Schließung des Sillianer Schwimmbades beschlossen

Der Sillianer Gemeinderat debattierte am Abend des 17.9. über die Zukunft des Schwimmbades – Schließung und Einsetzung eines Ausschusses für Nachnutzung beschlossen.

Gleich 2½ Stunden dauerte die Debatte über eine mögliche Sanierung oder Schließung des Sillianer Schwimmbades Montagabend im Sillianer Gemeinderat an. Mehrere Gemeinderäte hatten eine Sondersitzung zum Thema „Sanierung Hallenbad Sillian“ gefordert. Diese wurde mit 20.30 Uhr anberaumt, jedoch kam es nicht dazu. Bürgermeister Erwin Schiffmann (ÖVP) hatte um 18.30 Uhr eine reguläre GR-Sitzung mit Punkt 5 „Schließung Hallenbad Sillian und Einsetzung eines Ausschusses für die Nachnutzung“ einberufen. „Dein Führungsstil ähnelt immer mehr dem anderer Osttiroler Bürgermeister. Du versuchst, die Opposition auszubremsen, deine Macht auszuspielen und vertrittst immer weniger die Interessen der SillianerInnen. Es ist besser, du lässt das Amt des Bürgermeisters sein“, ging GV Hermann Mitteregger (Team Sillian) gleich zu Beginn mit Schiffmann hart ins Gericht. Dieser hielt einen Rückblick auf die Geschichte des Sillianer Schwimmbades seit seinem Amtsantritt 1998 mit zahlreichen Sitzungen, Informationen in der Gemeindezeitung und einem Architektenwettbewerb. „Seit 2008 hat sich die Finanzsituation unserer Gemeinde eklatant verschlechtert, wir können uns ein eigenes Schwimmbad einfach nicht mehr leisten“, so Schiffmann. Zehn Kilometer entfernt in Innichen gäbe es ein Schwimmbad und in Lienz auch eines. „Zwei Bäder auf einer Distanz von 40 Kilometern reichen meiner Meinung nach aus, vor allem, wenn man die Mobilität, die Touristen und Einheimische in der heutigen Zeit an den Tag legen, berücksichtigt“, erklärte der Bürgermeister. „Für mich ist das Schwimmbad eine Infrastruktureinrichtung wie jede andere. Die Frage ist, wie viel uns das wert ist?“, führte GV Peter Leiter (Team Sillian) ins Treffen. „Die Frage ist nicht, was uns ein Schwimmbad wert ist, sondern was wir uns leisten können“, konterte Schiffmann.

Die oppositionellen Mandatare Hermann Mitteregger (links) und Peter Leiter sehen ein eigenes Schwimmbad als wichtige Infrastruktureinrichtung und wollten bei der Sitzung eine Sanierung des bestehenden Bades durchbringen.

Die oppositionellen Mandatare Hermann Mitteregger (links) und Peter Leiter sehen ein eigenes Schwimmbad als wichtige Infrastruktureinrichtung und wollten bei der Sitzung eine Sanierung des bestehenden Bades durchbringen.

Die Sanierung des Schwimmbades mit mindestens 5 Mio. Euro Kosten käme einem Neubau gleich. Nach Abzug der Förderungen von 2,5 Mio. Euro, die auch noch nicht sicher seien, bliebe ein Rest von rund 2,5 Mio. Euro übrig, und die Oberländer Gemeinden seien kaum bereit, einen Beitrag zu leisten, so die Argumentation des Bürgermeisters. Außerdem wäre laut Schiffmann mit einem Betriebsabgang von 150.000 Euro jährlich zu rechnen. „Ich möchte nicht, dass wir aufgrund einer massiven Überschuldung die Gemeinde kaum mehr verwalten, geschweige denn gestalten können“, so der Politiker. „Es ist immer eine Frage des Wollens, und beim Schwimmbad will der Sillianer Bürgermeister nicht“, so Schiffmanns Listenkollege Vize-Bgm. Anton Calovi.

Der Sillianer Gemeinderat stimmte schließlich gegen ein eigenes Schwimmbad und für die Unterstützung eines regionalen Bades in Lienz.

Der Sillianer Gemeinderat stimmte schließlich gegen ein eigenes Schwimmbad und für die Unterstützung eines regionalen Bades in Lienz.

Bei der Abstimmung über die Schließung des Hallenbades und Einsetzung eines Ausschusses für die Nachnutzung und die Errichtung eines Sport- und Freizeitzentrums stimmten schließlich acht Mandatare mit Ja und sieben mit Nein. Das knappe Abstimmungsergebnis bedeutet somit das Aus für ein eigenes Schwimmbad in Sillian. Peter Leiter brachte schließlich einen Antrag ein, ein regionales Bad in Lienz grundsätzlich zu unterstützen. Dafür stimmten acht Mandatare, sieben voteten mit Nein.

Text und Fotos: Raimund Mühlburger

18. September 2012 um