Ruggenthaler: „Förderungen wirkungsvoller einsetzen!“
Mit wirkungsvollen Projekten Arbeitsplätze zu schaffen und das Sonderförderprogramm Natura 2000 für die Wirtschaft zu nutzen, ist dem neuen RMO-Obmann besonders wichtig.
Der Virger Bgm. Ing. Dietmar Ruggenthaler wurde bei der Generalversammlung des Regionsmanagements Osttirol (RMO) am 2. Mai 2016 einstimmig zum neuen Obmann gewählt. In den letzten zehn Jahren stand der ehemalige Sillianer Bgm. Erwin Schiffmann dem RMO vor. Unter seiner Führung gelang es zuletzt auch ein Budget von knapp 6,5 Mio. Euro an Fördermitteln für die EU-Strukturfondsperiode 2014 – 2020 sicherzustellen. Durch die Kombination verschiedener EU-Geldtöpfe verfügt der Bezirk Lienz über ein beinahe doppelt so hohes Budget für die Regionalentwicklung wie durchschnittliche andere ländliche Regionen in Österreich. Wir sprachen mit dem neuen RMO-Obmann über seine Strategien und Ziele für den Bezirk.
Herr Ruggenthaler, was ist Ihnen bei der Führung des RMO besonders wichtig, was soll neu werden?
Grundsätzlich bin ich mit der Gießkanne bei den Förderungen und bei den Projekten sehr vorsichtig. Man muss sich anschauen, welche Projekte welche Wirkung zeigen und wie die Fördermittel wirkungsvoll eingesetzt werden können.
Wie wollen Sie das konkret verbessern?
Wir müssen vorerst einmal darüber informieren, was das RMO eigentlich ist. Dazu werden wir in die Regionen gehen, das kann nicht vom Büro in Lienz aus geschehen. Was ist das RMO? Was kann das RMO? Was sind die Aufgaben des RMO? Was kann das RMO wirklich tun? Darüber wollen wir informieren. Das RMO ist für mich vordergründig die Abwicklungsstelle für Förderungen, die zur positiven Entwicklung in unserem Raum beitragen sollen. Ich will vor allem die Eigenverantwortung und den Innovationsgeist der Leute ansprechen – von Unternehmern, von Einzelpersonen, von Vereinen, Organisationen und anderen.
Wie sehen Sie die Dotierung der Fördertöpfe in Osttirol grundsätzlich?
In unseren Bezirk fließen überdurchschnittlich hohe Fördermittel. Mit diesen vielen Förderungen ist aber relativ wenig erreicht worden. Das ist für mich ein untragbarer Zustand. Vielleicht gelingt es uns, durch bessere Information, dass die Förderungen in Zukunft mehr Wirkung zeigen.
Wie drückt sich eine höhere Wirkung der Förderungen für Sie aus?
Am wichtigsten ist mir, dass durch Förderungen und Projekte dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen werden.
Durch das Sonderförderprogramm Natura 2000 sollen in den nächsten zehn Jahren 10 Mio. Euro in die elf Gemeinden des Iseltales fließen. Die Geschäftsstelle für die Förderabwicklung soll im RMO angesiedelt und dafür eine eigene Person angestellt werden. Wie sehen Sie diese Vorgehensweise?
Dass das Programm im RMO mitabgewickelt wird und dafür eine eigene Person angestellt wird, war vom Land immer schon so geplant. Das hat sich für uns auch in allen Vorgesprächen derartig dargestellt. Ich sehe im Sonderförderprogramm vor allem ein Programm zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. Durch die Projekte sollen – wie schon gesagt – nachhaltig Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Eigeninitiative und der Innovationsgeist der Projektträger ist dabei gefragt. Das RMO kann hier unterstützend wirken.
Wie kann diese Unterstützung konkret aussehen?
Es geht um Hilfe bei der Förderungseinreichung genauso wie bei der Projektabwicklung. Gemeinsam mit den Banken, von denen einige im RMO vertreten sind, sollten in Zukunft aber verstärkt auch Überlegungen angestellt werden, wie man die Projektträger bei der Aufbringung von Eigenkapital unterstützen kann. Die Förderungsgewährung ist nämlich nur ein Punkt für das Gelingen und den Erfolg eines Projektes. Ein wesentlicher ist aber auch die Ausstattung der Projektträger mit Eigenkapital.
Danke für das Gespräch!
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Gemeinde Virgen
