Ruf nach Gleichstellung am „Equal Pay Day“

Der 19. März steht ganz im Zeichen der Lohngleichheit. Die Tiroler Frauenlandesrätin Christine Baur macht zum „Equal Pay Day“ auf die Situation in Tirol aufmerksam.

„Der Equal Pay Day soll die Forderung nach Lohngleichheit ins Bewusstsein rufen“, vermeldet Landesrätin Christine Baur. „Es braucht zuallererst mehr Transparenz bei den Gehältern, denn nur dann kann gegen Lohndiskriminierung effizient vorgegangen werden!“ Dass die Einkommensschere in Tirol eklatant auseinanderklafft, demonstriert die Landespolitikerin anhand aktueller Zahlen.

2011 etwa betrug das mittlere Bruttojahreseinkommen der unselbstständig erwerbstätigen Frauen 16.237 Euro, jenes der Männer allerdings 30.204 Euro, womit Frauen umgerechnet um 46,2 Prozent weniger als Männer verdienten. Ausschlaggebend dafür, so Baur, sei der immer noch hohe Anteil an teilzeitbeschäftigten Frauen. Etwas besser präsentieren sich die Zahlen bei den voll berufstätigen Frauen, doch ergibt sich auch hier ein Unterschied von über 22 Prozent: Frauen verdienten 2011 durchschnittlich 29.718 Euro, Männer hingegen 38.159 Euro.

„Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist das Einkommen der Tirolerinnen am niedrigsten“, zeigt Baur auf. Die Landesrätin weist auch auf die Folgewirkungen dieser Tendenz hin: „Niedrigeres Einkommen bedeutet gleichzeitig auch eine niedrigere Pension. Tiroler Männer bezogen 2011 eine um durchschnittlich 47,2 Prozent höhere Pension als die Frauen!“ Diese Einkommensdifferenz führe zudem zu größeren Abhängigkeiten gegenüber dem Partner.

Das Land setze mit Aktionen wie dem alljährlichen „Girls‘ Day“, der Initiative „FIT – Frauen in Handwerk und Technik“ oder speziellen Förderungen bei Bewusstseinsbildung und gezielten Unterstützungsleistungen an. Der sukzessive Ausbau der Kinderbetreuungsplätze unterstütze Frauen beim Spagat zwischen Arbeit und Familie zusätzlich. Doch Landesrätin Christine Baur nimmt auch die Unternehmen in die Pflicht: „Allerdings müssen sich auch die Wirtschaftstreibenden und UnternehmerInnen der Problematik der Lohndiskriminierung bewusst sein. Erst wenn sich dies auch positiv am Lohnzettel niederschlägt, ist der Equal Pay Day nicht mehr notwendig!“

Text: Judith Goritschnig, Foto: Osttirol heute/Mühlburger

18. März 2014 um