SPÖ kritisiert geplanten Bahn-Stundentakt

Die Direktverbindung von Lienz nach Innsbruck und die Fahrradzüge im Sommer sind für die Osttiroler SP-Politiker Blanik und Lackner unverzichtbar – aber gefährdet.

Der Tiroler Verkehrsreferent LH-Stv. ÖR Anton Steixner (ÖVP) hätte am 5. März 2013 mit dem Südtiroler Mobilitätslandesrat Dr. Thomas Widmann von der SVP den neuen Stundentakt auf der Bahnstrecke von Lienz bzw. Bozen nach Innsbruck vereinbart. Die Lienzer Bürgermeisterin LA DI Elisabeth Blanik und Gemeinderat Wilhelm Lackner (beide SPÖ) sehen mit der neuen Taktung, die mit 2014/2015 eingeführt werden soll, große Nachteile auf Osttiroler Fahrgäste zukommen. „Der Korridorzug von Lienz nach Innsbruck und die Fahrradzüge im Sommer sind durch die neue Taktung gefährdet, und das hätte fatale Folgen für uns Osttiroler“, betont Blanik, die auch SP-Verkehrssprecherin im Tiroler Landtag ist. In Südtirol sei der öffentliche Verkehr – von der Bahn bis zum Citybus – perfekt organisiert, in Osttirol höre das Mobilitätssystem beim Lienzer Bahnhof auf, kritisiert der Lienzer Gemeinderat Wilhelm Lackner, Mitglied des Ausschusses für Bau, Verkehr und Planung.

„Durch den geplanten Stundentakt in Südtirol und das neue Taktsystem in Kärnten kommt der Bahnverkehr in Osttirol unter die Räder. In Lienz ergeben sich längere Umsteigezeiten, und es besteht die Gefahr, dass es zu gewissen Zeiten keine entsprechenden Anbindungen gibt“, so Lackner. Die SPÖ verlange Maßnahmen, damit die Direktverbindung zwischen Lienz und Innsbruck aufrecht erhalten werden kann. „Mit den jetzigen Vereinbarungen laufen wir Gefahr, dass der Korridorzug mit dem Fahrplanwechsel 2014/2015 – vielleicht auch schon früher – passé ist und Fahrgäste in Franzensfeste umsteigen müssen“, fürchtet Lackner. Elisabeth Blanik sieht in der geplanten neuen Vertaktung vor allem auch den derzeit relativ gut funktionierenden Fahrradtransport mit der Bahn von Lienz nach Südtirol gefährdet. „Im Sommer müssen an Spitzentagen bis zu 4 500 Räder zurück nach Südtirol gebracht werden. Das geht aber mit der neuen Taktung sicher nicht mehr“, so Blanik. Das könnte negative Auswirkungen auf den für Osttirol so wichtigen Radtourismus haben. Bei der derzeitigen Zusammenarbeit zwischen Tiroler Politikern nördlich und südlich des Brenners sei einiges nicht im Lot, was die Verkehrspolitik betreffe. „Wenn unsere ÖVP-Politiker gemeinsam mit Landesrat Widmann in Südtirol etwas ausmachen, sollte es schon so sein, dass beide Partner gleichberechtigt sind. So wie jetzt profitieren vor allem die Südtiroler, und wir in Osttirol bleiben dadurch früher oder später auf der Strecke“, so Blanik abschließend.

Text und Foto: Raimund Mühlburger

09. März 2013 um