Planungsverband 34: „Eigene Ressourcen nutzen!“

Das Ressourcenbewirtschaftungsprogramm des PV 34 präsentierten der Matreier und Virger Bürgermeister LH-Stv. Josef Geisler und den Medien am 4. Dezember 2015.
Mit dem Ressourcenbewirtschaftungsprogramm hätten sich die acht Gemeinden des Planungsverbandes (Prägraten, Virgen, Matrei, Kals, Hopfgarten, St. Veit, St. Jakob, St. Johann) zum Ziel gesetzt, unabhängig und systematisch die Ressourcen und Potenziale der Region – vor allem was erneuerbare Energien betrifft – zu erheben, um daraus konkrete Umsetzungskonzepte ableiten zu können, so der Matreier Bgm. und Obmann des PV 34, BR Dr. Andreas Köll, einleitend. „Wir waren in Osttirol mit unserem Planungsverband immer schon Vorreiter, was vielleicht in der Öffentlichkeit nicht immer so wahrgenommen wird. Zum Beispiel wollen wir in Matrei innerhalb der nächsten zwei Jahre in jedem Haushalt – und liegt er auch noch so peripher – das Glasfasernetz und damit schnelles Internet umgesetzt haben“, so Köll. In Sachen Natura 2000 wolle man zunächst die Bewertungen abwarten und dann die Wasserkraftnutzung – dort, wo es möglich ist – konsequent angehen. „Unser gesamthafter Ansatz umfasst aber neben der Wasserkraft auch die Umweltwärme (Grundwasserkörper und Erdwärme), Sonne, Biomasse und Wind. In Matrei zum Beispiel soll rund um die Firma IDM (Erd- und Luftwärmepumpen) ein Kompetenzzentrum für neue Technologien entstehen“, so der Matreier Bürgermeister.

LH-Stv. Josef Geisler:

LH-Stv. Josef Geisler: „Wir müssen die Energieeffizienz forcieren. Regionale Aktivitäten – wie diese im PV 34 – sind wichtig. Bis 2050 wollen wir den Energieendeinsatz halbieren und unseren Bedarf weitgehend durch erneuerbare Energien decken.“

Als Vorbild für den Planungsverband 34 nannte Köll auch den Planungsverband Zillertal, den LH-Stv. ÖR Josef Geisler lange leitete, und der ebenfalls ein sehr aktiver sei. „Hier im Isel-, Virgen-, Kalser- und Defereggental sind die Potenziale für erneuerbare Energien vorhanden und sollen genutzt werden. Wir verfolgen in Tirol das Ziel, bis zum Jahr 2050 energieautonom zu werden und bis dahin unseren Bedarf weitestgehend mit erneuerbarer Energie zu decken. In den letzten zehn Jahren konnten wir in Tirol den Energiebedarf für Wärme, Strom und Mobilität bereits um 3,6% senken, und das trotz steigender Einwohnerzahlen und Wirtschaftsleistung“, berichtete Geisler.

DI Rupert Ebenbichler: „

DI Rupert Ebenbichler: „Großes Potenzial sehe ich in der Umweltwärme, in der Wasserkraft und bei der Photovoltaik/Solarthermie. Der Umstieg auf Umweltwärme könnte einen großen Teil des Wärmebedarfs in der Region decken.“

„Jedes Ressourcenbewirtschaftungsprogramm ist nur so gut, als die Gemeinden und Regionen bereits sind, mitzuarbeiten. Wir haben uns in einem ersten Schritt den Energiebedarf im PV 34 angeschaut, in einem zweiten analysiert, wie er derzeit abgedeckt wird, und dann haben wir wertneutral erhoben, welche Ressourcen zur Verfügung stehen“, so DI Rupert Ebenbichler, GF von Wasser Tirol. Der Bedarf liege derzeit in den acht Gemeinden bei 340 GWh/a, wobei jeweils rund 40% auf die Bereiche Wärme und Mobilität sowie etwas weniger als 20% auf den Strom entfallen. „Die Wasserkraftwerke in der Region – vor allem Kleinwasserkraftwerke – produzieren derzeit rund 300 GWh/a, Kraftwerke für 175 GWh/a sind in der engeren Planung bzw. ist eine Umsetzung angedacht. Großes Potenzial liegt in der Photovoltaik. Das Biomassepotenzial ist schon gut genutzt, beim Biogas und in der Windkraft sehe ich kaum maßgebliche Nutzungsmöglichkeiten“, so Ebenbichler.

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Als Vorbild in Sachen Energieeffizienz und Ausbau erneuerbarer Energieträger nannten Geisler und Köll vor allem die e5-Gemeinde Virgen. „Die beste Energie ist für mich die gesparte Energie. Ich sehe Potenzial nicht nur im Ausbau der Wasserkraft. Wir forcieren die Sonnenenergie seit Jahren, in unseren Grundwasserkörpern und der Erdwärme stecken große Potenziale. Den Aufbau eines Kompetenzzentrums für die Wärmepumpentechnologie unter  Einbindung der heimischen Wirtschaftsbetriebe werden wir mit aller Kraft vorantreiben“, so der Virger Bgm. und GF des PV 34, Ing. Dietmar Ruggenthaler. „Wir wollen im Planungsverband 34 mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen möglichst bald an die Standards der in Sachen Energieeffizienz vielfach ausgezeichneten Gemeinde Virgen herankommen. Die Gemeinden Matrei, Prägraten und St. Jakob haben sich deshalb gemeinsam mit Virgen dafür beworben, die Klima- und Energiemodellregion Osttirol auf lokaler Ebene fortzuführen. Wir wollen eine eigene Klima- und Energiemodellregion werden“, berichtete Andreas Köll.

Ressourcenbewirtschaftungsprogramm PV 34 hier zum Download

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

 

 

05. Dezember 2015 um