Pargger zum Lienzer ÖVP-Obmann gewählt
Alle 54 Delegierten wählten am Donnerstag, 28. November 2013, Vize-Bgm. Meinhard Pargger zum neuen Stadtparteiobmann der Lienzer Volkspartei.
Meinhard Pargger hatte seit dem Rücktritt von Dr. Hannes Hibler vor rund 2,5 Jahren als geschäftsführender Parteiobmann die ÖVP Lienz geleitet. Beim Stadtparteitag am Donnerstag, 28. November 2013, im Brauereigasthof Falkenstein sprach Pargger in seinem Rückblick von einer enormen Herausforderung, die Stadtpartei nach dem Verlust des Bürgermeisteramtes neu zu strukturieren und die Abläufe neu zu organisieren. „Das ist uns relativ gut gelungen, und bis auf wenige Ausnahmen stellt die Partei und die Gemeinderats-Fraktion heute eine geschlossene Einheit dar“, so Pargger. Das gute Ergebnis für die Lienzer ÖVP bei den GR-Wahlen im Jahr 2010 habe gezeigt, dass man die richtigen Konzepte für die BürgerInnen der Stadt anbiete. Bedenklich stimme ihn die Entwicklung bei der Wahlbeteiligung, die bei der NR-Wahl im vergangenen September auf 60% gesunken sei, und dass die Lienzer Volkspartei – entgegen der langjährigen Tradition – keinen Landes- oder Bundesmandatar mehr stelle.
In den letzten 2,5 Jahren seien in der Stadt auf Betreiben der ÖVP, die mit 44% Stimmenanteil die absolute Mandatsmehrheit im Lienzer Gemeinderat hält, eine Reihe von wichtigen Vorhaben umgesetzt worden. Die Erneuerung des Dolomitenbades sei für die Partei ein wichtiges Anliegen, dass noch nicht umgesetzt werden konnte. „Es liegt jetzt ein schönes Projekt mit dem Saunabereich als Highlight vor. Die Kosten sind aber von kolportieren 12,5 Mio. auf inzwischen 14,4 Mio. Euro angewachsen. 11,1 Mio. Euro soll laut derzeitigem Finanzierungsplan die Stadt selbst beitragen. Wir müssen wirklich aufpassen, dass die Stadt nicht in eine Situation gebracht wird, in der sie auf Jahre hinaus hoffnungslos verschuldet ist“, betonte Pargger.
Mit der neuen Stadtbücherei sei ein sehr gutes Projekt gelungen, der Vorplatz sei aber mit der Erneuerung nicht schöner geworden. „Ich höre von vielen BürgerInnen, dass auf dem Egger Lienz-Platz jetzt viel zu viel Beton dominiert, und die modernen Sitzgelegenheiten würden besser ins Wiener Museumsquartier als auf diesen kleinen Platz passen“, äußerte sich der Vize-Bgm. kritisch. Mit der Erweiterung des Speicherteichs Lackenboden die Schneesicherheit im Skigebiet Zettersfeld herzustellen, sei ein Gebot der Stunde gewesen. „Mit der Umsetzung dieses Projektes ist der Gemeinde und den Bergbahnen gemeinsam mit dem Tourismusverband und mit umfassender Hilfe des Landes Tirol ein Kraftakt gelungen, der eine Lebens- und Überlebensgarantie für Bergbahnen AG, das Skigebiet Zettersfeld und den gesamten Lienzer Wintertourismus darstellt“, erklärte Pargger.
Das neue Führungsteam der Lienzer ÖVP v.l.n.r.: Obmann Meinhard Pargger und die StellvertreterInnen Eva Wilhelmer B.A., MMag. Hildegard Goller und DI Stephan Tagger
Aus Innsbruck waren ÖVP-Landesgeschäftsführer Dr. Martin Malaun und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf zum Stadtparteitag nach Lienz gereist. Tirol sei ein großartiges Tourismus- und Technologieland sowie ein hervorragender Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. „Der Bezirk Lienz gehört zwar wirtschaftlich nicht zu den stärksten Tiroler Bezirken, hat sich aber in den letzten Jahren ziemlich gut nach vorne gearbeitet“, so Zoller-Frischauf. 2,4% der Betriebe seien in Osttirol bereits Industriebetriebe. „Das klingt zwar nicht viel, aber wenn man sich die Mitarbeiterzahlen anschaut, sieht die Sache wesentlich besser aus. Mit 3 160 MitarbeiterInnen beschäftigen die Osttiroler Industriebetriebe fast schon gleich viele wie die Gewerbebetriebe“, erklärte die Wirtschaftslandesrätin.
Anschließend an Zoller-Frischaufs Referat schritten die Delegierten zur Wahl. Alle 54 wählten Meinhard Pargger zum neuen Stadtparteiobmann der Lienzer Volkspartei. Zu seinen StellvertreterInnen wurden Eva Wilhelmer B.A. (77,8%), DI Stephan Tagger (74,1%) und MMag. Hildegard Goller (72,2%) gewählt.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images
