Polizei: Effizienz statt Verwaltungsstress

Landespolizeidirektor Tomac besuchte heute den Bezirk Lienz und klärte über das gestern präsentierte Dienststellenanpassungskonzept des Innenministeriums auf.

Nach der offiziellen Bekanntgabe der Schließung von Osttiroler Polizeidienststellen in Dölsach, Huben und St. Jakob durch das Innenministerium am 28. Jänner ging ein Aufschrei durch die Gemeinden des Bezirks. Heute standen Landespolizeidirektor Mag. Helmut Tomac, Oberst Alois Knapp, Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger sowie Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner zum Thema Rede und Antwort. Der Grundtenor seitens der Polizei gegenüber den Bedenken der Osttiroler Bevölkerung und ihrer politischen Vertreter lautete dabei klar: Weniger Verwaltungsaufgaben schaffen mehr Effizienz für die Sicherheit im Bezirk.

Landespolizeidirektor Tomac bezeichnete das bundesweite Projekt „Moderne Polizei“ als neue, innere Entwicklung, die zu einer modernen, leistungsstärkeren Polizei führen solle. Als eine der Schwerpunktmaßnahmen wurde nun eben das sogenannte Dienststellenanpassungskonzept durchgeführt, das im Juli die Auflösung von österreichweit 122 Posten vorsieht. „Wir haben schon 2011 mit der Zusammenführung der Polizeiinspektionen Mittewald/Anras/Sillian ein intensives Arbeitspaket umgesetzt“, so Tomac. Schon in den damaligen Gesprächen habe sich Osttirol personell im Vergleich als „überdotiert“ herausgestellt. Seit damals habe man durchwegs positive Erfahrungen gemacht und daher den Entschluss gefasst, diesen Weg weiterzugehen, so der Landespolizeidirektor.

Künftig werden die Polizeiinspektionen in Sillian mit (jetzt schon) 22 Mitarbeitern, Matrei ebenfalls mit 22 Mitarbeitern und in Lienz mit 44 Mitarbeitern besetzt sein. Dazu kommt die Schaffung einer Kontrollstelle in Leisach, die sich vor allem der Verkehrssicherheit widmen wird. Außerdem sollen die Bediensteten mit modernen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten intensiver und fachspezifischer geschult werden, um auch auf regionaler Ebene Fachexperten zur Verfügung stellen zu können. Angedacht ist auch die Etablierung von sogenannten „Polizeistützpunkten“. Dafür sollen die entsprechenden Gemeinden Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, in welchen nicht-stationäre Polizeibedienstete etwa zu vorgesehenen Zeiten Anzeigen aufnehmen können. Eine Notruftaste am Eingang, welche die nächstgelegene Inspektion alarmiert, stehe an solchen Stützpunkten für Notfälle zur Verfügung. In Osttirol, so Tomac, denke man lediglich in St. Jakob einen derartigen Polizeistützpunkt an.

„Durch die Bündelung der Kräfte ist die höchstmögliche Sicherheit für die Bevölkerung möglich“, unterstrich der Landespolizeidirektor, „Sicherheit bedeutet nicht ein Gebäude, sondern effizient eingesetzte operative Einheiten.“ Durch Gespräche wolle man etwaige Bedenken abfedern. Bezirkshauptfrau Olga Reisner ist ebenfalls von der Strukturreform überzeugt: „Es geht nicht darum, wo man den Dienst antritt. Es wird keine Reduktion von Personal geben, außerdem haben wir alle Arbeitsplätze erhalten, was für Osttirol ein relevanter Punkt ist.“ Größere Einheiten bedeuteten mehr Flexibilität, so Reisner.

Text und Foto: Judith Goritschnig

29. Januar 2014 um