SPÖ zeigt Ungerechtigkeiten bei Einkommen auf
Die SPÖ Tirol sieht bei den unselbstständigen Einkommen viele Scheren: Löhne würden langsamer als Vermögen wachsen und Minderbezahlung sei vor allem weiblich.
Seit 1. März 2011 müssen Unternehmen in Inseraten angeben, wie die ausgeschriebene Stelle entlohnt wird. „Dabei wird sichtbar, dass der in Aussicht gestellte Lohn nicht mit den hohen Ansprüchen an MitarbeiterInnen Schritt hält. Vom Personal wird hohe Qualifikation, beste Arbeitsleistung, Belastbarkeit und vieles mehr verlangt, ohne dass sich das immer in entsprechender Entlohnung niederschlägt“, kritisiert der geschäftsführende Vorsitzende der SPÖ Tirol, LR Gerhard Reheis. „Wer eine gute Ausbildung mitbringt, familienfeindliche Arbeitszeiten in Kauf nimmt und in der Arbeit physisch oder psychisch sehr belastet ist, hat ein Recht darauf, dies mit einem ordentlichen Gehalt abgegolten zu bekommen.“
Reheis kritisiert auch, dass Löhne viel langsamer als Vermögens- und Unternehmensgewinne steigen. „Jene 40% der Bevölkerung mit den geringsten Einkommen haben seit Mitte der 1990er-Jahre vor allem zugunsten der obersten 20% verloren“, rechnet der Soziallandesrat vor.
Dass Frauen weniger verdienen als Männer, auch wenn sie gleichwertige Arbeit leisten, ist ein weiteres gesellschaftliches Manko, das Reheis und SPÖ-Klubobmann Hans-Peter Bock anprangern. „Nicht nur, dass Frauen weniger verdienen, weil sie in Teilzeitarbeit gedrängt werden, es lässt sich leider auch feststellen, dass Branchen mit einem hohen Frauenanteil im Einkommensvergleich schlecht aussteigen“, so Reheis. Außerdem steige die Anzahl der unselbstständig Erwerbstätigen, die atypisch beschäftigt sind. Besonders am Beginn und am Ende der Erwerbslaufbahn würden diese atypischen Beschäftigungsformen auftreten. „Es ist ein Skandal, dass man junge Menschen dermaßen ausbeutet und ältere Arbeitnehmer am Schluss ihrer Berufslaufbahn ausgliedert, weil sie zu teuer werden“, kritisiert der Landesrat abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: SPÖ Tirol