den Bürgermeistern des Planungsverbandes 34 in Osttirol erscheint die aktuelle Situation rund um Natura 2000 lt. einer Presseaussendung vom 30.4.2013 als „untragbar“. Sie fordern Rechtssicherheit und wollen wissen, welche Gebiete nachnominiert werden bzw. welche Beeinträchtigungen durch Natura 2000 auf die Gemeinden zukommen könnten. Ihrer Ansicht nach liegt die Beweislast bei der Europäischen Kommission, die ihre Position durch entsprechende Fachgutachten darlegen müsste. Die Politiker aus dem Bezirk Lienz – zum Planungsverband gehören die Gemeinden Matrei, Virgen, Prägraten, Kals, St. Jakob, Hopfgarten, St. Veit und St. Johann i.W. – wollen aufgrund der unklaren Situation „das Heft selbst in die Hand nehmen“ und haben eine Studie zum Thema Natura 2000 in der Region in Auftrag gegeben.
Schon jetzt sei, lt. Angaben der Bürgermeister, aufgrund wissenschaftlicher Bestandserhebungen klar, … „dass Schwarzach, Obere Isel und Tauernbach weitestgehend tamariskenfrei sind.“ Bei größtmöglicher Ausweisung betrage die nachzunominierende Fläche, auf denen die Deutsche Tamariske gehäuft vorkommt, an der mittleren Isel und am Kalserbach rund 4 Hektar. Zusätzlich komme die Deutsche Tamariske auch im Kalser Dorfertal vor. Auch diese Bestände will man nun genau erheben.
Der Europäische Gerichtshof müsse dann auf rein fachlicher Ebene entscheiden, ob die Deutsche Tamariske bereits ausreichend geschützt ist oder ob die Flächen an Isel und Kalserbach nachnominiert werden müssen. „Die finalen Ergebnisse der Studie sollen Ende Juli vorliegen“, erklärt dazu Virgens Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler, Geschäftsstellenleiter des Planungsverbandes.
Text: J. Hilgartner, Foto: Brunner Images