Stadt Lienz erhöht Beitrag für Regionsmanagement
Die Mitgliedschaft im Regionsmanagement Osttirol (RMO) in der EU-Förderperiode 2014 – 2020 stand am 7. Oktober auf der Tagesordnung der Lienzer GR-Sitzung.
RMO-Geschäftsführer DI Michael Hohenwarter stand dem Lienzer Gemeinderat bei der Sitzung am 7. Oktober 2014 Rede und Antwort. Grund für die Einladung war die anstehende Erhöhung des Beitrages der Stadt Lienz. In der Förderperiode 2007 – 2013 hatte die Stadt 1,45 Euro pro Einwohner, das sind ca. 17.000 Euro jährlich, an das Regionsmanagement bezahlt, in der nächsten Förderperiode 2014 – 2020 soll der Beitrag 1,75 Euro pro Einwohner betragen, also 20.600 Euro oder 3.600 Euro jährlich mehr.
„Warum soll der Beitrag jetzt erhöht werden?“, fragte Bgm. LA DI Elisabeth Blanik (SPÖ) den Geschäftsführer. „Seit 2007 erfolgte keine Anpassung und die Kosten für das RMO sind ziemlich angestiegen“, antwortete Michael Hohenwarter. Er gab eine kurze Information über die Arbeit des RMO, über die geförderten Projekte und über die Bewerbung Osttirols als CLLD-Region 2014 – 2020 (CLLD ist die Abkürzung für Community-led local development). „CLLD beinhaltet nicht wie früher nur die Landwirtschaft, sondern auch den Topf des Regionalentwicklungsfonds. Wir unterstützen die Projektträger bei der Entwicklung und Antragstellung. Ich sehe die Stadt Lienz als potenziellen Profiteur des RMO und der Leader-Förderungen“, so Hohenwarter.
Gemeinderat Uwe Ladstädter von der Liste Stadt Lienz (LSL) fragte, welche Projekte des RMO besonders erfolgreich waren. „Das RMO macht nur in Ausnahmefällen selbst Projekte. Wir leben sehr stark davon, mit welchen Ideen und Projekten die Gemeinden und die Bürger an uns herantreten“, so Hohenwarter. Dass das Regionsmanagement in den Köpfen der Bevölkerung viel zu wenig verankert sei, bemängelte Vize-Bgm. DI Stephan Tagger (ÖVP) und fragte, wie viel Geld sich die Stadt durch das RMO wirklich erspart habe. „Die Vergangenheit ist nicht der Maßstab. Es beginnt nun eine neue Periode, und wir müssen die Botschaft hinaus bringen, dass das RMO beim Entwickeln und Durchführen vor allem kleinerer Projekte unterstützend wirkt“, meinte Hohenwarter.
Gemeinderat Kurt Steiner (ÖVP) fragte, warum der Um- und Zubau des Dolomitenbades nicht durch Leader gefördert werde. „Es handelt sich dabei um ein großes Infrastrukturprojekt, das nicht Gegenstand von Leader ist. Ich könnte mir vorstellen dass es dafür andere Fördertöpfe der EU gibt“, antwortete der RMO-Geschäftsführer. Die Bürgermeisterin bat ihn, zu eruieren, welcher EU-Topf eventuell für den Um- und Zubau des Dolomitenbades in Frage käme. „Die Verwaltung und die Steuerungsgruppe, bei der zahlreiche Gemeinderäte mitarbeiteten, haben aber in Sachen Dolomitenbad hervorragend gearbeitet, und ich denke, dass auch sicher alle Fördermöglichkeiten abgeklärt wurden“, hielt die Bürgermeisterin fest. Die Erhöhung des RMO-Beitrages auf 1,75 Euro pro Einwohner wurde schließlich mit einer Stimmenthaltung beschlossen.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Journal
