LH Günther Platter vom Brexit-Votum „schockiert“
Die EU müsse die Regionen unterstützen und ihre Arbeit stärken, anstatt sie daran zu hindern, sagte LH Günther Platter in einer ersten Reaktion auf den EU-Ausstieg der Briten.
„Wenn das nicht der Weckruf für Europa ist, was dann? Die Europäische Union muss sich dringend ändern – der Ruf nach Reformen kann nicht lauter sein“, so der Tiroler LH Günther Platter am Tag nach der Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten. Er zeigte sich schockiert vom Ausgang des Votums und sei nach wie vor ein grundsätzlicher Befürworter dieses ursprünglichen Friedensprojekts. Der aufgeblähte Apparat in Brüssel koste laut Platter viel Geld und verursache in zahlreichen Fällen eine unnötige Mehrarbeit für BürgerInnen, Unternehmen, Institutionen und Behörden.
„Auf regionaler Ebene funktioniert vieles sehr gut – das sehen wir in unserer täglichen Arbeit mit den Ländern Südtirol und Trentino. Wir als Euregio machen vor, wie Europa funktionieren kann. Die EU kann das große Regelwerk schreiben, muss dabei die Regionen unterstützen und in ihrer Arbeit stärken, anstatt sie daran zu hindern. Denn es ist die regionale Vielfalt, die Europa so lebenswert macht“, so der Landeshauptmann.
TTIP, die Allergenverordnung und das Versagen in der Flüchtlingskrise seien nur drei Beispiele dafür, wie die EU-Verantwortlichen die Menschen in Stich gelassen hätten. „Ich orte hier auch die Gefahr, dass sich immer mehr Menschen zum Nationalismus hingezogen fühlen“, so Günther Platter abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger
